In al­ler Ru­he übers neue Zu­hau­se in­for­mie­ren

In­halt, Form und Zeit­punkt: Die Mit­tei­lungs­pflich­ten des An­bie­ters von Leis­tun­gen sind ge­setz­lich ge­re­gelt

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Reise & Urlaub -

W er in ein Pfle­ge­heim, ei­ne Ein­rich­tung der Be­hin­der­ten­hil­fe oder ei­ne Pfle­ge-Wohn­ge­mein­schaft zieht, soll vor Ver­trags­ab­schluss in Ru­he ab­wä­gen kön­nen, ob das An­ge­bot sei­nen Wün­schen, Er­war­tun­gen, Be­dürf­nis­sen und fi­nan­zi­el­len Vor­stel­lun­gen ent­spricht. Laut Ge­setz muss der An­bie­ter da­her recht­zei­tig vor Ver­trags­ab­schluss be­stimm­te In­for­ma­tio­nen zur Ver­fü­gung stel­len. Da­mit es nicht bei un­ge­nau­en, un­ver­bind­li­chen Wer­be­aus­sa­gen bleibt, legt das Ge­setz fest, in wel­cher Form und wor­über der An­bie­ter vor Ver­trags­schluss in­for­mie­ren muss. Besondere Be­deu­tung ha­ben die­se In­for­ma­tio­nen, weil sie spä­ter Ge­gen­stand des Ver­tra­ges wer­den und der Ver­brau­cher sich dar­auf be­ru­fen kann. Will der Un­ter­neh­mer im Ver­trag et­was an­de­res ver­ein­ba­ren, muss er be­son­ders dar­auf hin­wei­sen, in wel­cher Wei­se er von der vor­ver­trag­li­chen In­for­ma­ti­on ab­weicht.

schrift­lich er­fol­gen in leicht ver­ständ­li­cher Spra­che ver­fasst sein und dem Ver­brau­cher recht­zei­tig vor Ver­trags­ab­schluss aus­ge­hän­digt wer­den. Wie die In­for­ma­tio­nen ge­nau aus­se­hen müs­sen, sagt das Ge­setz nicht. Die all­ge­mei­ne Darstel­lung der Ein­rich­tung kann aber zum Bei­spiel in ei­ner Bro­schü­re er­fol­gen. Pflicht be­steht auch zu fol­gen­den Aus­künf­ten:

La­ge des Ge­bäu­des (am Stadt­rand, in der In­nen­stadt, am Berg, an ei­ner Haupt­stra­ße, an ei­ner Bahn­li­nie usw.) Aus­stat­tung des Ge­bäu­des (An­zahl der Eta­gen oder Ge­bäu­de, An­zahl der Zim­mer, An­zahl der Bet­ten, Fahr­stuhl usw.) ge­mein­schaft­li­che Ein­rich­tun­gen und An­la­gen, die von den Be­woh­nern ge­nutzt wer­den kön­nen (z. B. Gar­ten­an­la­ge, Spei­se­saal für pri­va­te Fei­ern, Gäs­te­zim­mer, Tee­kü­che) Nut­zungs­be­din­gun­gen für die Ge­mein­schafts­ein­rich­tun­gen (et­wa An­mel­dung für Gäs­te­zim­mer oder pri­va­te Nut­zung des Spei­se­saals) Er­geb­nis­se der Qua­li­täts­prü­fung durch den Me­di­zi­ni­schen Di­enst der Kran­ken­ver­si­che­rung und die zu­stän­di­ge Lan­des­be­hör­de Da­bei reicht es nicht aus, nur die bei der Qua­li­täts­prü­fung er­mit­tel­te Ge­samt­no­te mit­zu­tei­len. Die In­for­ma­ti­on muss laut Ge­setz das Da­tum der letz­ten Prü­fung, die Ei­n­ord­nung des Prüf­ergeb­nis­ses nach ei­ner Be­wer­tungs­sys­te­ma­tik ei­ne Zu­sam­men­fas­sung der Prüf­ergeb­nis­se be­inhal­ten.

Grö­ße des Wohn­raums und An­zahl der Räu­me Art der Ver­pfle­gung und Häu­fig­keit von Mahl­zei­ten Art, In­halt und Um­fang von Pfle­ge­und Be­treu­ungs­leis­tun­gen, die vom Un­ter­neh­mer kon­kret er­bracht oder vor­ge­hal­ten wer­den Leis­tungs­kon­zept, das den an­ge­bo­te­nen Leis­tun­gen zu Grun­de liegt (in wel­chem Rah­men, in wel­cher Wei­se und mit wel­chem Ziel wer­den Leis­tun­gen er­bracht) Ge­sam­tent­gelt für die an­ge­bo­te­nen und in Be­tracht kom­men­den Leis­tun­gen Hö­he des Ent­gelts für die ein­zel­nen Ent­gelt­be­stand­tei­le für Wohn­raum, Ver­pfle­gung, Pfle­ge und/oder Be­treu­ung, ge­son­dert be­re­chen­ba­re In­ves­ti­ti­ons­auf­wen­dun­gen Vor­aus­set­zun­gen für Leis­tungs­und Ent­gel­tän­de­run­gen Um­fang und Fol­gen ei­nes Aus­schlus­ses der Pflicht, die Leis­tung bei ver­än­der­tem Pfle­ge- oder Be­treu­ungs­be­darf an­zu­pas­sen Seit dem 1. April 2016 muss ein Un­ter­neh­men auf sei­ner Web­sei­te, in den All­ge­mei­nen Ge­schäfts­be­din­gun­gen oder zu­min­dest im Ver­trag die Ver­brau­und cher dar­über in­for­mie­ren, ob es be­reit oder ver­pflich­tet ist, an Sch­lich­tungs­ver­fah­ren vor ei­ner an­er­kann­ten Ver­brau­cher­schlich­tungs­stel­le teil­zu­neh­men. Au­ßer­dem muss das Un­ter­neh­men mit An­schrift und Web­sei­te die zu­stän­di­ge Ver­brau­cher­schlich­tungs­stel­le be­nen­nen.

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