Olym­pia-Ti­cket ge­bucht

Mehr als 30 „ba­di­sche“Sport­ler dür­fen nach Rio rei­sen

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Peter Tre­bing

Die Ku­lis­se stimmt schon mal – für ih­re Home­page ha­ben An­na und Li­sa Hah­ner (www.hah­nert­wins.com/de) sich be­reits an der Co­paca­ba­na ab­lich­ten las­sen. Und dort geht es auch bald wie­der hin für die bei­den Ma­ra­thon­läu­fe­rin­nen aus Gen­gen­bach, die wie rund 450 an­de­re Sport­le­rin­nen und Sport­ler seit dem ver­gan­ge­nen Di­ens­tag ihr Olym­pia-Ti­cket end­gül­tig si­cher ha­ben. An die­sem Tag ver­kün­de­te der Deut­sche Olym­pi­sche Sport­bund (DOSB) in sei­ner drit­ten No­mi­nie­rungs­run­de die letz­ten Na­men der um­fang­rei­chen Star­ter­lis­te. Dar­auf steht jetzt ganz of­fi­zi­ell auch Speer­wer­fe­rin Chris­ti­na Obergföll aus Of­fen­burg, die lan­ge um ih­ren Start bei den Olym­pi­schen Spie­len in Bra­si­li­en zit­tern muss­te – und dies trotz mehr­fach er­reich­ter Olym­pia-Norm (der SONN­TAG be­rich­te­te be­reits). Am En­de muss­te die am­tie­ren­de Welt­meis­te­rin Kat­ha­ri­na Mo­li­tor in den sau­ren Ap­fel bei­ßen, denn pro Na­ti­on dür­fen in der Leicht­ath­le­tik ma­xi­mal drei Star­te­rin­nen be­zie­hungs­wei­se Star­ter pro Dis­zi­plin ge­mel­det wer­den – bit­ter für das deut­sche Speer­wurf­quar­tett, denn ei­ne muss nun zu­hau­se blei­ben. Mehr als 30 Sport­ler aus Ba­den, plus die Er­satz­tur­ne­rin Pau­li­ne Tratz (TSV Rint­heim/ KRK), dür­fen mit nach Rio. Aber nicht je­der aus dem „ba­di­schen“Olym­pia-Team (sie­he lin­ke Spal­te) stammt tat­säch­lich aus Ba­den, tritt aber für ba­di­sche Ver­ei­ne an (bei­spiels­wei­se vie­le Leicht­ath­le­ten der MTG Mann­heim). Da­für star­ten an­de­re Sport­ler, die ei­nen Groß­teil ih­res Le­bens in die­sem Teil Ba­den-Würt­tem­bergs ver­bracht ha­ben, in­zwi­schen für an­de­re Clubs, weil sie dort bes­se­re Trai­nings­mög­lich­kei­ten oder gu­te be­ruf­li­che Per­spek­ti­ven ha­ben. Et­wa Ma­rie Lau­rence Jung­fleisch, die 18 Jah­re lang in Frei­burg ge­lebt hat und de­ren Mut­ter aus Ba­den-Ba­den stammt. In­zwi­schen hat die Hoch­sprin­ge­rin ih­ren Le­bens­mit­tel­punkt in Rich­tung Schwa­ben­me­tro­po­le ver­legt, wo sie für den VfB Stutt­gart star­tet. Aber: Wo ge­nau zieht man die Gren­ze zwi­schen „ba­disch“und „nicht­ba­disch“bei den Rio-Olym­pio­ni­ken? Bei Cle­mens Rapp et­wa ist die Sa­che ein­deu­tig. Der Schwim­mer stammt aus Wein­gar­ten, wur­de 2007 Ju­nio­ren-Eu­ro­pa­meis­ter mit der 4 x 100 Me­ter Frei­stil­staf­fel. Und er war schon 2012 bei Olym­pia in Lon­don knapp an ei­ner Me­dail­le vor­bei­ge­schrammt – mit der 4 x 200 Me­ter Staf­fel be­leg­te er Platz vier. Macht es der Frei­stilSpe­zia­list, der für den SV Ni­kar Hei­del­berg star­tet, in Rio dies­mal bes­ser?

Ein KSC-Pro­fi in Rio: Gri­scha Prö­mel ge­hört zum deut­schen Olym­pia-Auf­ge­bot. Foto: GES/Prang

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