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Der Sonntag (Mittelbaden) - - Tipps & Themen - Wh

Dass aus Is­land tol­le Fuß­bal­ler kom­men, wis­sen vie­le wohl erst seit den über­ra­schen­den EM-Er­fol­gen der Wi­kin­ger-Ki­cker. Dass der nord­eu­ro­päi­sche In­sel­staat mit sei­nen ge­ra­de mal 330 000 Ein­woh­nern groß­ar­ti­ge Mu­si­ker her­vor­bringt, ist schon län­ger be­kannt. Nach Björk, Si­gur Rós, Of Mons­ters And Men oder Emi­lia­na Tor­ri­ni tut sich nun Un­nar Gís­li Si­gur­munds­son ali­as Júníus Mey­vant her­vor. Und wohl sel­ten klang ein is­län­di­sches Al­bum we­ni­ger nach Is­land. Denn was der rau­sche­bär­ti­ge Rot­schopf Mey­vant hier mit „Floa­ting Har­mo­nies“ab­lie­fert, ist pracht­vol­ler Folk-Soul, der an ganz gro­ße US-ame­ri­ka­ni­sche Vor­bil­der er­in­nert. Da sind fet­te Strei­cher- und Blä­ser­sät­ze zu hö­ren, die in den be­rühm­ten Stu­di­os von Mo­town oder Stax wäh­rend der 60er und 70er Jah­re nicht bes­ser klan­gen. Gi­tar­ren und Bäs­se per­len un­ge­mein fun­ky aus den Bo­xen. Und als Sah­ne­häub­chen singt der mu­si­ka­li­sche Spät­star­ter von den is­län­di­schen West­man Is­lands mit ei­ner leicht an­ge­rau­ten, sen­si­blen und sehr wand­lungs­fä­hi­gen Stim­me, die eben­falls kei­ne Ver­glei­che scheu­en muss. Im sie­ben­mi­nü­ti­gen „Ma­nos“lässt Mey­vant so­gar wun­der­bar leicht­fü­ßi­gen Sam­ba ein­flie­ßen. Júníus Mey­vant hat sich da­für – eben­so wie Is­lands Fuß­ball­hel­den – ein zünf­ti­ges Klatsch-Ri­tu­al ver­dient.

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