Un­rühm­li­ches ver­ges­sen las­sen

Frank­reich und die Ra­che Ir­lands

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SPORT - Avs

Der Auf­trag ist klar: Die un­rühm­li­chen Er­in­ne­run­gen an die „Hand of Frog“sol­len end­lich aus­ra­diert wer­den, ge­plant ist ein ruhm­rei­ches Ka­pi­tel fran­zö­si­scher Fuß­ball-Ge­schich­te. Da­bei denkt der Chef der Equi­pe tri­co­lo­re so­gar schon über das an­ste­hen­de EM-Ach­tel­fi­na­le heu­te (15 Uhr, ZDF) ge­gen Ir­land hin­aus. „Wir nä­hern uns den bes­ten Mann­schaf­ten Eu­ro­pas. Wir ste­hen dicht vor dem Halb­fi­na­le, jetzt müs­sen wir das auch schaf­fen“, sag­te der fran­zö­si­sche Ver­bands­prä­si­dent No­el Le Graet. Vor den Ge­dan­ken an die Zu­kunft stan­den noch ein­mal die Er­in­ne­run­gen an die Ver­gan­gen­heit, die Dis­kus­sio­nen um das le­gen­dä­re Hand­spiel von Thier­ry Hen­ry, das vor sie­ben Jah­ren den Fran­zo­sen den Weg zur WM nach Süd­afri­ka ge­eb­net und gleich­zei­tig den Iren ver­sperrt hat­te. „ Das ist längst Ge­schich­te. Es gibt kei­ne Ra­che im Fuß­ball“, sag­te Trai­ner Di­dier De­schamps ges­tern. Fast wort­gleich äu­ßer­te sich Ka­pi­tän Hu­go Llo­ris. „Ich weiß nicht, ob die Iren wirk­lich Ra­che wol­len. Die Sa­che ist doch schon lan­ge vor­bei“, sag­te der Tor­wart und Spiel­füh­rer. Dass der Skan­dal nie­man­den mehr in­ter­es­siert, ist al­ler­dings nur die hal­be Wahr­heit. Im­mer­hin ste­hen in bei­den Ka­dern noch je­weils fünf Spie­ler, die das Spiel hautnah er­lebt ha­ben – dar­un­ter Llo­ris. Und auch wenn Ir­lands Ab­wehr­spie­ler Ste­phan Ward trotz ei­nes viel­deu­ti­gen Grin­sens be­haup­tet: „Ob ich an Ra­che den­ke? Nein, nie­mals“, stell­te Trai­ner Mar­tin O’Neill klar: „Es gibt kein Pro­blem, mein Team zu mo­ti­vie­ren. Das ist ganz ein­fach.“Die Bel­gi­er sind bei der Fuß­ball-EM im­mer für ein biss­chen Auf­re­gung gut – auch vor dem Ach­tel­fi­na­le ge­gen Un­garn. Ei­nen Tag vor der Abrei­se nach Tou­lou­se sorg­te Rad­ja Na­ing­go­lan für Auf­se­hen, weil sein Trai­ner Marc Wil­mots ge­ste­hen muss­te: „Ja, Rad­ja raucht.“Der Spie­ler mit dem Iro­ke­sen-Haar­schnitt wird sei­nem Las­ter wohl auch vor der Be­geg­nung heu­te (21 Uhr, ZDF) ge­gen Un­garn frö­nen, doch das ist dem sonst so stren­gen

Frank­reich – Ir­land heu­te um 15 Uhr Un­garn – Bel­gi­en heu­te um 21 Uhr

Wil­mots un­ter ei­ner Be­din­gung egal: „Wenn er es braucht, wer­de ich ihn nicht dar­an hin­dern. Wich­tig ist, dass er wei­ter­hin sei­ne Leis­tung auf dem Ra­sen bringt.“Ke­vin De Bruy­ne und Eden Ha­zard, die Be­gab­tes­ten un­ter den vie­len Ta­len­ten, kom­men nur müh­sam in Form. „Na­tür­lich geht es im­mer bes­ser“, sag­te Ha­zard, der von den bel­gi­schen Me­di­en früh kri­ti­siert wur­de. Mit Lob über­häuft wur­den hin­ge­gen un­ga­ri­sche Spie­ler, die vor dem EM eher be­lä­chelt wur­den. Da­zu ge­hört ein Trio, das in der Bun­des­li­ga zu­letzt un­er­wünscht war: Lasz­lo Klein­heis­ler bei Wer­der Bre­men, der in Hof­fen­heim und Han­no­ver nicht mehr er­wünsch­te Adam Sza­lai und Zol­tan Stie­ber (HSV/Nürn­berg). Nun wol­len die Un­garn auch die Bel­gi­er über­ra­schen.

Frank­reichs Stür­mer An­toi­ne Griez­mann und Trai­ner Di­dier De­schamps ha­ben heu­te ei­nen heik­len Geg­ner: Die Iren sind noch sau­er, als ih­nen die Fran­zo­sen mit ei­nem Hand­spiel einst die WM ver­sperr­ten. Fo­to: avs

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