Po­le Po­si­ti­on für Ros­berg

For­mel 1 am Ho­cken­heim­ring: Ni­co Ros­berg star­tet von der Po­le Po­si­ti­on

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Erste Seite - Tho­mas Wei­te­kamp und Mar­co Hei­bel

Ni­co Ros­berg star­tet heu­te (14 Uhr/RTL) von der Po­le Po­si­ti­on in den Gro­ßen Preis von Deutsch­land. Er hat wie vor zwei Jah­ren bei sei­nem Er­folg auf dem Ho­cken­heim­ring da­mit die bes­ten Sieg­chan­cen. Ros­bergs bri­ti­scher For­mel-1Team­kol­le­ge Le­wis Ha­mil­ton kam in der Qua­li­fi­ka­ti­on auf den zwei­ten Platz. Im WM-Klas­se­ment könn­te Ros­berg mit ei­nem Sieg Ha­mil­ton an der Spit­ze wie­der ab­lö­sen. Nur vom sechs­ten Rang aus kann der vier­ma­li­ge Welt­meis­ter Sebastian Vet­tel im Fer­ra­ri das Ren­nen in An­griff neh­men. Zwei Rän­ge da­hin­ter steht Ni­co Hül­ken­berg im Force In­dia nach ei­ner Ein-Platz-Stra­fe we­gen des Ein­sat­zes fal­scher Rei­fen.

Mer­ce­des-Pi­lot Ni­co Ros­berg hat beim Come­back der For­mel 1 in Deutsch­land die Po­le Po­si­ti­on er­obert und greift wie­der nach der Füh­rung im WM-Klas­se­ment. Der 31-Jäh­ri­ge ver­wies im Qua­li­fy­ing von Ho­cken­heim sei­nen Te­am­ri­va­len Le­wis Ha­mil­ton auf den zwei­ten Platz und sorg­te für Ju­bel bei den deut­schen Fans, die 2014 zum letz­ten Mal ein Heim­ren­nen ge­se­hen hat­ten. Rund ei­ne Zehn­tel­se­kun­de trenn­te die Ri­va­len im Kampf um die Po­le, nur sechs Punk­te liegt Ros­berg im Ge­samt­klas­se­ment vor dem heu­ti­gen Ren­nen (14 Uhr/ RTL) zu­rück – mit ei­nem Sieg wür­de er da­her als WM-Spit­zen­rei­ter in die vier­wö­chi­ge Som­mer­pau­se ge­hen. Erst am ver­gan­ge­nen Wo­che­n­en­de hat­te Welt­meis­ter Ha­mil­ton den Deut­schen erst­mals in die­sem Jahr vom Thron ge­sto­ßen. „Das war ein tol­les Ge­fühl, ei­ne tol­le Run­de. Ich hat­te nur noch die­sen ei­nen Ver­such“, sag­te Ros­berg, der im ent­schei­den­den Ab- schnitt sei­ne ers­te schnel­le Run­de we­gen Elek­tro­nik­pro­ble­men ab­bre­chen muss­te: „Da hat mein Gas­pe­dal den Geist auf­ge­ge­ben.“Im ent­schei­den­den Mo­ment be­hielt er aber die Ner­ven. Ha­mil­ton gab sich in­des op­ti­mis­tisch

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für das Ren­nen: „In Ho­cken­heim kann man sehr gut über­ho­len, auf kaum ei­nem Kurs ist es ein­fa­cher.“Start­platz drei ging an Re­dBull-Pi­lot Da­ni­el Ric­ci­ar­do (Aus­tra­li­en) vor sei­nem Team­kol­le­gen Max Ver­stap­pen (Nie­der­lan­de). Sebastian Vet­tel, der sein ers­tes „Heim­spiel“mit Fer­ra­ri be­strei­tet, be­leg­te den sechs­ten Platz noch hin­ter Ki­mi Räik­kö­nen im zwei­ten ro­ten Ren­ner. Der Scu­de­ria droht da­mit auch in Ho­cken­heim nur die Rol­le als drit­te Kraft. „Es war ein biss­chen der Wurm drin“, sag­te Vet­tel bei RTL. Ni­co Hül­ken­berg (Force In­dia) er­reich­te den sieb­ten Rang, wur­de aber we­gen fal­scher Rei­fen um ei­nen Platz zu­rück ge­setzt. Ein viel be­ach­te­ter Zu­schau­er am Ho­cken­heim­ring war der 17-jäh­ri­ge Mick Schu­ma­cher, der in der ADAC For­mel 4 ge­ra­de an sei­ner ei­ge­nen Mo­tor­sport­kar­rie­re ar­bei­tet. Er war ges­tern in der Fer­ra­ri-Box zu Gast und ver­folg­te das Qua­li­fy­ing aus der Mer­ce­des­Ga­ra­ge. Sein Va­ter, For­mel-1-Re­kord­welt­meis­ter Micha­el Schu­ma­cher, und sein On­kel Ralf hat­ten einst in Ho­cken­heim ge­won­nen. Bei­de schaff­ten dies in Zei­ten, als die For­mel 1 in Deutsch­land noch für voll be­setz­te Tri­bü­nen und lange Schlan­gen an den Kas­sen­häus­chen sorg­te. Ros­berg und Vet­tel wird die­se Auf­merk­sam­keit längst nicht mehr zu­teil, und das ist ein gro­ßes Pro­blem für die Stre­cken­be­trei­ber. Nur noch für die­se Sai­son und für 2018 be­steht ein Ver­trag mit For­mel1-Boss Ber­nie Eccles­to­ne, für ei­nen neu­en Kon­trakt ist der Ho­cken­heim­ring auf vie­le Zu­schau­er an­ge­wie­sen. Denn die ho­hen An­tritts­ga­gen ma­chen die For­mel 1 nicht nur in Deutsch­land zum Ri­si­ko­ge­schäft. 60000 Zu­schau­er hat Ho­cken­heim als Ziel aus­ge­ru­fen, da­mit kön­ne ein aus­ge­gli­che­nes Er­geb­nis er­reicht wer­den. Ges­tern wa­ren die Tri­bü­nen im Mo­to­drom teil­wei­se gut ge­füllt. Bis zum Frei­tag­abend wa­ren 54000 Ti­ckets für den Renn­sonn­tag ver­kauft wor­den. Die Zu­kunft der Kö­nigs­klas­se in Deutsch­land hängt den­noch am sei­de­nen Fa­den. Im Vor­jahr war be­reits der Gro­ße Preis von Deutsch­land am Nür­burg­ring er­satz­los ge­stri­chen wor­den, weil die Stre­cken­be­trei­ber fi­nan­zi­ell nicht mit dem For­mel-1-Ma­nage­ment über­ein­ka­men.

Fo­to: AFP

Vor­teil Ros­berg – der deut­sche Mer­ce­des-Pi­lot star­tet heu­te beim Gro­ßen Preis von Deutsch­land am Ho­cken­heim­ring von der Po­le Po­si­ti­on ins Ren­nen. Da­mit hat er die gro­ße Chan­ce, sich die Füh­rung in der Ge­samt­wer­tung wie­der zu­rück­zu­ho­len, die er ver­gan­ge­ne Wo­che in Un­garn an sei­nen Team­kol­le­gen Le­wis Ha­mil­ton ab­ge­ben muss­te.

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