Küb­ler will un­be­dingt weg

Bun­des­li­gist Schal­ke 04 lockt das KSC-Ta­lent mit ei­nem Pro­fi­ver­trag

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SPORTS - Ha­rald Lin­der

Jan­nis Küb­ler gilt als ei­nes der größ­ten Ta­len­te, die der Karls­ru­her SC in den letz­ten Jah­ren her­vor­ge­bracht hat. Doch Küb­ler will den KSC un­be­dingt ver­las­sen und zum FC Schal­ke 04, wo ein Pro­fi­ver­trag auf ihn war­tet. KSC-Sport­di­rek­tor Jens Todt be­stä­tigt zwar, dass Schal­ke we­gen ei­ner Frei­ga­be des Ju­nio­ren­na­tio­nal­spie­lers nach­ge­sucht hat, macht al­ler­dings klar, „dass ich sei­ner­zeit schon Horst Heldt und jetzt auch Chris­ti­an Hei­del klipp und klar ge­sagt ha­be, dass wir Jan­nis nicht frei­ge­ben wer­den. Er hat bei uns 2014 ei­nen För­der­ver­trag bis 2017 plus ein wei­te­res Jahr er­hal­ten, der bis 2018 gilt. Jan­nis wird hier blei­ben“, so Todt. Doch das scheint so klar noch nicht zu sein, denn der 17-Jäh­ri­ge will auf je­den Fall weg, wie sein Va­ter Frank sagt. Der kri­ti­siert, dass man sei­ner Mei­nung nach von KSC-Sei­te „zu we­nig ge­tan“ha­be, „um Jan­nis zu über­zeu­gen, dass man ihn un­be­dingt hal­ten will“. So ha­be man Mit­te März ver­ein­bart, sich im April, wenn ab­zu­se­hen sei, wie sich der Kampf der U -19 um den Klas­sen­ver­bleib in der Ju­nio­ren-Bun­des­li­ga ent­wi­ckelt, zu Ge­sprä­chen zu­sam­men­set­zen wol­le. Das sei aber nie pas­siert. Über­haupt wa­ren die sport­li­chen Pro­ble­me der U-19 der Grund da­für, dass Küb­ler, der durch sei­ne Über­sicht und Pass­ge­nau­ig­keit be­sticht, über­haupt ei­nen Ver­eins­wech­sel ins Au­ge ge­fasst hat­te. Im Fall ei­nes Ab­stiegs hät­te er den Karls­ru­her SC näm­lich ver­las­sen kön­nen. „Wir ha­ben uns des­halb na­tür­lich um­ge­schaut und es gab auch ent­spre­chen­de An­ge­bo­te“, sagt Küb­ler-Be­ra­ter Die­ter Mein­hold. In­ter­es­sen­ten wa­ren bei­spiels­wei­se Bo­rus­sia Mön­chen­glad­bach, RB Leip­zig und selbst der FC Bay­ern hat­te Jan­nis Küb­ler auf dem „Schirm“. Der al­ler­dings ist auf den FC Schal­ke 04 fi­xiert, wo er für sich die bes­ten Mög­lich­kei­ten für sei­ne fuß­bal­le­ri­sche Ent­wick­lung sieht. Dass die Karls­ru­her U -19-Equi­pe, in die ihn Lu­kas Kwas­ni­ok aus der U -17 ge­holt hat­te, am En­de doch den Klas­sen­ver­bleib schaff­te, än­der­te an Küb­lers Wech­sel­wunsch nichts mehr. Dass auch das KSC-An­ge­bot aus dem Ok­to­ber 2016 für ei­nen Pro­fi­ver­trag weit un- ter dem lag, was an­de­re in­ter­es­sier­te Ver­ei­ne ge­bo­ten hat­ten, dürf­te auch Grund da­für ge­we­sen sein, dass Küb­ler weg möch­te. Der Kar­ren scheint ver­fah­ren. Der KSC will sein „Ju­wel“nicht zie­hen las­sen und pocht auf Ver­trags­er­fül­lung bis 2018. Al­ler­dings könn­te es sein, dass Küb­ler spä­tes­tens im kom­men­den Jahr den KSC ab­lö­se­frei, be­zie­hungs­wei­se nur für die fest­ge­leg­te Aus­bil­dungs­ent­schä­di­gung, ver­las­sen kann. Denn laut Ver­bands­recht sind Ver­trä­ge mit Ju­gend­spie­lern, die län­ger als drei Jah­re lau­fen, nicht zu­läs­sig. Ob Küb­ler dann den Weg ei­ner Ver­bands­kla­ge ge­hen wird, muss sich zei­gen. Es wä­re ein Prä­ze­denz­fall, denn bis­lang wur­de ei­ne sol­che Kla­ge noch nie ein­ge­reicht. Die Fa­mi­lie Küb­ler und Be­ra­ter Mein­hold wol­len dies ei­gent­lich ver­mei­den und sich mit dem KSC güt­lich ei­ni­gen. Für Jan­nis Küb­ler be­deu­tet dies, dass man ihn für ei­ne nicht be­son­ders üp­pi­ge Ab­lö­se­sum­me nach Schal­ke zie­hen lässt, wo er am 10. Ju­li das Trai­ning auf­neh­men könn­te. Für den KSC kommt dies nicht in Fra­ge. „Wir ge­ben Jan­nis nicht frei. Wir wol­len ihn hier be­hal­ten“, be­kräf­tig­te Todt ge­gen­über dem SONNTAG den Stand­punkt des Ver­eins.

Sport­di­rek­tor Todt: Wir ge­ben Jan­nis nicht frei

Auf ei­nen Wech­sel zu Schal­ke 04 fi­xiert: Jan­nis Küb­ler will den KSC ver­las­sen. Fo­to: GES/Hurst

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