„Wir wol­len das Ma­xi­ma­le“

Ehr­gei­zi­ger DFB-Coach Streichs­bier / U-19-EM be­ginnt mor­gen in Stutt­gart

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Pe­ter Tre­bing

Das Er­öff­nungs­spiel in Stutt­gart: Aus­ver­kauft! Das Fi­na­le in Sins­heim: Aus­ver­kauft! Und auch die an­de­ren Par­ti­en der U-19-Eu­ro­pa­meis­ter­schaft, die ab mor­gen aus­schließ­lich in Ba­den-Würt­tem­berg aus­ge­tra­gen wird, sind enorm ge­fragt. Knapp 140 000 Ti­ckets wa­ren nach In­for­ma­tio­nen des Deut­schen Fuß­ball-Bun­des (DFB) Mit­te der Wo­che be­reits ver­kauft – ein „Spit­zen­wert“heißt es aus der Frank­fur­ter Zen­tra­le des Ver­ban­des. Und egal, ob der kon­ti­nen­ta­le Ti­tel­kampf nun sport­lich ein Er­folg wird oder nicht – schon vor dem ers­ten An­pfiff steht fest, dass die­ses Tur­nier in Sa­chen Pu­bli­kums­in­ter­es­se sei­ne Vor­gän­ger deut­lich in den Schat­ten stel­len wird. Acht Na­tio­nen sind ver­tre­ten, wenn ab mor­gen in zehn ba­den-würt­tem­ber­gi­schen Sta­di­en der Ball rollt. Wo­bei die Auf­tei­lung der Par­ti­en zwi­schen Ba­den und Würt­tem­berg doch ei­nen sehr star­ken Trend in Rich­tung Os­ten hat. Al­le zwölf Grup­pen­spie­le wer­den in Würt­tem­berg aus­ge­tra­gen, die bei­den Halb­fi­nal-Be­geg­nun­gen, das Play-off-Spiel um den fünf­ten Rang und das Fi­na­le der U-19-EM fin­den da­ge­gen in Sand­hau­sen, Mann­heim und Sins­heim, al­so im ba­di­schen Lan­des­teil statt. Süd­ba­den ist bei die­sem Tur­nier kom­plett au­ßen vor. Im Ka­der von U-19-Coach Gui­do Streichs­bier ist die Kon­stel­la­ti­on ein we­nig an­ders. Hier steht der ein­zi­ge Schwa­be, Max Be­susch­kow (VfB Stutt­gart) gleich drei Ak­teu­ren ge­gen­über, die für ba­di­sche Clubs spie­len: Mar­vin Meh­lem (Karls­ru­her SC), Be­ne­dikt Gim­ber (SV Sand­hau­sen) und Phil­ipp Ochs (1899 Hof­fen­heim). Der zwei­te KSC-Spie­ler, Mat­thi­as Ba­der, ge­hör­te zwar zum vor­läu­fi­gen Ka­der, war in der ver­gan­ge­nen Wo­che aber ei­ner der Streich­kan­di­da­ten auf Streichs­biers Lis­te. Im ver­blie­be­nen Auf­ge­bot für die Spie­le ge­gen Italien, Por­tu­gal und Ös­ter­reich gibt es knapp ein hal­bes Dut­zend Spie­ler mit be­schei­de­ner Er­fah­rung im Pro­fi­be­reich (Bun­des­li­ga und 2. Bun­des­li­ga). Le­dig­lich Phil­ipp Ochs (1899 Hof­fen­heim; 13 Bun­des­li­ga-Spie­le) und Suart Ser­dar (FSV Mainz 05; zwölf Bun­des­li­ga­Spie­le) kom­men auf ei­ne zwei­stel­li­ge Zahl von hö­her­klas­si­gen Ein­sät­zen. Da­mit ge­hört man na­tür­lich trotz Heim­vor­teil nicht zum Kreis der Ti­tel­fa­vo­ri­ten. Doch Coach Streichs­bier ori­en­tiert sich pri­mär an ei­nem an­de­ren Ziel: „Da es bei der U-19-EM auch um die Qua­li­fi­ka­ti­on zur U-20-WM 2017 geht, steht für uns die­ses Mi­ni­mal­ziel an ers­ter Stel­le“, sagt er, um er­gän­zend an­zu­fü­gen: „An­sons­ten wol­len wir selbst­ver­ständ­lich das Ma­xi­ma­le er­rei­chen.“Im Kl­ar­text: Die vier EM-Halb­fi­na­lis­ten plus der Sie­ger der Play-off-Be­geg­nung qua­li­fi­zie­ren sich die U-20-Welt­meis­ter­schaft im kom­men­den Jahr in Süd­ko­rea. Beim Blick auf die Ka­der der Kon­kur­ren­ten fal­len et­li­che Na­men auf. Et­wa Patrick Ha­sen­hüttl. Der Va­ter des ös­ter­rei­chi­schen Mit­tel­stür­mers ist Ralph Ha­sen­hüttl, Trai­ner von Bun­des­li­ga-Auf­stei­ger RB Leipzig. Oder Mar­cus Thur­am – der Of­fen­siv­spie­ler ist Sohn von Li­li­an Thur­am, dem fran­zö­si­schen Re­kord­na­tio­nal­spie­ler. Bei­na­he wä­re auch der erst 18-jäh­ri­ge Bay­ern-Neu­zu­gang Re­na­to San­ches beim Tur­nier prä­sent ge­we­sen, doch er sorg­te statt­des­sen nun bei der „gro­ßen“EM für Fu­ro­re im por­tu­gie­si­schen Team. Ein „Pro­mi“weiß üb­ri­gens, wie man ei­ne EM in Deutsch­land ge­winnt: Der nie­der­län­di­sche U-19-Coach Aron Win­ter. Der hol­te hier mit „Oran­je“schon 1988 den Ti­tel.

Er­öff­nungs­spiel und Fi­na­le sind aus­ver­kauft

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