Wür­den Sie gern in ei­ner Groß­fa­mi­lie le­ben?

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Aktuell - er/Fo­tos: Fa­b­ry

„Das Kon­zept ei­nes Mehr­ge­ne­ra­tio­nen­hau­ses ist nicht schlecht“, ant­wor­tet Me­ta Sei­ter (64), Rent­ne­rin aus Karls­ru­he. „Das funk­tio­niert aber nur mit kla­ren Regeln, die kon­se­quent um­ge­setzt wer­den. Ei­ne offene Kom­mu­ni­ka­ti­on ist da­bei eben­falls wich­tig. Ich selbst kom­me auch aus ei­ner Groß­fa­mi­lie.“ „Ja, aber im Sin­ne ei­ner Le­bens­form mit be­freun­de­ten Fa­mi­li­en“, er­zählt Claus Her­ting (36), Pas­to­ral­re­fe­rent aus Heidelberg. „Es soll­te Rück­zugs­or­te und ei­ge­ne Woh­nun­gen ge­ben. Trotz­dem könn­te man sich ei­nen Gar­ten, Ge­mein­schafts­räu­me oder ein Au­to tei­len und sich un­ter­stüt­zen und aus­tau­schen.“ „Even­tu­ell, aber nur mit be­stimm­ten Per­so­nen“, äu­ßert Ke­vin See­ger (19), Kfz-Mecha­tro­ni­ker aus Al­pirs­bach. „Ich ha­be ei­ne Schwes­ter, aber ein Kum­pel von mir hat sechs Ge­schwis­ter. Das könn­te ich mir schon auch gut vor­stel­len. Ich bin ein Fa­mi­li­en­mensch und le­be noch zu Hau­se bei mei­nen El­tern.“ „Mitt­ler­wei­le nicht mehr“, er­klärt To­ni Kirsch (37), Lok­füh­rer aus Straß­burg. „Ich bin in ei­nem Kin­der­heim auf­ge­wach­sen. Wir wa­ren ei­ne ein­ge­schwo­re­ne Ge­mein­schaft mit gro­ßem Zu­sam­men­halt. Die­se Zeit möch­te ich nicht missen. Trotz­dem bin ich jetzt froh mei­ne Ru­he und ei­nen Rück­zugs­ort zu ha­ben.“ „Ver­schie­de­ne Al­ters­stu­fen un­ter ei­nem Dach sind ei­ne schö­ne Idee“, be­tont Kers­tin Rieß (48), Rei­ni­gungs­kraft aus Karls­ru­he. „Man könn­te sich vie­le Auf­ga­ben auf­tei­len und sich ge­gen­sei­tig un­ter die Ar­me grei­fen. Das ken­ne ich noch von frü­her so, aber die­se Wer­te ge­hen lei­der im­mer mehr ver­lo­ren.“ „Nein, das steht nicht zur De­bat­te“, gibt An­ni­ka Krupp (26), tech­ni­sche Zeich­ne­rin aus Karls­ru­he, zur Ant­wort. „Ich ha­be ei­ne su­per­lie­be Fa­mi­lie, aber et­was räum­li­che Dis­tanz tut uns gut. Wir se­hen uns oft und ha­ben ein sehr gu­tes Ver­hält­nis, ge­ra­de weil je­der auch noch sein ei­ge­nes Ding macht.“

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.