Wil­mots lässt Zu­kunft of­fen

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Erste Seite - Ul­ri­ke John und Nils Bas­tek

Na­tio­nal­trai­ner Marc Wil­mots hat nach dem Aus der bel­gi­schen Fuß­bal­ler im EM-Vier­tel­fi­na­le sei­ne Zu­kunft of­fen ge­las­sen. „Ich wer­de mei­ne Ent­schei­dung nicht so­fort tref­fen. Ich will al­les ana­ly­sie­ren. Ich brau­che Zeit, um dar­über nach­zu­den­ken“, sag­te der 47-Jäh­ri­ge nach dem 1:3 ge­gen Wa­les.

Über Marc Wil­mots brach die Kri­tik her­ein wie kurz zu­vor die lei­den­schaft­li­chen Wa­li­ser über die tor­keln­de Ab­wehr von Bel­gi­en. Un­mit­tel­bar nach dem 1:3 (1:1) im Vier­tel­fi­na­le der Fuß­ball-EM ge­gen Neu­ling Wa­les muss­te der Trai­ner die ers­te Fra­ge nach sei­nem Rück­tritt be­ant­wor­ten. „Ich wer­de mei­ne Ent­schei­dung nach der Eu­ro­pa­meis­ter­schaft tref­fen, nicht jetzt di­rekt nach dem Spiel. Da­für fließt jetzt noch zu viel Ad­re­na­lin“, sag­te der tief ent­täusch­te und sicht­lich an­ge­schla­ge­ne Schal­ker Ex-Pro­fi. Dass die Spie­ler sich nach die­sem bit­te­ren Frei­tag­abend vor Wil­mots stell­ten, das konn­te man wahr­lich nicht be­haup­ten. Wie schon nach der 0:2-Auf­takt­nie­der­la­ge ge­gen Ita­li­en („Tak­tisch de­klas­siert“) schwang sich Thi­baut Cour­tois zum Wort­füh­rer der Auf­stän­di­schen auf. „Wir hat­ten die glei­che tak­ti­sche Auf­stel­lung wie ge­gen Ita­li­en – und wie­der hat es nicht funk­tio­niert“, wet­ter­te der Tor­hü­ter vom FC Chel­sea. Ob Wil­mots geht? „Das müs­sen Sie ihn selbst fra­gen“, mein­te er und klag­te: „So ei­ne Chan­ce be­kom­men wir nie wie­der.“Das Team der Hoch­be­gab­ten um Ka­pi­tän Eden Ha­zard, der Ge­heim­fa­vo­rit, der nach der Vor­run­de längst viel mehr war, die noch im­mer ti­tel­lo­se Ge­ne­ra­ti­on, sie muss nach Hau­se fah­ren. Da­bei hat­te Rad­ja Na­ing­go­lan (13.) die Bel­gi­er in Füh­rung ge­bracht. Dann aber brach die per­so­nell ge­schwäch­te De­fen­si­ve der „Ro­ten Teu­fel“zu­sam­men. In der Hei­mat ist der Stab über Wil­mots be­reits ge­bro­chen. „Die EM ist für die Teu­fel ein Rein­fall: Wil­mots muss ge­hen!“, schrieb „La Der­niè­re Heu­re“. Der 47 Jah­re al­te Chef­coach hat­te sich schon wäh­rend des gan­zen Tur­niers mit vie­len Me­di­en­ver­tre­tern be­harkt. Nur nach dem glanz­vol­len 4:0 ge­gen Un­garn im Ach­tel­fi­na­le war es im Um­feld des EM-Zwei­ten von 1980 für ein paar Ta­ge ru­hig. Die Ta­ges­zei­tung „La Lib­re“ti­tel­te: „Das Aben­teu­er der Teu­fel fin­det ge­gen die Wa­li­ser ein En­de. Ist das Schick­sal von Wil­mots be­sie­gelt?“„Sud­in­fo.be“sprach von ei­ner „Lek­ti­on in Ef­fi­zi­enz“. „Het Laats­te Nieuws“schrieb: „Was für ein Ab­gang! Wa­les lässt den bel­gi­schen Traum plat­zen. Adieu, Wil­mots?“„Stand heu­te will ich nicht zu­rück­tre­ten“, sagt Wil­mots. Der 70-ma­li­ge Na­tio­nal­spie­ler wei­ter: „Ich bin kein Ma­gier. Wir ha­ben Feh­ler ge­macht, die wir nicht hät­ten ma­chen müs­sen.“

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