Sonn­tags-Cock­tail

Der Sonntag (Mittelbaden) - - WETTER - Avs

Un­ter die Kri­mi-Au­to­ren ge­gan­gen ist Hei­de Si­mo­nis: Deutsch­lands ers­te Mi­nis­ter­prä­si­den­tin Hei­de Si­mo­nis (72), de­ren Kar­rie­re in Kiel durch den „Hei­de-Mör­der“ab­rupt be­en­det wur­de, hat ei­nen Kri­mi­nal­ro­man ver­öf­fent­licht. „Die Idee zu ei­nem Kri­mi hat­te ich schon gleich nach mei­ner ge­schei­ter­ten Wie­der­wahl“, sag­te die 72-Jäh­ri­ge Ex-Mi­nis­ter­prä­si­den­tin den „Kie­ler Nach­rich­ten“. In ih­rem Schles­wig-Hol­stein-Kri­mi „He­rings­ta­ge“kom­men in we­ni­ger als 24 St­un­den drei Frau­en ums Le­ben. Die Ge­schich­te spielt im idyl­li­schen Kap­peln an der Sch­lei und nicht in ih­rem Wohn­ort Kiel: „Die Ge­fahr ist zu groß, dass man die Fi­gu­ren mit rea­len Per­so­nen be­setzt.“Si­mo­nis sag­te, sie selbst le­se am liebs­ten Kri­mis von Don­na Le­on. Die So­zi­al­de­mo­kra­tin re­gier­te Schles­wig-Hol­stein von 1993 bis 2005. Weil je­mand aus den ei­ge­nen Rei­hen – ein als „Hei­de-Mör­der“be­kannt ge­wor­de­ner Ab­weich­ler – ihr vier­mal das Ja ver­wehr­te, schei­ter­te am 17. März 2005 ih­re Wie­der­wahl.

Cin­dy aus Mar­zahn will jetzt Wä­sche wa­schen. Nach­dem sich die Ko­mi­ke­rin Il­ka Bes­sin (44) ja schon von ih­rer Kunst­fi­gur Cin­dy aus Mar­zahn ver­ab­schie­det hat, mel­det sich jetzt auch Cin­dy zu Wort: „Ja, ich wer­de mei­ne Kro­ne und den Jog­ging­an­zug an den Ha­ken hän­gen und ge­hen“, schrieb sie im Ber­li­ner Duk­tus auf Face­book. „Ick bin jetzt seit zehn Jah­ren un­ter­wegs und ick mer­ke, dass ick in der Zeit ein paar Sa­chen ver­nach­läs­sigt ha­be, um die ick mich mal küm­mern muss ... Wä­sche wa­schen, der Gar­ten, En­ri­co, mei­ne Woh­nung muss och je­ma­l­ert wer­den, etc.“Es fal­le ihr nicht leicht – aber sie wis­se, „dass wir uns ir­gend­wann mal wie­der­se­hen“. Cin­dy schließt mit den Wor­ten: „Das Le­ben ist schön – von ein­fach war nie die Re­de. Al­let Lie­be, Eu­re Prin­zes­sin“. Ih­ren letz­ten Auf­tritt als schwer­ge­wich­ti­ge Lang­zeit­ar­beits­lo­se ha­be sie be­reits An­fang Ju­ni ge­habt, sag­te Bes­sin dem Nach­rich­ten­ma­ga­zin „Der Spie­gel“. Bess­ins Er­klä­rung: „Man darf so ei­ne Fi­gur nicht tot­spie­len.“

Schau­spie­ler Ar­min Mu­el­ler-Stahl wä­re gern Di­ri­gent ge­wor­den. Er hal­te das nach wie vor für ei­nen „un­glaub­lich at­trak­ti­ven Be­ruf“, sag­te der 85-Jäh­ri­ge der „Süd­deut­schen Zei­tung“. „Ich bil­de mir ein: Ich wä­re als Di­ri­gent so gut ge­wor­den wie als Schau­spie­ler. Weil ich mer­ke, wie ich hö­re, wie ich Din­ge auf­neh­me. Der Vor­teil ist: Sie sind an kei­ne Spra­che ge­bun­den. Sie wer­den über­all ver­stan­den.“Al­ler­dings ge­be es vie­le Hoch­stap­ler. Sie hät­ten we­der die Mu­sik kom­po­niert, noch hät­ten sie ge­spielt, und tä­ten so, als ob sie die Schöp­fer von al­lem wä­ren. „Was sie nicht sind“, sag­te Mu­el­ler-Stahl („Die Manns – Ein Jahr­hun­der­tro­man“).

Die Schrift­stel­le­rin Don­na Le­on ist nicht mehr so häu­fig in Ve­ne­dig. Die Stadt, in der die Kri­mis der 73-Jäh­ri­gen spie­len, ha­be sich nur zum Schlech­ten ent­wi­ckelt, sag­te die ame­ri­ka­ni­sche Au­to­rin („Com­mis­sa­rio Bru­n­et­ti“) der „Süd­deut­schen Zei­tung“. Kri­ti­ker schimpf­ten vor al­lem auf die Kreuz­fahrt­schif­fe, das viel grö­ße­re Pro­blem sei aber ei­ne On­li­neVer­miet­platt­form. Sie le­be in­zwi­schen haupt­säch­lich in der Schweiz und kom­me nur ein­mal im Mo­nat in die Stadt. „Aber ganz oh­ne Ve­ne­dig geht es auch nicht, ich muss an­we­send sein, sonst ver­lie­re ich mei­ne Glaub­wür­dig­keit“, sag­te Don­na Le­on.

Die Lie­be Don­na Le­ons zu Ve­ne­dig ist ganz schön ab­ge­kühlt. Fo­to: avs

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