der SONTAG bei...

Rie­ke Katz I Sän­ge­rin und Kom­po­nis­tin

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Die Region -

Wenn in die Karls­ru­her Gün­ther-Klotz An­la­ge wie­der hoch­som­mer­li­che Ru­he ein­ge­kehrt ist, bum­melt Rie­ke Katz gern an Sonn­ta­gen durchs stadt­na­he Grün rund um Flüss­chen und See. „Und wenn ich ganz be­son­ders ent­spannt bin, kann es gut sein, dass mir ein paar Tö­ne in den Kopf kom­men oder ein Wort oder ein Satz für den Text zu­fällt“, er­zählt die Mu­si­ke­rin. Die mu­si­ka­li­schen Ge­dan­ken­blit­ze wer­den im Han­dy ge­bän­digt und ge­spei­chert – als Keim­zel­le für neue Lie­der, die zu Hau­se am Kla­vier im klei­nen Ar­beits­zim­mer ent­ste­hen. Die Mu­sik hat dann meist viel Groo­ve und Me­lo­di­en mit der Fri­sche ei­nes mal sanft, mal et­was wil­der da­hin­flie­ßen­den Bachs in den Ber­gen. Die Schnitt­stel­le zwi­schen Jazz und Pop ha­ben es Rie­ke Katz an­ge­tan. Selbst­be­wusst, aber nie mit merk­wür­di­gen Pi­rou­et­ten, springt die 29-Jäh­ri­ge mal auf die ei­ne, mal auf die an­de­re Sei­te. Da­bei hat sie früh den Ehr­geiz ent­wi­ckelt, nicht nur mit In­ter­pre­ta­tio­nen von Stan­dards her­vor­zu­tre­ten, son­dern ih­re Hand­schrift als Kom­po­nis­tin und Ar­ran­ge­u­rin zu zei­gen. Ge­ra­de er­schien beim Karls­ru­her La­bel Her­bie Mar­tin Mu­sic ei­ne Aus­kopp­lung mit drei Lie­dern aus ih­rem Al­bum „New Start“von 2015. Das Haupt­stück der Sing­le „Men­tal­ly free“be­sticht mit kräf­ti­gem In­tro und fröh­lich Im­pro­vi­sa­ti­on. Katz singt „Le­leo le­leo lele­lo du­dauw“mit si­che­rer, auch die Hö­hen aus­lo­ten­der Stim­me. „Mez­zo-So­pran“wä­re die Stimm­la­ge in der Klas­sik. “Mei­ne Songs sind mu­si­ka­li­sche Ta­ge­buch­ein­trä­ge“, sagt die in Karls­ru­he le­ben­de jun­ge Frau. Ei­nen selbst er­leb­ten „neu­en Start“nach dem Stu­di­um von Pop-und Jazz­ge­sang in Nürn­berg the­ma­ti­siert sie in ih­ren eng­li­schen Tex­ten eben­so wie Brü­che im Le­ben, be­flü­geln­de Lie­be oder som­mer­li­ches leich­tes Le­ben. Schö­ner, ja „coo­ler“Künst­ler­na­me, wird sich man­cher den­ken, wenn er von Rie­ke Katz hört. Die Mu­si­ke­rin hieß al­ler­dings schon so, als sie im hei­mat­li­chen Na­gold bei der Abitur­prü­fung ein ei­ge­nes Flö­ten­stück er­klin­gen ließ, das der Prü­fer als „nicht zu be­wer­tend“ein­stuf­te. „Da­nach sag­te ich mir, jetzt erst recht“, ich blei­be bei mei­nem Weg und der Mu­sik treu, die ich mag“, be­rich­tet die jun­ge Frau von ei­ner ent­schei­den­den Si­tua­ti­on. In­zwi­schen hat sie als Ge­sangs- und Stimm­bil­dungs­leh­re­rin an ei­ner Musikschule und Di­ri­gen­tin ei­ne fes­te Ba­sis („Ich un­ter­rich­te wirk­lich sehr gern“) für ei­ge­ne Auf­trit­te. Im Quar­tett mit Bass, Schlag­zeug und Kla­vier kon­zen­triert sich Rie­ke Katz auf den Ge­s­angs­part. Sie lässt sich aber auch So­lo am EPia­no oder am Flü­gel aufs Pu­bli­kum ein. „Die CD ein­zu­spie­len war noch so ein Mei­len­stein für mich und ich ha­be viel Lust, dar­an an­zu­knüp­fen und neue Songs zu schrei­ben, viel­leicht so­gar ein­mal mit deut­schen Tex­ten.“Der Katz’sche Stil mag für man­che Jazz-Clubs zu leicht­ge­wich­tig und dem Pop na­he sein. An­de­rer­seits ist er zu aus­ge­feilt, um als Ne­ben­bei-Mu­sik durch­zu­ge­hen. Wirk­lich Un­ter­halt­sa­mes zwi­schen den Sti­len kommt nur durch ernst­haf­te Ar­beit von Pro­fis zu­stan­de. Bei Rie­ke Katz ver­bin­den sich ge­dank­li­che Frei­heit und Lust auf Hö­hen­flü­ge, um ge­nuss­vol­le Mu­sik un­ters Pu­bli­kum zu brin­gen. Tho­mas Liebs­cher

Fo­to: Ar­tis

Jazz-Sän­ge­rin mit ei­ge­nen Kom­po­si­tio­nen: Rie­ke Katz aus Karls­ru­he schreibt für sich Songs mit An­lei­hen beim Pop und ho­hem Un­ter­hal­tungs­wert.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.