Ros­berg-Sieg im Re­gen-Cha­os

Se­bas­ti­an Vet­tel star­tet le­dig­lich von der fünf­ten Po­si­ti­on aus ins Ren­nen

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SPORT - Tho­mas Wei­te­kamp

Am Tag der Ro­ten Flag­ge hat Ni­co Ros­berg sei­nen Te­am­ri­va­len Le­wis Ha­mil­ton aus­ge­sto­chen und die Po­le Po­si­ti­on für den Gro­ßen Preis von Un­garn er­obert. Der Mer­ce­des-Pi­lot dreh­te in ei­nem chao­ti­schen Qua­li­fy­ing mit zahl­rei­chen Un­ter­bre­chun­gen die schnells­te Run­de vor dem En­g­län­der – und hat nun bes­te Aus­sich­ten, sei­ne WM-Füh­rung im Ren­nen am heu­ti­gen Sonn­tag (14 Uhr/RTL und Sky) er­folg­reich zu ver­tei­di­gen. „Was für ein Wahn­sinns­qua­li­fy­ing, ir­gend­wie lief al­les kreuz und quer, das hat das Gan­ze sehr span­nend ge­macht“, sag­te Ros­berg. Die Ent­schei­dung auf dem Hun­ga­ro­ring war mit fast ein­stün­di­ger Ver­spä­tung ge­fal­len, zu­vor hat­ten star­ker Re­gen und zahl­rei­che Un­fäl­le im­mer wie­der für Ver­zö­ge­run­gen ge­sorgt: Ins­ge­samt vier­mal muss­te die Renn­lei­tung die Ro­te Flag­ge zü­cken und al­le Au­tos an die Box ru­fen. Am En­de raub­te ein Dre­her von Fer­nan­do Alon­so (Spa­ni­en/

„Ir­gend­wie lief al­les kreuz und quer“

McLa­ren) mit an­schlie­ßen­der Gelb­pha­se dem wü­ten­den Ha­mil­ton obend­rein die Chan­ce auf sei­ne letz­te schnel­le Run­de – Ros­berg be­dank­te sich und si­cher­te in letz­ter Se­kun­de die Po­le. „Ni­co ist un­ter Gelb vom Gas ge­gan­gen. Dann ist es ei­ne ech­te Po­le“, sag­te Mer­ce­des­Mo­tor­sport­chef To­to Wolff. „Da hat­te ich viel Glück, aber ich ha­be mich sehr ge­freut“, sag­te Ros­berg. Ha­mil­ton wirk­te der­weil ge­nervt. „Ich war schnel­ler un­ter­wegs auf die­ser letz­ten Run­de“, sag­te Ha­mil­ton, „aber gut, mor­gen steht ein lan­ges Ren­nen an.“Da­mit nutz­te Ros­berg den Rü­cken­wind sei­ner am Frei­tag ver­kün­de­ten Ver­trags­ver­län­ge­rung, vor dem elf­ten Sai­son­ren­nen liegt er der­zeit ei­nen Punkt vor Ha­mil­ton. Hin­ter den Sil­ber­pfei­len bil­det das Red-Bull-Duo Daniel Ric­ci­ar­do (Aus­tra­li­en) und Max Ver­stap­pen (Nie­der­lan­de) die zwei­te Start­rei­he, erst da­hin­ter steht Se­bas­ti­an Vet­tel (Hep­pen­heim) im Fer­ra­ri als Fünf­ter. Ni­co Hül­ken­berg (Em­me­rich) im Force In­dia lan­de­te auf dem neun­ten Platz, Pas­cal (Worn­dorf) wur­de im un­ter­le­ge­nen Ma­nor 21. und da­mit Vor­letz­ter. Trotz der schwa­chen Bi­lanz der Sil­ber­pfei­le – nur in Un­garn hat Mer­ce­des seit dem Start der neu­en Mo­to­ren-Ära 2014 noch nicht ge­won­nen – wa­ren Ros­berg und Ha­mil­ton als Fa­vo­ri­ten auf die Po­le nach Bu­da­pest ge­reist. Hat­te strah­len­de Son­ne die Stre­cke in den bis­he­ri­gen Ses­si­ons auf bis zu 47 Grad auf­ge­heizt, hin­gen ei­ne St­un­de vor dem Qua­li­fy­ing plötz­lich dunk­le Wol­ken über dem Fah­rer­la­ger – und 15 Mi­nu­ten spä­ter pras­sel­te der Re­gen in di­cken Trop­fen auf den As­phalt. In kür­zes­ter Zeit stand das Was­ser auf der Stre­cke, der Start der Zei­ten­jagd muss­te um 20 Mi­nu­ten ver­scho­ben wer­den. Die Stre­cke war noch im­mer nass, als die Au­tos schließ­lich die Box ver­lie­ßen. Kei­ne fünf Mi­nu­ten wa­ren ab­sol­viert, als ein er­neu­ter star­ker Schau­er ein­setz­te, und die Renn­lei­tung rief al­le Fah­rer wie­der an die Box. Ei­ne Vier­tel­stun­de spä­ter ging es wei­ter, doch nun fing der Wahn­sinn erst rich­tig an: Mar­cus Erics­son (Schwe­den), Fe­li­pe Mas­sa (Bra­si­li­en) und Rio Ha­ryan­to (In­do­ne­si­en) rutsch­ten in die­ser Rei­hen­fol­ge von der StreWehr­lein cke, nach je­dem Un­fall muss­te die Renn­lei­tung we­gen der Ber­gung der Au­tos un­ter­bre­chen – das ei­gent­lich nur 18-mi­nü­ti­ge Q1 dau­er­te letzt­lich knapp 75 Mi­nu­ten. Da­nach kehr­te zu­min­dest ein we­nig Nor­ma­li­tät ein, die schnell ab­trock­nen­de Stre­cke sorg­te aber noch im­mer für ein chao­ti­sches Klas­se­ment – so ver­pass­te Ha­mil­ton um ein Haar den Kampf um die Po­le, nur mit viel Glück ret­te­te er sich als Zehn­ter in das ent­schei­den­de Q3. Am En­de sah er dort be­reits wie der Po­le-Set­ter aus. Doch Alon­sos Dre­her nahm ihm al­le Chan­cen.

Im Re­gen-Cha­os von Un­garn hol­te sich Ni­co Ros­berg beim gest­ri­gen Qua­li­fy­ing den Sieg und die Po­le Po­si­ti­on. Die Ent­schei­dung auf dem Hun­ga­ro­ring war mit fast ein­stün­di­ger Ver­spä­tung ge­fal­len, zu­vor hat­ten star­ker Re­gen und zahl­rei­che Un­fäl­le im­mer wie­der für Ver­zö­ge­run­gen ge­sorgt. Foto: avs

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