End­spurt beim Zel­ti­val

Ka­ba­rett, Aus­tro­pop und Zir­kus

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Die Region - SO

Das Karls­ru­her Zel­ti­val im Toll­haus (Al­ter Schlacht­hof 35) geht in sei­ne letz­te Wo­che. Noch bis zum kom­men­den Sonn­tag, 7. Au­gust, fin­det je­den Abend ein Kon­zert statt – die Band­brei­te reicht vom In­die­rock über Aus­tro­pop und afri­ka­ni­schen Blues bis hin zu baye­ri­schem Ka­ba­rett.

Heu­te: Na­da Surf

Seit mehr als 20 Jah­ren gel­ten Na­da Surf als In­die-Pop-In­sti­tu­ti­on. So lange schon ver­zau­bert die ame­ri­ka­ni­sche Band um Front­mann Mat­t­hew Caws ih­re Fans mit Songs von ein­schmei­cheln­der Har­mo­nie, schram­meln­dem Gi­tar­ren­sound, aber auch in Tö­nen ge­fass­ter Me­lan­cho­lie. Das Kon­zert be­ginnt um 20 Uhr.

Mon­tag: Alex­an­der Abreu

Alex­an­der Abreu gilt als ei­ner der bes­ten Trom­pe­ter sei­ner Ge­ne­ra­ti­on. Mit sei­nem bril­lan­ten Klang und sei­nem vir­tuo­sen Spiel war der Aus­nah­me­mu­si­ker über Nacht be­kannt und zur Re­fe­renz der Stu­dio­trom­pe­ter in Ku­ba ge­wor­den. Sein Klang be­rei­chert un­zäh­li­ge Auf­nah­men der Top-Grup­pen der La­tin-Sze­ne. 2008 grün­de­te er die Band Ha­va­na d’Pri­me­ra, die heu­te als das be­deu­tends­te neue­re Sal­sa-Orches­ter Ku­bas ge­fei­ert wird. Das Kon­zert be­ginnt um 20.30 Uhr.

Di­ens­tag: Ana Ti­joux

Ana Ti­joux wuchs in Frank­reich auf, wo­hin ih­re El­tern vor der chi­le­ni­schen Mi­li­tär­dik­ta­tur gef lo­hen wa­ren, seit 1993 lebt sie wie­der in Chi­le. Seit ih­rem Ein­stieg in die Hip-Hop Sze­ne Mit­te der 90er Jah­re hat sie sich zu ei­ner der be­kann­tes­ten weib­li­chen MCs ent­wi­ckelt. Ana Ti­joux kann man als kul­tu­rel­les Sym­bol des mo­der­nen Süd­ame­ri­kas be­trach­ten. Be­ginn: 20.30 Uhr.

Mitt­woch: Xsa­ha­ra Nights

Mit Bom­bi­no und Vieux Far­ka Tou­ré ste­hen zwei der pro­mi­nen­tes­ten afri­ka­ni­schen Gi­tar­ris­ten zu­sam­men an ei­nem Abend auf der Büh­ne und las­sen die Wüs­te be­ben. Bom­bi­no ver­bin­det das mu­si­ka­li­sche Er­be von Gi­tar­ris­ten wie John Lee Hoo­ker, Ji­mi Hen­d­rix und Jim­my Pa­ge mit dem hyp­no­ti­schen Groo­ve des De­sert Blues. Vieux Far­ka Tou­ré, Sohn der ver­stor­be­nen Gi­tar­ris­ten­vor le­gen­de Ali Far­ka Tou­ré aus Ma­li, ver­eint die Phra­sie­run­gen sei­nes Va­ters mit der afri­ka­ni­schen Blues-Rock-Variante. Be­ginn: 20 Uhr.

