„Viel Zeit“

Fra­gen und Ant­wor­ten zur Ge­fäng­nis­seel­sor­ge

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Die Region - www.jva-karls­ru­he.de SO

In der Jus­tiz­voll­zugs­an­stalt (JVA) Karls­ru­he sit­zen vor al­lem er­wach­se­ne, aus­schließ­lich männ­li­che Ge­fan­ge­ne ein, bei de­nen Un­ter­su­chungs­haft an­ge­ord­net wur­de. Die De­lik­te, die ih­nen vor­ge­wor­fen wer­den, rei­chen von Dieb­stahl über Ver­stö­ße ge­gen das Be­täu­bungs­mit­tel­ge­setz bis hin zu Mord und Tot­schlag. Die Zeit der U-Haft ist für Ge­fan­ge­ne und Fa­mi­li­en in­so­fern sehr schwer, da man nicht weiß, was auf ei­nen zu­kommt.

War­um Ge­fäng­nis­seel­sor­ge?

Der evan­ge­li­sche Ge­fäng­nis­seel­sor­ger Karl­Heinz Düm­mig sagt: „Straf­fäl­lig ge­wor­de­ne Men­schen ha­ben im Ge­fäng­nis viel Zeit zum Nach­den­ken. Fra­gen nach dem Sinn des Le­bens, nach Ver­ge­bung durch Men­schen und durch Gott, nach dem, was trägt im Le­ben, wer­den ge­stellt. Die Ge­fäng­nis­seel­sor­ge bie­tet durch das Zeug­nis­ver­wei­ge­rungs­recht (Beicht­ge­heim­nis) ei­nen Schutz­raum, um of­fen über al­les spre­chen zu kön­nen. Ger­ne und häu­fig wird dies von den Ge­fan­ge­nen an­ge­nom­men.“

Was ge­schieht mit Spen­den?

Der ka­tho­li­sche Ge­fäng­nis­seel­sor­ger Micha­el Drescher er­läu­tert: “Wir sind sehr dank­bar, wenn wir ei­ne Spen­de be­kom­men. Nur so kön­nen wir den Chor­lei­ter be­zah­len und den Ge­fan­ge­nen an Weih­nach­ten ein Päck­chen mit Obst, Leb­ku­chen und Kaf­fee brin­gen. Wenn die Fa­mi­lie ei­nes In­haf­tier­ten kein Geld hat, um zum Be­such in die JVA nach Karls­ru­he zu fah­ren, dann un­ter­stüt­zen wir sie, da­mit die Kin­der den Kon­takt zum Va­ter nicht ver­lie­ren“.

Fo­tos: pri­vat / Da­vid Gro­schwitz ZfK / eki­ba

Die Ge­fäng­nis­seel­sor­ger Micha­el Drescher (links) und Karl-Heinz Düm­mig sind in der Jus­tiz­voll­zugs­an­stalt Karls­ru­he An­sprech­part­ner für Häft­lin­ge und de­ren An­ge­hö­ri­ge.

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