Ganz oh­ne Russ­land?

IOC will heu­te über mög­li­chen Olym­pia-Aus­schluss ent­schei­den

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SPORT - Avs/sid

Un­ter der Lei­tung des deut­schen Prä­si­den­ten Tho­mas Bach wird das Exe­ku­tiv­ko­mi­tee des In­ter­na­tio­na­len Olym­pi­schen Ko­mi­tees (IOC) heu­te über ei­nen mög­li­chen Olym­pia-Aus­schluss von Russ­land ent­schei­den. Die Füh­rung der Rin­ge-Or­ga­ni­sa­ti­on be­rät am Mit­tag bei ei­ner Te­le­fon­kon­fe­renz, ob nach den rus­si­schen Leicht­ath­le­ten das kom­plet­te Land von den Som­mer­spie­len in Rio de Janei­ro aus­ge­schlos­sen wer­den soll. Dies be­stä­tig­te ein Spre­cher des IOC ges­tern. Ob die Ent­schei­dung noch heu­te ver­kün­det wird oder erst ein oder zwei Ta­ge spä­ter, sei of­fen. Das IOC-Exe­ku­tiv­ko­mi­tee muss be­ra­ten, ob das Na­tio­na­le Olym­pi­sche Ko­mi­tee des Lan­des (ROC) auf Grund­la­ge des Er­mitt­lungs­be­richts der Welt-An­ti-Do­ping-Agen­tur zu den schwe­ren Do­ping-An­schul­di­gun­gen ge­gen Russ­land sus­pen­diert wer­den kann. In dem Report von WADA-Che­f­er­mitt- Richard McLa­ren war ein staat­lich an­ge­ord­ne­tes sys­te­ma­ti­sches Do­ping nicht nur in der Leichtathletik fest­ge­stellt wor­den. Nach­ge­wie­sen wur­de un­ter an­de­rem auch, dass bei den Win­ter­spie­len 2014 in Sot­schi auf staat­li­ches Ge­heiß hin po­si­ti­ve Do­ping­pro­ben von rus­si­schen Ath­le­ten ma­ni­pu­liert wor­den sind. Der In­ter­na­tio­na­le Sport­ge­richts­hof CAS hat­te am ver­gan­ge­nen Mitt­woch die Su­s­pen­die­rung des rus­si­schen Leichtathletik-Ver­ban­des durch den Welt­ver­band IAAF als re­gel­kon­form be­stä­tigt. In ei­nem ein­dring­li­chen Ap­pell hat Ex-So­wjet­prä­si­dent Mich­ail Gor­bat­schow an IOCChef Tho­mas Bach ap­pel­liert, Russ­land nicht kom­plett von den Olym­pi­schen Spie­len 2016 in Rio de Janei­ro aus­zu­schlie­ßen. „Mich be­un­ru­higt und be­trübt die Mög­lich­keit, dass dann (...) zu­sam­men mit den Tä­tern auch Un­schul­di­ge be­straft wer­den“, schrieb der Frie­dens­no­bel­preis­trä­ger in ei­nem in Mos­kau ver­öf­fent­lich­ten Brief. Er sei ein schar­fer Geg­ner von Do­ping. „Die­ses Übel soll­te aus­ge­rot­tet wer­den“, be­ton­te Gor­bat­schow. Aber das Prin­zip der Kol­lek­tivstra­fe sei eben­falls un­an­nehm­bar. Un­ter­des­sen hat Sprint-Su­per­star Usain Bolt zwei Wo­chen vor Be­ginn der Olym­pi­schen Spie­le ein ge­lun­ge­nes Come­back ge­ge­ben. Der 29 Jah­re al­te Ja­mai­ka­ner ge­wann am spä­ten Frei­tag­abend beim Dia­ler mond-Le­ague-Mee­ting in Lon­don sein ers­tes 200-Me­ter-Ren­nen in die­sem Jahr in 19,89 Se­kun­den. Sei­ne Ober­schen­kel­zer­rung hat der Welt­re­kord­ler und sechs­fa­che Olym­pia­sie­ger of­fen­bar aus­ku­riert. „Ich bin noch nicht voll in Form. Ich muss noch mehr ar­bei­ten, aber mit der Zeit wird es gut wer­den“, sag­te Bolt. Be­vor sich in Lon­don al­le Au­gen auf Bolt rich­te­ten, stand Ken­dra Har­ri­son im Mit­tel­punkt. Die Ame­ri­ka­ne­rin brach in 12,20 Se­kun­den den Ur­alt-Welt­re­kord über 100 Me­ter Hür­den. Im letz­ten Renn­drit­tel hat­te die schmäch­ti­ge 23-Jäh­ri­ge ein un­fass­ba­res Tem­po vor­ge­legt. So fiel die Best­mar­ke der Bul­ga­rin Jor­dan­ka Don­ko­wa von 1988. Im Ge­gen­satz zu Bolt kann Har­ri­son in Rio nicht glän­zen. Als Sechs­te der US-Aus­schei­dun­gen hat­te sie die Olym­pia-Teil­nah­me ver­passt. „Welt­re­kord­le­rin ge­nannt zu wer­den, das ist un­be­schreib­lich.“

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