„Be­geg­nung ge­gen Hass“

„Das Fest“in Karls­ru­he: Ver­an­stal­ter set­zen auf ver­stärk­te Si­cher­heit

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Erste Seite - Andre­as Jütt­ner

Nach ei­nem durch Re­gen­wet­ter ge­trüb­ten Start am Frei­tag ist das Karls­ru­her Open-Air „Das Fest“in der Gün­therK­lotz-An­la­ge am gest­ri­gen Sams­tag zum Som­mer­fes­ti­val ge­wor­den. Ent­ge­gen der Wet­ter­pro­gno­se blieb der gan­ze Nach­mit­tag bis zum Re­dak­ti­ons­schluss am Abend son­nig, tro­cken und warm – zur Freu­de der zahl­rei­chen Be­su­cher und auch der Ver­an­stal­ter, die ihr Team am Frei­tag­abend um die Früch­te der mo­na­te­lan­gen Vor­ar­beit ge­bracht sa­hen. Weil sich „Das Fest“zum Groß­teil durch den Ver­kauf von Es­sen und Ge­trän­ken fi­nan­ziert, ist die Ver­an­stal­tung auf die kal­ku­lier­ten Be­su­cher­zah­len von 70000 bis 80000 Men­schen pro Tag an­ge­wie­sen – am Frei­tag wa­ren es nur rund 38 000 ge­we­sen. Ge­trübt wor­den war die Stim­mung na­tür­lich auch durch die schreck­li­chen Nach­rich­ten aus Mün­chen, die sich am Frei­tag auf dem „Fest“-Ge­län­de ver­brei­te­ten. Zwar gab es am Sams­tag kei­ne An­zei­chen da­für, dass sich die Be­su­cher durch die Nach­richt von dem Amok­lauf ein­schüch­tern las­sen wür­den, die Ver­an­stal­ter setz­ten den­noch auf ei­ne Ver­stär­kung ih­res Si­cher­heits­kon­zepts. So po­si­tio­nier­te die Po­li­zei bei den Ein­lass­kon­trol­len auch uni­for­mier­te Be­am­te. „Wir se­hen kei­nen An­lass, Hys­te­rie zu ver­brei­ten, da es sich mitt­ler­wei­le ja her­um­ge­spro­chen hat, um was für ei­ne Art An­schlag es sich in Mün­chen ge­han­delt hat“, sag­te Po­li­zei-Ein­satz­lei­ter Fritz Rüf­fel ges­tern Nach­mit­tag. Man wol­le aber das sub­jek­ti­ve Si­cher­heits­ge­fühl der „Fest“-Be­su­cher stär­ken: „Die Leu­te sol­len mit ei­nem gu­ten Ge­fühl aufs ,Fest’ ge­hen kön­nen.“Pro­jekt­lei­ter Sven Var­sek er­klär­te, man ha­be nur „ein bis zwei An­fra­gen“be­kom­men. „Das ist für uns ein Zei­chen, dass un­se­re Be­su­cher sich si­cher füh­len.“Mar­tin Wa­cker, Ge­schäfts­füh­rer der ver­an­stal­ten­den Event Gm­bH, sag­te: „Al­les, was zur Be­geg­nung zwi­schen Men­schen führt, stellt sich dem Hass ent­ge­gen.“Ein Zei­chen ge­gen Ge­walt und ein Si­gnal der Ver­bun­den­heit mit den Op­fern des Amok­laufs setz­te „Das Fest“ges­tern un­ter an­de­rem durch ei­ne schwar­ze Trau­er­schlei­fe auf der Vi­deo­wand, auf der die Haupt­büh­nen-Auf­trit­te über­tra­gen wer­den. Zu­dem war für den spä­te­ren Abend ei­ne Ak­ti­on auf der Büh­ne ge­plant. Der an­vi­sier­te Zeit­punkt lag nach un­se­rem Re­dak­ti­ons­schluss, ak­tu­el­le Be­rich­te zum „Fest“gibt es auf www.bnn.de. Das gest­ri­ge Haupt­büh­nen­pro­gramm hat­te mit re­gio­nal ver­wur­zel­ten Acts wie Mats Hei­lig, „Run­way Lights“und den New­co­mer­wett­be­werbs-Sie­gern „Jo­ey Voo­doo“be­gon­nen. Ei­nen Hö­he­punkt setz­te am frü­hen Abend die ös­ter­rei­chi­sche Band „Wan­da“, die der­zeit zu den ge­frag­tes­ten Fes­ti­val-Acts ge­hört. Da­nach stan­den noch Auf­trit­te des HipHop-Tri­os „Fet­tes Brot“und der baye­ri­schen For­ma­ti­on „Djan­go 3000“auf dem Pro­gramm. Heu­te wird „Das Fest“um 10 Uhr mit dem Klas­sik­früh­stück fort­ge­setzt, spe­zi­ell hier­für gibt es laut Ver­an­stal­ter­an­ga­ben noch ei­ni­ge Kar­ten an der Haupt­kas­se bei der Eu­ro­pa­hal­le. Das wei­te­re Pro­gramm auf der Haupt­büh­ne ist aus­ver­kauft, es gibt aber kos­ten­frei zu­gäng­li­ches Pro­gramm auf drei an­de­ren Büh­nen.

Ro­cker aus Wi­en: Micha­el Mar­co Wan­da, Sän­ger und Na­mens­ge­ber von „Wan­da“. Foto: Ho­ra

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