Hö­hen­jagd mit Tra­di­ti­on

20 Jah­re Hoch­sprung-Mee­ting

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Pe­ter Tre­bing

Seit 20 Jah­ren gibt es nun al­so schon das Büh­ler Hoch­sprung-Mee­ting, das sei­ne Ent­ste­hung ei­gent­lich ei­nem Ju­bi­lä­um ver­dankt. Denn im „Ge­burts­jahr“der Ver­an­stal­tung, al­so 1997, fei­er­te der TV Bühl sein 150-jäh­ri­ges Be­ste­hen. Ein An­lass, zu dem je­de Leis­tungs­ab­tei­lung des Ver­eins et­was bei­tra­gen soll­te. Für die Leicht­ath­le­ten gab es zwei Op­tio­nen: Ent­we­der ei­nen Wett­be­werb im St­ab­hoch­sprung oder ei­nen im Hoch­sprung. Die Ent­schei­dung, was es denn wer­den soll­te, wur­den den Or­ga­ni­sa­to­ren (Ab­tei­lungs­lei­ter Man­fred Bel­le­mann, des­sen Stell­ver­tre­ter Wolf­gang Lo­renz und Trai­ner Pe­ter Hän­del) aber ziem­lich leicht ge­macht. Man hat­te sich an die Bun­des­trai­ner der oben ge­nann­ten Dis­zi­pli­nen ge­wandt – und da­durch ziem­lich schnell Kon­takt mit Gün­ter Ei­sin­ger be­kom­men, der da­mit auch die Na­se vor­ne hat­te. Ei­sin­ger war un­ter an­de­rem als Trai­ner von Hei­ke Hen­kel und Andre­as Na­gel im Hoch­sprung ein be­kann­tes Ge­sicht und zeit­wei­se auch Bun­des­trai­ner der Hö­hen­jä­ger. Ei­ne Vi­si­te von Ei­sin­ger im Jahn­sta­di­on brach­te die schnel­le Ei­ni­gung, für 1997 wur­de ein Mee­ting ver­ab­re­det, bei dem Ei­sin­ger für die Ver­pflich­tung der Ath­le­ten zu­stän­dig war. Und bei der Su­che nach Spon­so­ren griff

Ein Ju­bi­lä­ums-Event schreibt Ge­schich­te

Hans Strie­bel, der spä­te­re Büh­ler Ober­bür­ger­meis­ter, den Or­ga­ni­sa­to­ren un­ter die Ar­me. Die Fi­nan­zie­rung war schnell ge­si­chert und nach ei­ner ge­lun­ge­nen Pre­mie­re auch so­fort klar: Die­ses Mee­ting soll­te kei­ne ein­ma­li­ge An­ge­le­gen­heit ge­we­sen sein. In den Fol­ge­jah­ren sorg­ten Bel­le­mann, Mee­ting-Di­rek­tor Lo­renz und zu­nächst Ei­sin­ger, der 2010 von Uli Geis ab­ge­löst wur­de, für ei­ne Fort­schrei­bung der Er­folgs­ge­schich­te. Denn 1997 sorg­te Mar­tin Buss gleich für ei­nen Hö­he­punkt. Der Mann, der 2001 im ka­na­di­schen Ed­mon­ton der bis­lang ein­zi­ge deut­sche Hoch­sprung-Welt­meis­ter wur­de, schaff­te 2,31 Me­ter. Das war da­mals na­tür­lich Sta­di­on­re­kord. Den hielt Buss ge­mein­sam mit Wolf­gang Krei­ßig, der die Hö­he 2001 auch schaff­te, üb­ri­gens bis zum ver­gan­ge­nen Jahr – erst dann pack­te Ei­ke On­nen noch ei­nen Zen­ti­me­ter oben­drauf. Beim Blick in die Star­ter­lis­te der ver­gan­ge­nen 19 Jah­re fin­det man Olym­pia­sie­ger, Welt­meis­ter und Me­dail­len­ge­win­ner bei al­len gro­ßen Leich­ath­le­ti­kTi­tel­kämp­fen. Dank der Qua­li­tät der An­la­ge und der pro­fes­sio­nel­len Or­ga­ni­sa­ti­on wur­de das Mee­ting auch zum Norm­wett­kampf be­för­dert: In Bühl schaff­ten bis­her schon 18 Sprin­ge­rin­nen und Sprin­ger die Qua­li­fi­ka­ti­on für Olym­pi­sche Spie­le, Welt- oder Eu­ro­pa­meis­ter­schaf­ten. Das „Sprin­gen mit Mu­sik“im Büh­ler Jahn­sta­di­on ist eben nicht nur ein Event mit ho­hem Un­ter­hal­tungs­fak­tor – es ist auch sport­lich enorm reiz­voll. Denn hier hat sich schon man­cher Ath­let in buch­stäb­li­cher letz­ter Mi­nu­te sein Ti­cket für ei­nen gro­ßen Wett­be­werb ge­si­chert. Was üb­ri­gens auch bei der ak­tu­el­len Auf­la­ge wie­der pas­sie­ren könn­te, denn die 20. Auf­la­ge des Mee­tings ist er­neut Qua­li­fi­ka­ti­ons­wett­kampf – und zwar für Olym­pia in Rio de Janei­ro.

Blan­ka Vla­sic ist mit Aria­ne Fried­rich (je­weils zwei Me­ter) Re­kord­hal­te­rin in Bühl. Fo­to: Steue­rer

Eb­ba Jung­mark reich­ten im Jahr 2010 schon 1,90 Me­ter zum Sieg in Bühl. Fo­to: Tre­bing

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