Le­se­stoff

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Tipps & Themen - Ca­ro

Der Bild­schirm ist leer, der Kopf auch. Vi­el­leicht lie­ber ins Ca­fé ge­hen? Vie­le Schrift­stel­ler ken­nen Schreib­blo­cka­den – auch der Ber­li­ner Til­man Rammstedt (41), Bach­mann-Preis­trä­ger und Au­tor von Ro­ma­nen wie „Der Kai­ser von Chi­na“. Er hat sein neu­es Buch in drei Mo­na­ten als Fort­set­zungs­ro­man ge­schrie­ben und ein­ge­le­sen. Ver­öf­fent­licht wur­den die Ka­pi­tel im In­ter­net und über Whats­App. Ein viel be­ach­te­tes Ex­pe­ri­ment. Die De­ad­line je­den Werk­tag war Ansporn für Rammstedt. Mehr als 2 000 Abon­nen­ten ha­ben die Ent­ste­hung von „Mor­gen mehr“ver­folgt und in den Sel­fies ge­se­hen, was für Au­gen­rin­ge Rammstedt beim Schrei­ben be­kam. Jetzt ist das di­gi­ta­le Ex­pe­ri­ment vor­bei und der Ro­man im Han­del er­schie­nen. Rammstedt er­zählt ei­ne Mi­schung aus Schel­men­ro­man und Road­mo­vie, ein­ge­färbt mit Re­tro-Fil­ter wie aus ei­nem al­ten Fo­to­al­bum. Es tre­ten auf: Clau­dia, die Lie­be des Va­ters. Ein Möch­te­gern-Un­ter­welt-Kö­nig na­mens Di­mi­tri, der ei­gent­lich Uwe heißt. Drei Män­ner mit Pelz. Ein zwölf Jah­re al­ter Jun­ge, der merk­wür­di­ge Fra­gen stellt. Was die li­te­ra­ri­sche Qua­li­tät an­geht, pen­delt die Kri­tik zwi­schen „ziem­lich ge­ni­al“und „bra­vem Tisch­feu­er­werk“. Bei­des stimmt.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.