Ide­en für die Zeit da­nach

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Erik Roos

„Wei­ße Ele­fan­ten“soll es nicht ge­ben

Wenn er nach den „wei­ßen Ele­fan­ten“ge­fragt wird, zeigt Ri­os Bür­ger­meis­ter Edu­ar­do Pa­es ger­ne auf die Are­na do Fu­turo. In der klei­nen Hal­le kämpft Hand­ball-Eu­ro­pa­meis­ter Deutsch­land wäh­rend der Olym­pi­schen Spie­le um Gold, schon bald aber soll die Kon­struk­ti­on ab­ge­baut und in vier Schu­len um­ge­wan­delt wer­den. „Wir ste­hen für nach­hal­ti­ge Spie­le“, sagt Pa­es dann. Un­ge­nutz­te Sta­di­en, „wei­ße Ele­fan­ten“al­so, kann sich die fi­nan­zi­ell nicht ge­ra­de auf Ro­sen ge­bet­te­te Stadt nicht er­lau­ben. War­nen­de Bei­spie­le gibt es ge­nug: Das Ten­nis­sta­di­on von At­lan­ta, das Schwimm­sta­di­on von At­hen oder die Beach­vol­ley­ball-Are­na in Pe­king gam­meln heu­te vor sich hin. Und auch Bra­si­li­en hat mit der Fuß­ball-WM 2014 schon schlech­te Er­fah­run­gen ge­macht. „Wir bau­en kei­ne wei­ßen Ele­fan­ten wie bei der WM. Al­les wird deut­lich be­schei­de­ner sein, als es in Lon­don war“, sagt Bür­ger­meis­ter Pa­es ger­ne. Das meis­te Geld flie­ße da­her in nach­hal­ti­ge, be­zahl­ba­re Pro­jek­te. „Al­le Sport­stät­ten zu­sam­men kos­ten we­ni­ger als das Olym­pia­sta­di­on in Tokio“für 2020, be­haup­tet Pa­es. Ei­ni­ge Ide­en sind in der Tat be­acht­lich. So gibt es in Rio kein „ech­tes“Olym­pia­sta­di­on. Die Er­öff­nungs- und Schluss­fei­er fin­den im Fuß­ball­tem­pel Ma­ra­ca­na statt, die Leicht­ath­le­tik-Wett­be­wer­be in der Are­na des Fuß­ball­klubs Bo­ta­fo­go. Auch hier gab es mah­nen­de Bei­spie­le. In Pe­kings „Vo­gel­nest“fin­den heu­te im Schnitt drei Sport­events pro Jahr statt. In Rio da­ge­gen exis­tiert für je­de der 15 neu ge­bau­ten Sport­stät­ten ein Kon­zept für die Zeit nach Olym­pia, meist als Trai­nings­zen­trum oder Kon­zert­hal­le. Ob die drei fast bau­glei­chen Ca­rio­ca-Are­nen tat­säch­lich sinn­voll ge­nutzt wer­den, wird sich erst in ei­ni­gen Jah­ren zei­gen. Auch das Ten­nis­sta­di­on und das ver­spä­tet er­öff­ne­te Ve­lo­drom müs­sen ih­re Nach­hal­tig­keit erst noch un­ter Be­weis stel­len. Im­mer­hin: Um die Are­na der olym­pi­schen Bo­gen­wett­be­wer­be muss sich nie­mand Sor­gen ma­chen. Um Gold ge­kämpft wird im welt­be­rühm­ten „Sam­badro­mo“, dem Schau­platz des jähr­li­chen Um­zugs der Sam­ba­schu­len im Kar­ne­val. Ein Leer­stand ist dort nicht zu be­fürch­ten.

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