Licht am En­de des Tun­nels

Karls­ru­her Ge­mein­de­rat macht den Weg für ein neu­es Sta­di­on frei

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SPORT - Pe­ter Tre­bing

Die Hür­de im Ge­mein­de­rat hat das Pro­jekt „Sta­di­on-Neu­bau im Wild­park“am Di­ens­tag ge­nom­men, jetzt geht es dar­um, auch die nächs­ten Etap­pen auf dem schein­bar end­los lan­gen Weg zu neh­men. Seit ei­ner ge­fühl­ten Ewig­keit wird über ei­ne neue Are­na für den Karls­ru­her SC be­reits dis­ku­tiert und oft auch ge­strit­ten. Ei­nig­keit hat man bis­lang nie er­reicht. Mal war es die Stand­ort­fra­ge, dann die Grö­ße des Sta­di­ons und im­mer wie­der die Fi­nan­zie­rung des Vor­ha­bens, die ei­nen ef­fek­ti­ven Fort­schritt in der Sta­di­on­fra­ge ver­hin­der­ten. Und auch jetzt wird es zu ei­ner Lö­sung, mit der al­le Be­tei­lig­ten rest­los glück­lich sind, mit Si­cher­heit nicht kom­men. Des­halb hat der Karls­ru­her OB Frank Men­trup bei der an­ge­spro­che­nen Ge­mein­de­rats­sit­zung auch noch ein­mal deut­lich an­ge­mahnt, was ganz ele­men­tar für die Rea­li­sie­rung des Bau­vor­ha­bens sein dürf­te: „Ak­zep­tie­ren Sie Kom­pro­mis­se.“Ein Satz, der na­tür­lich auch an den künf­ti­gen Päch­ter KSC ge­rich­tet war. Und des­sen Prä­si­dent In­go Wel­len­reu­ther stellt bei der Beur­tei­lung des Ge­mein­de­rats­be­schlus­ses zu­nächst ein­mal grund­sätz­lich fest: „Das Er­geb­nis ist ab­so­lut po­si­tiv. Nun ha­ben wir grü­nes Licht für den Sta­di­on-Neu­bau. Das war ein wei­te­re not­wen­di­ger Schritt zu der Lö­sung, die wir für den KSC wol­len und brau­chen.“Denn an­ge­sichts der Ent­wick­lun­gen im Pro­fi­fuß­ball ist die Not­wen­dig­keit ei­nes zeit­ge­mä­ßen Sta­di­ons noch grö­ßer ge­wor­den. „Der Sta­di­on­be­trieb ist für den KSC von exis­ten­zi­el­ler Be­deu­tung. Wir müs­sen mit dem Sta­di­on Geld ver­die­nen, um kon­kur­renz­fä­hig zu blei­ben“, sagt Wel­len­reu­ther. Des­halb ha­be man auch an­ge­bo­ten, an den nächs­ten Schrit­ten mit­zu­wir­ken und die vor­han­de­ne Fach­kom­pe­tenz in das Sta­di­on­pro- jekt ein­zu­brin­gen. Dies aber ist ein Punkt, bei dem es mo­men­tan zu­min­dest noch deut­li­che Dif­fe­ren­zen mit der Stadt Karls­ru­he gibt, die als Bau­trä­ger die künf­ti­gen Ver­hand­lun­gen und Pla­nun­gen al­lei­ne ge­stal­ten will. Um die un­ter­schied­li­chen Stand­punk­te auf ei­nen ge­mein­sa­men Nen­ner brin­gen zu kön­nen, soll IHK-Prä­si­dent Wolf­gang Gren­ke ei­ne Ver­mitt­ler­rol­le über­neh­men. Auch dies sieht Wel­len­reu­ther po­si­tiv: „Es gibt si­cher noch ei­ni­ge Knack­punk­te. Doch die kann man lö­sen, die müs­sen wir auch lö­sen.“Und zwar mög­lichst schnell, denn am 25. Sep­tem­ber müs­sen die KSC-Mit­glie­der in ei­ner Ver­samm­lung dem bis da­hin im De­tail aus­zu­han­deln­den Pacht­ver­trag erst noch zu­stim­men. Denn: „Der Pacht­ver­trag kann kei­ne ein­sa­me Ent­schei­dung des Prä­si­di­ums sein. Das geht schon we­gen der fi­nan­zi­el­len Grö­ßen­ord­nung des Pro­jekts nicht“, sagt KSC-Prä­si­dent Wel­len­reu­ther. Zwar soll der KSC nach Ab­schluss des Sta­di­on-Neu­baus ei­ne Are­na nut­zen kön­nen, die 35 000 Zuschauern (22 000 Sitz- und 12 500 Steh­plät­ze) Platz bie­tet, doch das hat auch sei­nen Preis. Für das Sta­di­on und das Park­haus sind Aus­ga­ben von 85,3 Mil­lio­nen Eu­ro kal­ku­liert, die er­for­der­li­chen In­fra­struk­tur­maß­nah­men schla­gen mit 28,6 Mil­lio­nen Eu­ro zu­bu­che. Das er­gibt ei­nen Ge­samt­be­trag von 113,9 Mil­lio­nen Eu­ro, von de­nen das Land Ba­den-Würt­tem­berg elf Mil­lio­nen Eu­ro über­nimmt. Kommt es zu ei­ner ver­bind­li­chen Ei­ni­gung mit dem KSC über den Pacht­ver­trag, dann könn­ten vor­aus­sicht­lich im Ok­to­ber 2017 die Bag­ger an­rol­len, um mit den Ab­riss­ar­bei­ten zu be­gin­nen. Schei­tert auch dies­mal ei­ne Ei­ni­gung, dann sieht Frank Men­trup das Ka­pi­tel Sta­di­onNeu­bau als er­le­digt an. In den Ba­di­schen Neu­es­ten Nach­rich­ten wird der Karls­ru­her OB ent­spre­chend zi­tiert: „Dies ist die letz­te Chan­ce für die Zu­kunfts­fä­hig­keit des Pro­fi­fuß­balls in Karls­ru­he.“Doch al­le Be­tei­lig­ten sind of­fen­bar fest ent­schlos­sen, die­se letz­te Chan­ce un­be­dingt zu nut­zen.

KSC-Mit­glie­der müs­sen Pacht­ver­trag zu­stim­men

Der Ist-Zu­stand des Wild­park­sta­di­ons ist un­be­frie­di­gend für den Nut­zer (Karls­ru­her SC) und den Be­sit­zer (Stadt Karls­ru­he) der in die Jah­re ge­kom­me­nen Fuß­ball-Are­na. Mit der Zu­stim­mung des Karls­ru­her Ge­mein­de­ra­tes ist seit Di­ens­tag der Weg für ei­nen Neu­bau am be­ste­hen­den Stand­ort grund­sätz­lich frei. Jetzt müs­sen die KSC-Mit­glie­der ei­nem Pacht­ver­trag zu­stim­men, der im De­tail aber noch nicht aus­ge­ar­bei­tet ist. Foto: GES/Gün­gör

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