Re­gen-Cha­os in Wim­ble­don

Im­mer wie­der Un­ter­bre­chun­gen

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SPORTS - Kris­ti­na Puck

An­ge­li­que Ker­ber hat im Re­gen-Cha­os von Wim­ble­don ih­re nord­deut­sche Kol­le­gin Ca­ri­na Witt­höft be­siegt und kämpft um den Ein­zug in das Vier­tel­fi­na­le. In ei­ner gut­klas­si­gen Dritt­run­den-Par­tie hat­te die deut­sche Num­mer eins ges­tern im ers­ten Durch­gang vier Satz­bäl­le ge­gen sich, rang die 21-jäh­ri­ge Witt­höft aber noch 7:6 (13:11), 6:1 nie­der. Im Ach­tel­fi­na­le trifft Ker­ber nun auf Mi­sa­ki Doi. Die Ja­pa­ne­rin ver­hin­der­te mit dem 7:6 (7:1), 6:3 ge­gen An­na-Le­na Fried­sam ein wei­te­res deut­sches Du­ell beim be­rühm­tes­ten Ten­nis-Tur­nier der Welt. Ein Ge­dulds­spiel über zwei Ta­ge und fünf Sät­ze über­stand Su­per­ta­lent Alex­an­der Zverev. Ges­tern ge­gen 15 Uhr Orts­zeit be­trat der jun­ge Ham­bur­ger zum ins­ge­samt fünf­ten Mal den Platz für sein Zweit­run­den-Match ge­gen den ehe­ma­li­gen Top-Ten-Spie­ler Mich­ail Ju­sch­ni aus Russ­land. Nach dann nur noch sechs Ball­wech­seln fei­er­te der 19-Jäh­ri­ge schließ­lich ei­nen 6:4, 3:6, 6:0, 4:6, 6:2Er­folg. „Na­tür­lich ist es nicht schön, am Sams­tag noch die zwei­te Run­de spie­len zu müs­sen. Das ist schwie­rig“, sag­te der 19-Jäh­ri­ge. Als ein­zi­ger Deut­scher steht Zverev nun in der drit­ten Run­de. Dort be­kommt der Nord­deut­sche heu­te nun die Chan­ce auf ei­ne Da­vis-Cup-Re­van­che ge­gen To­mas Ber­dych aus Tsche­chi­en. An­fang März fei­er­te Zverev ge­gen den Spit­zen­spie­ler ein be­geis­tern­des De­büt für die deut­sche Ten­nis-Na­tio­nal­mann­schaft – aber oh­ne Hap­py End. Auch in Mar­seil­le in die­sem Jahr ging der Sieg knapp an Ber­dych. Der Ham­bur­ger zeig­te Ver­ständ­nis da­für, dass die Or­ga­ni­sa­to­ren erst­mals seit 2004 und erst zum vier­ten Mal in der 139-jäh­ri­gen Ge­schich­te wie­der am nor­ma­ler­wei­se spiel­frei­en mitt­le­ren Sonntag der zwei­wö­chi­gen Grand-SlamVer­an­stal­tung wie­der Mat­ches an­set­zen. „Sie müs­sen die Mat­ches ir­gend­wie durch­krie­gen“, sag­te er. Bei den French Open in Pa­ris war eben­so wie in Wim­ble­don vor ei­nem Jahr kein deut­scher Na­me mehr auf dem Ta­bleau im Ach­tel­fi­na­le zu fin­den. Heu­te hat auch noch Fed-Cup-Spie­le­rin Beck im Dritt­run­denMatch ge­gen die Ti­tel­ver­tei­di­ge­rin und Welt­rang­lis­ten-Ers­te Se­re­na Wil­li­ams, die Chan­ce in die Run­de der bes­ten 16 Spie­le­rin­nen ein­zu­zie­hen. Ker­ber muss erst mor­gen wie­der in Wim­ble­don ran. Auf Koi traf sie auch bei ih­rem gran­dio­sen Lauf in Mel­bourne. In der ers­ten Run­de stand sie ge­gen die 25-Jäh­ri­ge kurz vor dem Aus, ehe sie dann den Aus­tra­li­an-OpenT­ri­umph fei­er­te. Im zwei­ten Satz wehr­te die Nord­deut­sche vor gut fünf Mo­na­ten ei­nen Match­ball ab. Auch weil sie als ers­te Deut­sche seit St­ef­fi Graf 1999 ei­nen Grand-SlamTi­tel hol­te, gilt Ker­ber beim tra­di­ti­ons­rei­chen Ra­sen-Tur­nier im Süd­wes­ten Lon­dons als ei­ne Fa­vo­ri­tin. „Ich füh­le mich ge­ra­de sehr gut wie in Aus­tra­li­en. Ich weiß, wie man ein sol­ches Tur­nier ge­winnt“, sag­te die Kie­le­rin. Ge­gen Witt­höft ver­wan­del­te die Wim­ble­don-Halb­fi­na­lis­tin von 2012 nach ins­ge­samt 1:37 St­un­den ih­ren ers­ten Match­ball. Wie­der ein­mal hat­te der Re­gen den Ablauf ge­stört. Beim 2:0 für Ker­ber im zwei­ten Satz schick­ten die Or­ga­ni­sa­to­ren die Pro­fis für gut zwei St­un­den in die Ka­bi­ne, bei 4:1 noch ein wei­te­res Mal nur für we­ni­ge Mi­nu­ten. Ei­gent­lich war die Par­tie von Ker­ber schon für den Frei­tag an­ge­setzt. „Es war nicht so leicht. Ges­tern wur­de das Spiel spät ab­ge­sagt und der Spiel­plan für heu­te kam sehr spät“, sag­te Ker­ber. Vor ei­nem Jahr hat­te Ker­ber der jun­gen Nord­deut­schen am glei­chen Ort mit 6:0, 6:0 die Ten­nis-Höchst­stra­fe ver­passt.

Ker­ber und Zverev sind in der nächs­ten Run­de

Nach Pro­ble­men im ers­ten Satz konn­te sich An­ge­li­que Ker­ber am En­de noch re­la­tiv si­cher ge­gen Ca­ri­na Witt­höft durch­set­zen und trifft in der nächs­ten Run­de auf die Ja­pa­ne­rin Mi­sa­ki Doi. Fo­to: avs

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