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Der Sonntag (Mittelbaden) - - Tipps & Themen - Avs

Re­né will nicht sein wie al­le an­de­ren. Schon gar kein Mit­läu­fer. Er grenzt sich ab durch schwar­ze Kla­mot­ten und sei­nen – wie er selbst meint – ex­qui­si­ten Mu­sik­ge­schmack. Al­les Aus­druck sei­ner Geis­tes­hal­tung. Re­né ist 16 und Prot­ago­nist in An­dré Ku­bic­zeks neu­em Ent­wick­lungs­ro­man „Sze­nen ei­nes Som­mers“. Die Ge­schich­te spielt vor über 30 Jah­ren in Pots­dam. Sie be­ginnt im Ju­li 1985, als sie­ben lange Wo­chen Fe­ri­en vor dem an­ge­hen­den In­ter­nats­schü­ler Re­né lie­gen – und die gan­ze Zeit hat er sturm­freie Bu­de. Ver­hei­ßungs­voll ist das. Seit sei­nem Schrift­stel­ler­de­büt „Jun­ge Ta­len­te“(2004) hat sich An­dré Ku­bic­zek (Jahr­gang 1969) zu ei­ner fes­ten Grö­ße in der deut­schen Po­p­li­te­ra­tur ent­wi­ckelt. Sein im­mer wie­der­keh­ren­des The­ma: die letz­te DDR-Ge­ne­ra­ti­on und ih­re besondere Le­bens­welt vor und nach der Wen­de. Ob­wohl der jun­ge An­ti­held sich am En­de – et­was vor­aus­seh­bar – ver­än­dert hat, ge­lingt es Ku­bic­zek mit sei­nem la­ko­ni­schen Stil, die Le­ser über 384 Sei­ten bei der Stan­ge zu hal­ten, wenn auch ei­gent­lich nichts Gro­ßes pas­siert. Sein ori­en­tie­rungs­lo­ser Möch­te­gern-In­tel­lek­tu­el­ler Re­né fin­det schließ­lich in ei­ner Pun­ke­rin aus Künst­ler­krei­sen ei­ne neue See­len­ver­wand­te. An­dré Ku­bic­zek, Skiz­ze ei­nes Som­mers, Ro­wohlt, 384 Sei­ten, 19,95 Eu­ro

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