Wer hilft Alep­po?

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Erste Seite -

Ein Groß­teil der Be­woh­ner der sy­ri­schen Stadt Man­bi­dsch, die beim Ab­zug der Ter­ror­mi­liz Is­la­mi­scher Staat (IS) von den Dschi­ha­dis­ten ent­führt wor­den wa­ren, ist wie­der frei. Die Zi­vi­lis­ten sei­en an den Rän­dern der Stadt und im Hin­ter­land frei­ge­las­sen wor­den, teil­te die Sy­ri­sche Be­ob­ach­tungs­stel­le für Men­schen­rech­te mit. Die IS-Kämp­fer hat­ten am Frei­tag rund 2000 Be­woh­ner als mensch­li­che Schutz­schil­de mit­ge­nom­men, als sie die hef­tig um­kämpf­te Stadt im Nor­den Sy­ri­ens auf­ga­ben. Die Ter­ror­mi­liz zog sich an die tür­ki­sche Gren­ze zu­rück, in die Stadt Ds­cha­rab­lus. In der ge­teil­ten Me­tro­po­le Alep­po gin­gen die Kämp­fe wei­ter. An­ge­sichts der dra­ma­ti­schen hu­ma­ni­tä­ren La­ge in der Stadt reg­te Bun­des­au­ßen­mi­nis­ter Frank-Wal­ter St­ein­mei­er (SPD) die Er­rich­tung ei­ner Luft­brü­cke an. „Wenn bei­de Tei­le Alep­pos wei­ter nicht hin­rei­chend hu­ma­ni­tär ver­sorgt wer­den kön­nen, soll­ten wir auch die Mög­lich­keit von Hil­fe aus der Luft prü­fen, vor al­lem bei me­di­zi­ni­schen Gü­tern“, sag­te St­ein­mei­er der „Welt am Sonn­tag“. In­ter­na­tio­na­le Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen war­nen vor ei­ner hu­ma­ni­tä­ren Ka­ta­stro­phe in der um­kämpf­ten und zer­stör­ten Stadt.“Ent­wick­lungs­mi­nis­ter Gerd Mül­ler (CSU) zeig­te sich an­ge­sichts der La­ge in Alep­po „fas­sungs­los“. Wer die grau­en­haf­te La­ge der Zi­vi­lis­ten der Men­schen dort igno­rie­re, be­ge­he ein Ver­bre­chen, sag­te Mül­ler dem Ma­ga­zin „Fo­cus“. Er for­der­te ein EU-Not­pro­gramm für das Bür­ger­kriegs­land.

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