Sonn­tags-Cock­tail

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Wetter - Avs/AFP

In­di­ens Pre­mier­mi­nis­ter Na­ren­dra Mo­di hat es mit dem An­zug, in den in fei­nen gol­de­nen Buch­sta­ben fort­lau­fend sein Na­me ein­ge­webt ist, ins Guin­ness-Buch der Re­kor­de ge­schafft. Der Zwei­tei­ler, der 2015 für viel Spott ge­sorgt hat­te, wur­de als der teu­ers­te je­mals ver­stei­ger­te An­zug in die Re­kord­lis­te auf­ge­nom­men. Der hoch­ge­schlos­se­ne dunk­le An­zug, auf dem im­mer aufs Neue „Na­ren­dra Da­mo­dar­das Mo­di“zu le­sen ist, war 2015 von ei­nem in­di­schen Dia­man­ten­mo­gul für knapp 567 000 Eu­ro er­stei­gert wor­den. Mo­di hat­te den Re­kord-An­zug bei ei­nem Be­such von US-Prä­si­dent Ba­rack Oba­ma in Neu Delhi ge­tra­gen und da­mit für viel Hä­me ge­sorgt. Im Kurz­mit­tei­lungs­dienst Twit­ter ver­brei­te­ten sich Na­h­auf­nah­men des An­zugs un­ter dem Hash­tag #Mo­diSuit. „Vi­el­leicht fürch­te­te er, dass je­mand sei­ne Klei­dung klaut?“, mut­maß­te ein Spöt­ter, der von ei­nem „mit Ei­tel­keit ge­streif­ten An­zug“sprach.

Für Best­sel­ler-Au­tor Alain de Bot­ton ist Ro­man­tik ein gro­ßer Feind der Lie­be: „In der Ro­man­tik hieß es, wenn Du ei­nem Ge­fühl folgst, fin­dest du die Wahr­heit“, sag­te der 46-Jäh­ri­ge der „Süd­deut­schen Zei­tung“. Er fin­de das ge­fähr­lich – Jah­re spä­ter hät­ten die­se Men­schen dann sechs Kin­der und lie­ßen sich schei­den, weil das Ge­fühl nicht mehr da sei. De Bot­ton riet, wah­re Lie­be vor al­lem als „Ver­ge­ben“zu in­ter­pre­tie­ren. „Am bes­ten wä­re es, wenn man gleich zu Be­ginn ei­ner Be­zie­hung zu­gibt: Hör zu, das und das sind mei­ne Ma­cken.“

Mu­si­ker Jan De­lay be­fürch­tet ein wei­te­res Er­star­ken von rechts­ex­tre­men Kräf­ten in Deutsch­land und Eu­ro­pa. Er sei „er­schro­cken über den gro­ßen Pro­zent­satz von Leu­ten, die sich jetzt ganz un­ge­niert in der rech­ten Ecke auf­hal­ten“, sag­te der Hip-Hop-Mu­si­ker dem Re­dak­ti­ons­netz­werk Deutsch­land. „Frü­her war der Geg­ner klar: Das wa­ren ir­gend­wel­che Skin­head-Na­zis in Ost­deutsch­land. Jetzt sind es die Bie­der­män­ner, die ,Das wird man ja mal sa­gen dür­fen’ – Deut­schen“, sag­te De­lay. Er sei be­sorgt, dass ei­ne der­ar­ti­ge Ge­sin­nung wei­ter um sich grei­fe und nor­mal wer­de. „Frem­den­feind­lich­keit ist ei­ne Volks­mei­nung ge­wor­den. Wenn wir nicht sehr auf­pas­sen und als Ge­mein­schaft da­ge­gen vor­ge­hen, dann schau­kelt sich die Ra­di­ka­li­tät wei­ter hoch“, warn­te der Sän­ger der Band „Be­gin­ner“.

Die bri­ti­sche Schau­spie­le­rin Ja­ne Bir­kin wird wohl nicht mehr auf der Lein­wand zu se­hen sein. „Ich glau­be nicht, dass ich noch wei­te­re Fil­me dre­hen wer­de“, sag­te die 69-Jäh­ri­ge am Ran­de des Film­fes­ti­vals in Lo­car­no, wo sie für ihr Le­bens­werk aus­ge­zeich­net wur­de, dem „Münch­ner Mer­kur“. Als Grund gab Bir­kin an, dass ihr Ge­sicht ihr nicht mehr ge­fal­le. Ei­ne Hin­ter­tü­re ließ sie sich of­fen: „Es sei denn, je­mand über­zeugt mich mit ei­ner ver­rück­ten Idee.“Über ih­re Be­zie­hung zu Star-Kom­po­nist Ser­ge Gains­bourg sag­te Bir­kin: „Ich fand ihn an­fangs furcht­bar ar­ro­gant und un­ver­schämt.“Spä­ter ha­be sie er­kannt, dass sich hin­ter sei­ner rup­pi­gen Art Un­si­cher­heit ver­barg. Bir­kin und Gains­bourg wa­ren 13 Jah­re lang ein Paar. Auf die Fra­ge, ob es stim­me, dass sie sich ein­mal we­gen Gains­bourg in die Sei­ne ge­stürzt ha­be, ent­geg­net Bir­kin la­chend: „Ja, war­um auch nicht?“. Die Ak­ti­on sei je­doch we­ni­ger der Lei­den­schaft als dem Al­ko­hol­kon­sum ge­schul­det ge­we­sen. „So was pas­siert ein­fach, wenn man stock­be­sof­fen ist!“

Ihr Ge­sicht ge­fällt ihr nicht mehr – sagt Sän­ge­rin und Schau­spie­le­rin Ja­ne Bir­kin. Fo­to: avs

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