Don­ners­tag: M. Schwarz­mann

In brei­tes­tem Dia­lekt schmet­tert die baye­ri­sche Ka­ba­ret­tis­tin Mar­ti­na Schwarz­mann Lie­der zu ih­rer Gi­tar­re oder trägt ei­nes ih­rer Ge­dich­te vor. „Gscheid gfreid“ist ihr fünf­tes Büh­nen­pro­gramm, wel­ches wei­t­aus per­sön­li­cher ist als die vor­he­ri­gen. Die Ver­an­stal­tung be­ginnt um 20 Uhr.

Frei­tag: Electric Swing Cir­cus

Der 6-köp­fi­ge Electric Swing Cir­cus aus dem bri­ti­schen Bir­ming­ham ist an­ge­tre­ten, das Gen­re des Elec­tro-Swing neu zu de­fi­nie­ren. Ein­flüs­se aus dem Swing und Jazz der 20er Jah­re tref­fen auf Break­beat, Hou­se, Reg­gae und Dub­step. In ge­ra­de mal zwei Jah­ren hat sich der Electric Swing Cir­cus zum hei­ßes­ten Elec­tro-Swing Act En­g­lands ge­mau­sert, und mitt­ler­wei­le tän­zeln sie sich auch auf die in­ter­na­tio­na­len Büh­nen. Be­ginn: 20.30 Uhr.

Sams­tag: Ley­ya und „FDG“

Span­nen­de Ver­tre­ter des hoch­ge­prie­se­nen neu­en Aus­tro­pops und ei­ne auf­stre­ben­de deut­sche Band ver­eint die­ser Abend, der dem jun­gen ro­cki­gen Pop ge­wid­met ist. Auf sei­nem De­büt­al­bum „Spa­nish Dis­co“lässt das Duo Ley­ya gleich meh­re­re Wel­ten ge­konnt auf­ein­an­der­tref­fen: Kunst ge­gen Pop, fi­li­gran vor­ge­tra­ge­ne Me­lo­di­en ge­gen schwe­re elek­tro­ni­sche Beats, Land ge­gen Stadt, Kon­zept ge­gen Cha­os. Die Band Fa­re­well De­ar Ghost scheut sich nach wie nicht vor gro­ßen Ges­ten und Ge­füh­len. Wohl­do­sier­ter Pa­thos trifft auf Zwei­fel und Hoff­nung glei­cher­ma­ßen. Be­ginn: 20 Uhr.

Sonn­tag, 7. Au­gust: Ab­schluss

Als Brü­cken­schlag zum „Atoll“Fes­ti­val für zeit­ge­nös­si­schen Zir­kus (15. bis 18. Sep­tem­ber) prä­sen­tiert das Zel­ti­val sei­nen Ab­schluss­abend mit ei­nem Dop­pel­pro­gramm, das Mu­sik und Akro­ba­tik, Zir­kus und Thea­ter ver­gnüg­lichst ver­bin­det. Das ein­stün­di­ge E1NZ spielt „2WÄI“passt in kei­ne Schub­la­de. Her­kömm­li­che Jon­glie­ru­ten­si­li­en und All­tags­ge­gen­stän­de wer­den zweck­ent­frem­det. Aus Ar­gen­ti­ni­en kommt Santiago Mo­re­no, der als „L’Hom­me Orches­t­re“auf das ver­gnüg­lichs­te sei­ne un­ter­schied­li­chen Ta­len­te vir­tu­os ver­bin­det. Be­ginn ist um 20 Uhr.

Span­nen­de Ver­tre­ter des hoch­ge­prie­se­nen neu­en Aus­tro­pops: Beim Duo Ley­ya tref­fen meh­re­re Wel­ten auf­ein­an­der. Kunst ge­gen Pop, fi­li­gran vor­ge­tra­ge­ne Me­lo­di­en ge­gen schwe­re elek­tro­ni­sche Beats, Land ge­gen Stadt. Wie das klingt, er­fährt man am Sams­tag beim Karls­ru­her Zel­ti­val. Fo­to: pr

Am Di­ens­tag beim Zel­ti­val: die Ka­ba­ret­tis­tin Mar­ti­na Schwarz­mann. baye­ri­sche Fo­to: pr

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