Buch-Tipps

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SONNTAGSKINDER -

Ein Som­mer­fe­ri­en­wäl­zer, der es in sich hat: Flo­ra und Hen­ry sol­len ein Paar wer­den, so will es die Lie­be. Der Tod ist da­ge­gen, lässt sich aber auf das Spiel ein. Die Re­gel ist: Ver­lie­ben sich Flo­ra und Hen­ry in­ein­an­der, ge­winnt die Lie­be. Pas­siert das nicht, ge­winnt der Tod und ei­ner von bei­den muss ster­ben. Auf den ers­ten Blick hat der Tod bes­se­re Ge­winn­chan­cen, denn Flo­ra ist schwarz, Hen­ry weiß. Die Ge­schich­te spielt in den USA der 1930er Jah­re, als Afro-Ame­ri­ka­ner ge­gen­über Wei­ßen noch nicht recht­lich gleich­ge­stellt wa­ren: Ih­re Ar­beit wur­de schlech­ter be­zahlt als die von Wei­ßen, sie durf­ten nicht wäh­len und ih­re Kin­der muss­ten in Schu­len für Schwar­ze ge­hen. Als Paar ge­hen Hen­ry und Flo­ra das Ri­si­ko ein, aus­ge­grenzt zu wer­den. Ob Mar­tha Bro­cken­brough, ei­ne wei­ße Au­to­rin, beim Schrei­ben ih­res Ro­mans die jüngs­ten Kon­flik­te zwi­schen schwar­zen und wei­ßen Ame­ri­ka­nern ahn­te? Ob­wohl Afro-Ame­ri­ka­ner seit 50 Jah­ren gleich­be­rech­tigt sind, ist das Zu­sam­men­le­ben mit der wei­ßen Be­völ­ke­rung noch im­mer pro­ble­ma­tisch. Die Au­to­rin lässt Lie­be und Tod – als Per­so­nen – um die Be­zie­hung ei­nes Paa­res spie­len wie mit Spiel­fi­gu­ren. Trotz sei­ner 400 Sei­ten ist die Er­zäh­lung nie lang­at­mig. kat Mar­tha Bro­cken­brough, Das Spiel von Lie­be und Tod, Loewe, 400 Sei­ten, 18,95 Eu­ro, als E-Book 9,99 Eu­ro Ka­tin­ka will Schrift­stel­le­rin wer­den. Lin­da hat das be­reits ge­schafft, nun gibt sie Ka­tin­ka Schreib­un­ter­richt. Die Ge­sprä­che mit der al­lein le­ben­den Frau hel­fen dem Mäd­chen auch, mit sei­ner neu­en Fa­mi­li­en­si­tua­ti­on klar­zu­kom­men. Seit Ma­mas Tod war Pa­pa al­lein­er­zie­hend. Nun hat er ei­ne neue Freun­din. Die fin­det Ka­tin­ka zwar nett, fragt sich aber, ob Ma­ma da­durch nicht ver­ges­sen wird. In­dem sie schreibt, merkt die Toch­ter: Ma­ma ist Teil mei­ner Ge­schich­te, da­durch kann ich sie gar nicht ver­ges­sen. Nie! Au­to­rin An­net Hui­zing, die Lin­da sehr ähn­lich sein dürf­te, bringt mit ei­ner Spit­zen­idee ein tol­les Ju­gend­buch und ei­ne „An­lei­tung“für li­te­ra­ri­sches Schrei­ben zu­sam­men. Ka­tin­ka re­flek­tiert Lin­das Tipps für span­nen­de Fi­gu­ren, ein mit­rei­ßen­des Er­zähl­tem­po oder wie man Ge­füh­le be­schreibt. Und macht dann ge­nau das. Aus­nahms­wei­se sei der Schluss die­ses klu­gen Bu­ches ver­ra­ten, wenn der Le­ser – ver­blüfft – fest­stellt, dass Ka­tin­ka be­reits ei­ne ge­fei­er­te Au­to­rin ist, die ih­re Ge­schich­te rück­bli­ckend er­zählt, aus Sicht der 13-Jäh­ri­gen. Bo­nus: Das Buch ent­hält ein lee­res No­tiz­buch. Wer gleich selbst zum Stift grei­fen möch­te, hat schon das Pa­pier zur Hand. kat An­net Hui­zing, Wie ganz zu­fäl­lig aus mei­nem Le­ben ein Buch wur­de, Mixt­vi­si­on, 152 Sei­ten, 13,90 Eu­ro

Ab 12 Jah­re

Ab 14 Jah­re

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