„Mei­len­stein“für das In­door Mee­ting

Karls­ru­her Ge­mein­de­rat gibt grü­nes Licht für ge­kürz­te Zu­schüs­se zum Leicht­ath­le­tik-Event

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SPORT - Pe­ter Tre­bing

Mar­tin Wa­cker spricht von ei­nem „Mei­len­stein“, wenn er von der Ent­schei­dung des Karls­ru­her Ge­mein­de­ra­tes vom ver­gan­ge­nen Di­ens­tag spricht, das In­door Mee­ting auch in den kom­men­den zwei Jah­ren zu un­ter­stüt­zen, wenn die Ver­an­stal­ter des Leicht­ath­le­tik-Events ei­ne Be­din­gung er­fül­len: Sie müs­sen, unabhängig von den be­reits er­le­dig­ten „Haus­auf­ga­ben“, noch 200000 Euro zu den Kos­ten für die In­fra­struk­tur bei­steu­ern. Den er­for­der­li­chen Zu­schuss­be­trag von rund 550000 Euro, der 2017 für die In­fra­struk­tur in der Mes­se­hal­le nö­tig ist, hat der Ge­mein­de­rat sei­ner­seits auf 350 000 Euro li­mi­tiert – die Dif­fe­renz muss vom Ver­an­stal­ter be­schafft wer­den. „Mach­bar“, fin­det Wa­cker, der Ge­schäfts­füh­rer der Karls­ru­her Event Gm­bH (KEG), der aber fin­det, dass ein Aspekt der­zeit ein we­nig zu kurz kommt in der Dis­kus­si­on um die Not­wen­dig­keit der Ver­an­stal­tung, die zwei­fel­los im in­ter­na­tio­na­len Ver­gleich mit an­de­ren Events die­ser Art ei­nen enorm ho­hen Stel­len­wert hat. Da­zu ge­hört auch die Zu­ge­hö­rig­keit zur World In­door Tour des Leicht­ath­le­ti­kWelt­ver­ban­des IAAF. Wa­cker: „Mo­men­tan geht ein we­nig un­ter, dass wir be­reits ei­ne Vor­leis­tung er­bracht ha­ben, denn schon vor der Ent­schei­dung des Ge­mein­de­ra­tes stand fest, dass wir bei den Kos­ten für die In­fra­struk­tur ei­nen Be­trag von rund 250 000 Euro ein­ge­spart ha­ben.“Kon­kret geht es dar­um, dass die KEG in Ver­hand­lun­gen mit vie­len Part­nern be­reits die Auf­wen­dun­gen, die nichts mit dem „Kern­mee­ting“(Wa­cker) zu tun ha­ben, von bis­lang rund 800 000 Euro auf 550 000 Euro her­un­ter­schrau­ben konn­te. In die­sem Be­reich ist man wohl auch am Li­mit an­ge­kom­men, jetzt muss in den kom­men­den Mo­na­ten die Ein­nah­me­si­tua­ti­on ver­bes­sert wer­den, um die ein­ge­for­der­te Sum­me von 200 000 Euro zu­sam­men­zu­brin­gen. Ei­ne Auf­ga­be, die Mar­tin Wa­cker op­ti­mis­tisch an­geht. „Das Mee­ting war schon zwei­mal kli­nisch tot. Erst­mals nach der Sper­rung der Eu­ro­pa­hal­le we­gen der Brand­schutz­män­gel. Und zum zwei­ten Mal, als im Ge­mein­de­rat die Strei­chung der Zu­schüs­se dis­ku­tiert wur­de. Aber jetzt ha­ben wir zu­nächst ein­mal die Zu­sa­ge vom Ge­mein­de­rat – auf die­ser Ba­sis kön­nen wir uns jetzt um neue Geld­quel­len küm­mern“, gibt sich Wa­cker be­tont kämp­fe­risch. Denn: „Jam­mern bringt nichts, wir müs­sen es ein­fach an­pa­cken. Ich bin mit viel De­mut in die Ge­mein­de­rats­sit­zung ge­gan­gen, denn schließ­lich müs­sen al­le spa­ren. Doch jetzt kann un­ser In­fra­struk­tur-Ret­tungs­pro­gramm be­gin­nen, wir müs­sen den Ver­trau­ens­vor­schuss recht­fer­ti­gen.“Die Mes­se­hal­le 2 hat kei­ne Toi­let­ten, kei­ne Du­schen und auch kei­ne Tri­bü­ne – al­les Din­ge, die für das In­door-Mee­ting or­ga­ni­siert wer­den müs­sen und nicht bil­lig sind. Al­lei­ne die Kos­ten für den Auf- und Ab­bau der Tri­bü­ne und die da­für fäl­lig Mie­te lie­gen bei et­wa 150 000 Euro. Um die zu stem­men, schwebt Wa­cker vor, Tri­bü­nen­ab­schnit­te an För­de­rer und Freun­de des Mee­tings zu „ver­kau­fen“. Pro Ab­schnitt, die Mar­tin Wa­cker „Baustei­ne“nennt, sol­len 5 000 Euro in die Kas­se flie­ßen. Zehn Zu­sa­gen ha­be er schon jetzt, be­tont der KEG-Ge­schäfts­füh­rer, wei­te­re sol­len fol­gen. Und im Spon­so­ring-Be­reich müs­se man „nach­sat­teln“, um auch dort die Ein­nah­me­si­tua­ti­on si­gni­fi­kant zu ver­bes­sern. Den Kopf in den Sand zu ste­cken, das ist für Wa­cker und sei­ne Mit­strei­ter je­den­falls kei­ne Op­ti­on. Das ei­gent­lich Mee­ting, al­so der rein sport­li­che Be­reich, wird auch 2017 mit 207000 Euro kal­ku­liert, die von der Stadt Karls­ru­he kom­men. „Ex­plo­diert“sind die Kos­ten aber durch den nö­tig ge­wor­de­nen Um­zug in die Mes­se, denn in der Eu­ro­pa­hal­le exis­tier­te schließ­lich die nö­ti­ge In­fra­struk­tur. Mar­tin Wa­cker: „Für die­se Si­tua­ti­on sind wir na­tür­lich nicht ver­ant­wort­lich, doch wir müs­sen sie meis­tern. Und das wer­den wir auch schaf­fen. Wir sind Kämp­fer, das Mee­ting wird wei­ter­le­ben.“

Op­ti­mis­mus bei der KEG nach der Ent­schei­dung

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