Al­le We­ge füh­ren aus Rom her­aus

Im Um­land fin­den sich nicht we­ni­ge hoch­ka­rä­ti­ge Se­hens­wür­dig­kei­ten

Der Sonntag (Mittelbaden) - - REISE & URLAUB -

Wer ein­mal in Rom war, möch­te im­mer wie­der kom­men. Ge­schichts­träch­ti­ge Bau­ten, schö­nes Wet­ter und wun­der­ba­res Es­sen – kein Wun­der, dass die Stadt im Städ­te­rei­sen-Ran­king re­gel­mä­ßig un­ter den Fa­vo­ri­ten lan­det. Wer all dies aus­gie­big ge­nos­sen hat, kann sich min­des­tens ge­nau­so auf das er­leb­nis­rei­che rö­mi­sche Um­land freu­en.

Auf päpst­li­chen Spu­ren

Wenn selbst der Papst hier Ru­he, Küh­le und Er­ho­lung fin­det, muss wohl et­was Be­son­de­res an dem klei­nen Ort süd­öst­lich von Rom sein. Die küh­le Bri­se vom Al­ba­ner See trägt in den hei­ßen rö­mi­schen Som­mern si­cher­lich zur At­trak­ti­vi­tät bei. Cas­tel Gan­dol­fo zählt mit sei­ner his­to­ri­schen Alt­stadt zu den schöns­ten Dör­fern Ita­li­ens. In kopf­st­ein­ge­pflas­ter­ten Gas­sen zie­hen äl­te­re Da­men ge­mäch­lich ih­re Ein­kaufs­wa­gen hin­ter sich her, Ar­bei­ter es­sen in der Bar ein Bröt­chen mit Por­chet­ta, der lo­ka­len Spe­zia­li­tät, die aus wür­zig ge­füll­tem Schwei­ne­bra­ten be­steht, Kin­der spie­len Fan­gen auf der Stra­ße. Über all die­sem ir­di­schen Trei­ben thront der Paps­tPa­last, das his­to­ri­sche Cas­tel Gan­dol­fo. Seit dem 1. März 2014 kön­nen In­ter­es­sier­te durch den Bar­ber­i­ni-Gar­ten wan­deln und Schön­hei­ten wie den Ma­gno­li­en­gar­ten, Ro­sen­weg oder den Bel­ve­de­re­gar­ten be­wun­dern. Be­sich­ti­gun­gen müs­sen auf der In­ter­net-Sei­te des Va­ti­kans an­ge­mel­det wer­den und sind nur mit Füh­rer mög­lich.

An­ti­ke Spu­ren in Os­tia An­ti­ca

Die Ha­fen­stadt Os­tia An­ti­ca gilt als ers­te Ko­lo­nie Roms und war mit 50 000 Ein­woh­nern ei­ner der wich­tigs­ten Wa­ren­um­schlag­plät­ze und Han­delsor­te der Haupt­stadt. Heu­te er­rei­chen stadt­mü­de Be­su­cher die eins­ti­ge Ha­fen­stadt zwi­schen Meer und Ti­ber­mün­dung mit dem Zug in 30 Mi­nu­ten vom rö­mi­schen Bahn­hof San Pao­lo. Wo frü­her Öl, Fisch und Wa­ren aus den rö­mi­schen Ko­lo­ni­en an­ge­lie­fert wur­den, kön­nen Be­su­cher nun ge­müt­lich über die al­ten Pflas­ter­stei­ne wan­deln, zwi­schen de­nen das Gras sprießt, und sich an Mo­sai­ken, Sta­tu­en und der Pracht ver­gan­ge­ner Ta­ge er­freu­en. Be­son­ders be­ein­dru­ckend ist das über vie­le Stu­fen zu er­rei­chen­de Ca­pi­to­li­um. Es galt als der wich­tigs­te Tem­pel in Os­tia und war den Göt­tern Mi­ner­va, Ju­no und Ju­pi­ter ge­weiht. Dass ne­ben all dem Han­del der Spaß nicht zu kurz kam, be­zeugt das auch heu­te noch sehr gut er­hal­te­ne Thea­ter, ei­ne klei­ne Schwes­ter des rö­mi­schen Ko­los­se­ums. Dass die Os­ti­en­ser be­geis­ter­te des heu­ti­gen Well­nes­s­trends wa­ren, be­wei­sen die vie­len Ther­men, in de­nen be­son­ders gro­ße und gut er­hal­te­ne Bo­den­mo­sai­ken zu be­wun­dern sind.

Vil­la D’Es­te in Ti­vo­li

Das klei­ne Ti­vo­li mit sei­nen rund 56000 Ein­woh­nern wur­de be­reits in An­ti­ke und Re­nais­sance von den Rei­chen und Schö­nen als Som­mer­fri­sche aus­er­ko­ren und das aus gu­tem Grund. Denn von dort kommt nicht nur der leich­te rö­mi­sche Weiß­wein, der Fras­ca­ti, an hei­ßen Ta­gen weht auch ei­ne an­ge­nehm küh­le Bri­se. Gleich zwei his­to­ri­sche Vil­len­kom­ple­xe be­fin­den sich in der öst­lich von Rom ge­le­ge­nen Stadt: die Vil­la Adria­na, die Ha­dri­ans­vi­la, und die Vil­la D’Es­te. Vom ehe­ma­li­gen Al­ters­sitz des Kai­sers Ha­dri­an sind heu­te le­dig­lich ein­drucks­vol­le Rui­nen zu se­hen. Die aus der Re­nais­sance­zeit stam­men­de Vil­la D’Es­te hin­ge­gen wur­de auf­wän­dig re­stauVor­rei­ter riert und ist auch im In­ne­ren zu be­sich­ti­gen. Noch ein­drucks­vol­ler als die ei­gent­li­che Vil­la sind die Was­ser­spie­le im da­zu­ge­hö­ri­gen Park, der den ge­sam­ten Hang un­ter­halb des Ge­bäu­des ein­nimmt. Grot­ten und Höh­len zwi­schen den Ter­ras­sen gibt es eben­so zu be­stau­nen wie Sta­tu­en und St­ein­or­na­men­te. Ein­zig­ar­tig ist die Al­lee der hun­dert Brun­nen und der Nep­tun- bzw. Or­gel­brun­nen. Bei­de Vil­len zäh­len üb­ri­gens zum Unesco-Welt­kul­tur­er­be.

Wich­ti­ger Wa­ren­um­schlag­platz: Die Ha­fen­stadt Os­tia An­ti­ca gilt als ers­te Ko­lo­nie Roms. Die Rui­nen sind per Zug in 30 Mi­nu­ten vom rö­mi­schen Bahn­hof San Pao­lo zu er­rei­chen. Fo­to: srt

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