Le­se­stoff

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Tipps & Themen - Max

Al­les be­gann mit ei­ner net­ten Twit­ter­nach­richt. Als die „Freund­schaft“mit „Kai“Mo­na­te spä­ter en­de­te, wuss­te Vic­to­ria, dass sie nach al­len Re­geln der In­ter­net-Kunst be­tro­gen wor­den war. Von ei­nem Frem­den, der sich in ihr Le­ben ge­schli­chen hat­te. Dem sie al­les über sich er­zählt hat­te. Für den sie Ge­füh­le emp­fand. Und der ihr über Mo­na­te ei­ne kom­ple­xe vir­tu­el­le Täu­schung vor­ge­spielt hat­te. Der Un­be­kann­te hat­te nicht nur ei­ne fal­sche In­ter­net-Iden­ti­tät er­schaf­fen, son­dern Dut­zen­de. War­um? So ge­nau weiß man das lei­der nicht. Im ers­ten Teil ih­res Sach­bu­ches schil­dert die Au­to­rin, wie es ihr ge­lang, den mas­si­ven Be­trug ih­res Re­al­fakes auf ei­ge­ne Faust zu ent­tar­nen. Zum Bei­spiel ent­deck­te sie auf Fotos, die „Kai“ihr an­geb­lich aus Deutsch­land schick­te, ame­ri­ka­ni­sche Steck­do­sen. Im zwei­ten Teil in­for­miert sie dar­über, wel­che un­ter­schied­li­chen Fa­ke-Ty­pen es gibt, was sie an­treibt, wie man ih­nen auf die Sch­li­che kommt und vor al­lem – wie man sich schüt­zen kann. Was ei­nen aber als Le­ser doch stut­zen lässt: Dass ei­ne Frau über­haupt auf ei­nen von An­fang an so un­sym­pa­thi­schen, auf­dring­li­chen und un­zu­ver­läs­si­gen Schwät­zer rein­fal­len kann. Vic­to­ria Schwartz, Wie mei­ne In­ter­net-Lie­be zum Alb­traum wur­de – Das Phä­no­men Re­al­fakes, Blan­va­let, 320 S., 12,99 Eu­ro

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