„Die Rin­ger-Li­ga wird kom­men“

Obe­ra­cker und Co ha­ben ehr­gei­zi­ge Plä­ne

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SPORT - Ha­rald Lin­der

Für den 2. Ju­li hat der Deut­sche Rin­ger­bund (DRB) die Ver­ei­ne der ers­ten Bun­des­li­ga zu ei­nem Tref­fen ge­be­ten, um den Stand­punkt des DRB zur von den Ver­ei­nen ge­plan­ten Grün­dung ei­ner Deut­schen Rin­ger-Li­ga (DLR) zu er­läu­tern. Ob die Ver­ei­ne die­sem An­ge­bot Fol­ge leis­ten wer­den, scheint der­zeit noch of­fen zu sein, zu­mal die Ver­ei­ne selbst dort gar nicht ge­hört wer­den sol­len, wie Ralph Obe­ra­cker, der ers­te Vor­sit­zen­de des SV Ger­ma­nia Wein­gar­ten, sagt. „Wir sol­len zwar kom­men, ha­ben aber nichts zu sa­gen. Das wer­den wir uns nicht bie­ten las­sen und des­halb wer­den wir wohl nicht an die­sem Tref­fen teil­neh­men“, so Obe­ra­cker. Die Fron­ten zwi­schen dem Dach­ver­band und den Clubs, die ve­he­ment die Aus­glie­de­rung ih­rer Li­ga und de­ren ei­gen­stän­di­ge Ver­mark­tung for­dern, schei­nen wei­ter ver­här­tet, ob­wohl DRB-Vi­ze­prä­si­dent Die­ter Woz­ni­ak Kom­pro­miss­be­reit­schaft si­gna­li­siert, was ei­ne sol­che Aus­glie­de­rung an­be­langt, „über die man re­den kön­ne“, wie er dem SONN­TAG auf An­fra­ge sag­te. Aber er weist dar­auf hin, „dass dies da­von ab­hängt, was sich die Ver­ei­ne un­ter ei­ner sol­chen Aus­glie­de­rung vor­stel­len“. Ralph Obe­ra­cker weiß dies ziem­lich ge­nau. „Wir wol­len ei­ne ei­ge­ne Li­ga, die sich selbst ver­mark­tet, wie sie es auch in an­de­ren Sport­ar­ten, zum Bei­spiel im Fuß­ball oder im Bas­ket­ball gibt. Für die Ver­ei­ne bie­tet ei­ne sol­che Li­ga ein ganz an­de­res Ver­mark­tungs­po­ten­zi­al, als dies zur­zeit der Fall ist“, sagt Obe­ra­cker und ist fest ent­schlos­sen, zu­sam­men mit sei­nen an­de­ren Kol­le­gen der acht Erst­li­ga-Clubs die­se neue Wett­kampf­klas­se auf den Weg zu brin­gen. „Die Deut­sche Rin­ger-Li­ga (DRL) wird kom­men“, sagt Obe­ra­cker, räumt al­ler­dings ein, dass man in der kom­men­den Sai­son noch ein­mal un­ter dem Dach des DRB an­tre­ten wird, denn in­ner­halb von nur zwei Mo­na­ten sei ei­ne sol­che Aus­glie­de­rung nicht zu schaf­fen. Und so wird wohl das nächs­te Mann­schafts­fi­na­le noch ein­mal un­ter der Re­gie des DRB statt­fin­den. Des­sen Be­schluss, die­ses mit sei­ner hun­dert­pro­zen­ti­gen Toch­ter „DRB Ser­vice Gm­bH“ei­gen­stän­dig aus­zu­rich­ten und da­bei auch die Ein­nah­men selbst zu ver­bu­chen, war der Aus­lö­ser des Streits zwi­schen dem DRB und den Erst­li­ga-Ver­ei­nen. Statt ei­nes Hin- und Rück­kamp­fes soll es nur noch ei­nen Fi­nal­kampf in Aschaffenburg ge­ben, was spe­zi­ell für die über­wie­gend re­gio­na­len Spon­so­ren der Ver­ei­ne un­in­ter­es­sant wä­re. Doch der Streit um die ei­gen­stän­di­ge Li­ga schwelt schon län­ger und spä­tes­tens zum Ja­nu­ar kom­men­den Jah­res soll die Deut­sche Rin­ger-Li­ga auch die neue sport­li­che Hei­mat der Top-Ver­ei­ne im deut­schen Rin­ger­bund sein. Da­von ist Wein­gar­tens Rin­ger­chef Ralph Obe­ra­cker je­den­falls in­zwi­schen fest über­zeugt.

Die Erst­li­gis­ten wol­len sich vom DRB tren­nen

Pro­mi­nen­ter Neu­zu­gang: Frank Stäb­ler (rechts), Welt­meis­ter von 2015, geht in der kom­men­den Sai­son für den SV Ger­ma­nia Wein­gar­ten in der Bun­des­li­ga auf die Mat­te. Fo­to: GES/Prang

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.