Mö­gen Sie Ih­ren Vor­na­men?

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Aktuell - er/Fo­tos: Fa­b­ry

„Nein, eher nicht“, ant­wor­tet Ju­lia Winkler (24), Stu­den­tin aus Karls­ru­he. „Es gibt zu vie­le Leu­te, die so hei­ßen. Ge­fühlt ist es je­de Drit­te. Das war schon in der Grund­schu­le und im Gym­na­si­um so. Um all die Ju­li­as aus­ein­an­der hal­ten zu kön­nen, wer­den oft Spitz­na­men wie Ju­le oder Jul­chen ver­ge­ben.“ „Ich mag mei­nen Vor­na­men nicht so rich­tig“, meint Sela­mi Da­gˇ­ta˛so­gˇlu (23), Prak­ti­kant aus Karls­ru­he. „Der Na­me wird oft falsch ver­stan­den, ge­ra­de von Kin­dern. Für Deut­sche klingt das ein­fach zu sehr nach Sa­la­mi. Da­bei hat er im Tür­ki­schen ei­ne schö­ne Be­deu­tung: ,fried­lich’. Schon mein Opa hieß so.“ „Ich mag ihn nicht be­son­ders“, ant­wor­tet Uwe Pall­me (29), Stra­ßen­bau­er aus Pforz­heim. „Un­ter die­sem Na­men stellt man sich ei­nen äl­te­ren Men­schen vor. War­um ich ihn be­kom­men ha­be, weiß ich nicht. Mei­ne Kin­der ha­ben un­ge­wöhn­li­che, eng­li­sche Na­men: Emi­ly, Shai­na und Da­ve. Das ge­fällt mir bes­ser.“ „Ich fin­de ihn gut“, be­tont Tho­mas Ol­schew­ski (40), Land­schafts­gärt­ner aus Kup­pen­heim. „Dass auch vie­le an­de­re so hei­ßen, stört mich nicht. Er ist eben gu­ter Durch­schnitt und vor al­lem kom­bi­niert mit dem Nach­na­men Mül­ler weit ver­brei­tet. Als Mäd­chen wä­re ich wohl ei­ne San­dra ge­wor­den, heißt es.“ „Ich mag mei­nen Vor­na­men“, sagt Ri­ta Lan­gen­stein (61), Er­go­the­ra­peu­tin aus Frei­burg. „Mei­ne Mut­ter woll­te ei­nen Na­men, den man nicht ab­kür­zen kann. Er hat da­mals au­ßer­dem gut in die Zeit ge­passt. An­ders als zum Bei­spiel Em­ma hat er aber noch kei­ne Re­nais­sance er­fah­ren. Mein Zweit­na­me ist Lu­zia.“ „Ich bin zu­frie­den mit mei­nem Na­men“, er­wi­dert Ma­nue­la Merz (54), er­werbs­un­fä­hig, aus Karls­ru­he. „Man­che Leu­te ru­fen mich Ela oder Ma­nu. Das hat mich am An­fang ge­stört, da mir mein vol­ler Na­me bes­ser ge­fällt. Aber mitt­ler­wei­le ha­be ich mich dar­an ge­wöhnt und ich fin­de es in Ord­nung.“

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