Was ver­dient man da denn so?

Gro­ße Un­ter­schie­de zwi­schen den Bran­chen

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Die Region - An­net­te Bor­chardt-Wen­zel

Der durch­schnitt­li­che Ar­beit­neh­mer in Ba­den-Würt­tem­berg ver­dient 22,53 Eu­ro brut­to in der St­un­de. Das hat das Sta­tis­ti­sche Lan­des­amt aus­ge­rech­net und da­bei die Ver­diens­te von voll- und teil­zeit­be­schäf­tig­ten Ar­beit­neh­me­rin­nen und Ar­beit­neh­mern im ers­ten Quar­tal 2016 zu Grun­de ge­legt. Ein­be­zo­gen in die Be­rech­nung wur­den al­le Bran­chen im Pro­du­zie­ren­den Ge­wer­be und im Di­enst­leis­tungs­be­reich. Da­bei zeig­ten sich er­heb­li­che Un­ter­schie­de zwi­schen den ein­zel­nen Bran­chen – und nach wie vor auch zwi­schen den Ge­schlech­tern. So liegt der durch­schnitt­li­che St­un­den­ver­dienst von Frau­en mit 18,87 Eu­ro rund ein Vier­tel nied­ri­ger als der von Män­nern mit 24,81 Eu­ro. Nicht son­der­lich über­ra­schend ist die Er­kennt­nis, dass sich ei­ne hö­he­re Qua­li­fi­ka­ti­on und mehr Ver­ant­wor­tung am Ar­beits­platz auf das Ein­kom­men aus­wir­ken. So ver­die­nen lei­ten­de Ar­beit­neh­mer mit durch­schnitt­lich 39,39 Eu­ro im Schnitt mehr als dop­pelt so viel wie Fach­kräf­te (19,42 Eu­ro) und na­he­zu das Drei­fa­che von un­ge­lern­ten Ar­beit­neh­mern (13,48 Eu­ro). Männ­li­che Chefs ha­ben al­ler­dings mit durch­schnitt­lich 41,52 Eu­ro ge­gen­über weib­li­chen Vor­ge­setz­ten (32,67 Eu­ro) klar die Na­se vorn. Auch in an­de­ren be­ruf­li­chen Po­si­tio­nen hin­ken Frau­en bei der Be­zah­lung hin­ter­her. So er­hal­ten männ­li­che Fach­kräf­te im Durch­schnitt ei­nen St­un­den­lohn von 20,81 Eu­ro, wäh­rend sich weib­li­che Fach­kräf­te mit 17,50 Eu­ro be­gnü­gen müs­sen. Un­ge­lern­te Män­ner be­kom­men brut­to 14,49 Eu­ro, wäh­rend un­ge­lern­te Frau­en le­dig­lich mit 12,51 Eu­ro in der St­un­de rech­nen kön­nen. Bei Män­nern wie bei Frau­en hängt das Ver­dienst­ni­veau stark da­von ab, in wel­chem Wirt­schafts­zweig sie tä­tig sind. Im All­ge­mei­nen sind Leu­te, die im Pro­du­zie­ren­den Ge­wer­be ar­bei­ten, mit Durch­schnitts­ver­diens­ten von 25,22 Eu­ro fi­nan­zi­ell bes­ser ge­stellt als Ar­beit­neh­mer im Di­enst­leis­tungs­be­reich (20,75 Eu­ro). Den­noch hat das Sta­tis­ti­sche Lan­des­amt die höchs­ten Brut­to-St­un­den­ver­diens­te im Di­enst­leis­tungs­sek­tor er­mit­telt – und zwar im Be­reich „Ver­wal­tung und Füh­rung von Un­ter­neh­men und Be­trie­ben“so­wie „Un­ter­neh­mens­be­ra­tung“. An­sons­ten wer­den über­durch­schnitt­li­che Ver­diens­te vor al­lem in den gro­ßen In­dus­trie­zwei­gen des Lan­des er­reicht – den Män­ner-Do­mä­nen Fahr­zeu­gund Ma­schi­nen­bau et­wa. Mit ei­nem St­un­den­lohn un­ter­halb des Durch­schnitts müs­sen un­ter an­de­rem die Be­schäf­tig­ten im Ge­sund­heits- und So­zi­al­we­sen, im Ein­zel­han­del so­wie im Be­reich „Ver­kehr und La­ge­rei“aus­kom­men. Am un­te­ren En­de der Ver­dienst­ska­la fin­den sich die Zeit­ar­beits­bran­che (Ver­mitt­lung und Über­las­sung von Ar­beits­kräf­ten) so­wie das Gastgewerbe.

Frau­en hin­ken noch im­mer hin­ter­her

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