Nas­se Kunst

Das ZKM Karls­ru­he prä­sen­tiert die Di­gi­ta­len Was­ser­spie­le

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Die Region - SO

Wäh­rend der hei­ßen Som­mer­mo­na­te ver­wan­deln Brun­nen­an­la­gen und Was­ser­fon­tä­nen Jahr für Jahr das Bild von Städ­ten. In die­sem Jahr wer­den in Karls­ru­he im Rah­men der Di­gi­ta­len Was­ser­spie­le gleich zwei sol­cher Kunst­er­leb­nis­räu­me ge­schaf­fen: „RainDan­ce“(am Markt­platz, bis 24. Sep­tem­ber, täg­lich 12 bis 14 Uhr und 18 bis 20 Uhr) und die „3D Wa­ter­ma­trix“(ZKM-Foy­er, bis 4. Sep­tem­ber, Mitt­woch bis Frei­tag 10 bis 18 Uhr, Sams­tag und Sonn­tag 11 bis 18 Uhr) ver­ei­nen un­ter­schied­li­che krea­ti­ve An­sät­ze mit mo­der­ner Tech­no­lo­gie. Zu­sam­men las­sen sie ei­ne le­ben­di­ge Was­ser­spiel­sze­ne für die mo­der­ne Stadt ent­ste­hen, in der sich Stau­nen über das Was­ser­mög­li­che und das Ver­gnü­gen am ei­ge­nen Er­le­ben ver­dich­ten. „RainDan­ce“ist ei­ne in­ter­ak­ti­ve Klang­in­stal­la­ti­on des ame­ri­ka­ni­schen Künst­lers Paul De Ma­ri­nis, in der Was­ser als Über­trä­ger von Klang­vi­bra­tio­nen er­leb­bar wird. Aus meh­re­ren an ei­nem Ge­rüst be­fes­tig­ten und per Com­pu­ter ge­steu­er­ten pa­ten­tier­ten Mo­du­la­ti­ons­dü­sen reg­nen Sprüh­strah­len als Was­ser­trop­fen her­ab. Die mo­nu­men­ta­le „3D Wa­ter­ma­trix“im ZKM-Foy­er zeigt „Was­ser­ar­bei­ten“von Shi­ro Ta­ka­ta­ni (Ja­pan) und Christian Par­tos (Schwe­den). Sie steht für den Be­ginn ei­ner neu­en Ge­ne­ra­ti­on an di­gi­ta­ler Was­ser­tech­no­lo­gie. Beim Ein­tre­ten in den Black Cu­be der In­stal­la­ti­on ent­fal­tet sich vor den Au­gen der Be­su­cher ei­ne thea­tra­le At­mo­sphä­re: Be­glei­tet von me­cha­ni­schen Ge­räu­schen er­schei­nen in der Mit­te des dunk­len Raums Fi­gu­ra­tio­nen und Mus­ter wie von Geis­ter­hand in die Luft ge­zeich­net für ei­nen Mo­ment auf, ehe sie ih­re Form auf­lö­sen und in neue For­men über­ge­hen. Die Ge­schich­te der Brun­nen­ar­chi­tek­tur reicht von ein­fa­chen Schöpf­brun­nen über mit­tel­al­ter­li­che al­le­go­ri­sche Was­ser­spei­er und tech­nisch auf­wen­di­ge Was­ser­in­sze­nie­run­gen in Re­nais­sance und Ba­rock (zum Bei­spiel die Was­ser­an­la­ge mit Was­ser­thea­ter und Kas­ka­de im Berg­park Kas­selWil­helms­hö­he) bis zu den Ther­malbrun­nen der Heil­bä­der­kul­tur des 19. Jahr­hun­derts. Zahl­rei­che Ge­mäl­de, An­sichts­kar­ten, pri­va­te Fo­to­gra­fi­en und Fil­me be­le­gen, wel­che ma­gne­ti­sche An­zie­hungs­kraft Was­ser­spie­le für Men­schen je­den Al­ters ha­ben. Man den­ke nur an die Jung­brun­nen von Hans Se­bald Be­ham oder Lu­cas Cra­nach, die Brun­nen­an­la­ge von Ver­sailles oder den Tre­vi-Brun­nen in Rom, der als Ku­lis­se der Schlüs­sel­sze­ne in La dol­ce vi­ta (1960) ei­nem Le­bens­ge­fühl Aus­druck ver­lieh. Die di­gi­ta­le Tech­no­lo­gie er­laubt heu­te ei­nen er­wei­ter­ten künst­le­ri­schen Um­gang mit Was­ser. Mit­hil­fe des Com­pu­ters lässt sich je­der Was­ser­trop­fen kon­trol­lie­ren und zu Bil­dern oder Tö­nen um­wan­deln. Da­bei wer­den pro­gram­mier­te Was­ser­trop­fen zu Pi­xeln, Brun­nen zu rea­len 3D-Fil­men und Was­ser­spie­le zu ei­ner neu­en Kunst­form: Ephe­me­re Was­ser­fil­me, Was­ser­tex­te, Was­ser­mu­sik, Was­ser­ge­mäl­de, be­geh­ba­re und in­ter­ak­ti­ve Was­serskulp­tu­ren oder Was­ser­ar­chi­tek­tu­ren er­zeu­gen neu­ar­ti­ge Er­leb­nis­for­men.

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