Da­vid Ali S., 18 Jah­re alt

Der Sonntag (Mittelbaden) - - AMOKLAUF IN MÜNCHEN - Ralf Iser­mann

Der jun­ge Mann, der Mün­chen am Frei­tag in den Aus­nah­me­zu­stand ver­setz­te, ist selbst ein Mün­che­ner Kind: Vor 18 Jah­ren kam Da­vid Ali S. in der baye­ri­schen Lan­des­haupt­stadt zur Welt. Von ei­ner Nach­ba­rin als „gu­ter Mensch“be­schrie­ben, scheint der Schü­ler am En­de von Hass ge­trie­ben ge­we­sen zu sein – ein Mix aus ei­ner psy­chi­schen Er­kran­kung und Schul­pro­ble­men könn­te sei­nen Amok­lauf mit zehn To­ten aus­ge­löst ha­ben. S. leb­te bei sei­nen aus dem Iran stam­men­den El­tern. Der Va­ter ist Ta­xi­fah­rer, die Mut­ter ar­bei­te­te nach den Wor­ten ei­ner Nach­ba­rin als Ver­käu­fe­rin. Zur Fa­mi­lie ge­hört noch ein wei­te­rer Sohn. Po­li­zei­prä­si­dent Hu­ber­tus An­drä be­schrieb ges­tern die El­tern als viel zu scho­ckiert, um wei­ter­ge­hen­de Aus­sa­gen zur Fa­mi­lie zu tref­fen. Die Po­li­zei er­hielt Hin­wei­se, wo­nach der Her­an­wach­sen­de un­ter De­pres­sio­nen litt. Trotz sei­ner ira­ni­schen Wur­zeln sah sich der At­ten­tä­ter nicht als Aus­län­der. „Ich bin Deut­scher“ist von ihm auf ei­nem wäh­rend der Tat ent­stan­de­nen Vi­deo zu hö­ren. Die „Bild“-Zei­tung be­rich­te­te, er ha­be sich an sei­ner Schu­le von Tür­ken und Ara­bern ge­mobbt ge­fühlt. Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Tho­mas de Mai­ziè­re be­stä­tigt Hin­wei­se, dass der Tä­ter ge­mobbt wor­den sein soll. Bay­erns In­nen­mi­nis­ter Joa­chim Herr­mann spricht von Pro­ble­men im Bil­dungs­weg. Un­ter den neun zum gro­ßen Teil ju­gend­li­chen Op­fern wa­ren auf­fäl­lig vie­le mit aus­län­di­scher Herkunft. Al­le leb­ten zwar in Mün­chen oder Um­ge­bung. Drei wa­ren Ko­so­vo-Al­ba­ner, drei wa­ren Tür­ken und ei­ner Grie­che. Un­klar ist, ob sie zum Teil in ei­ne per­fi­de ge­plan­te Fal­le des Amok­schüt­zen lie­fen.

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