Gold dank „Zau­ber­fuß“Ma­roz­san

Deut­sche Fuß­bal­le­rin­nen nach dem 2:1 ge­gen Schwe­den auf dem „Olymp“

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Ja­na Lan­ge

Die Olym­pia­sie­ge­rin­nen be­gru­ben Zau­ber­füß­chen Dz­se­ni­fer Ma­roz­san un­ter sich, und „Kö­ni­gin“Sil­via Neid sprang im Über­schwang der Ge­füh­le auf das Ju­bel­knäu­el: In ei­ner ma­gi­schen Nacht im Ma­ra­canã führ­te Tor­schüt­zin Ma­roz­san die deut­schen Fuß­bal­le­rin­nen erst­mals auf den Olymp. 768 Ta­ge nach dem WM-Tri­umph der Män­ner im le­gen­dä­ren Fuß­ball-Tem­pel von Rio de Janei­ro be­kam Bun­des­trai­ne­rin Neid beim 2:1 (0:0) ge­gen Schwe­den ih­ren gol­de­nen Ab­schied. Nach ei­nem WM-Tri­umph und zwei EM-Ti­teln in elf Jah­ren als Che­fin war es für die 52-Jäh­ri­ge die Krö­nung. „Es ist ein wun­der­schö­ner Mo­ment, ich kann es gar nicht in Wor­te fas­sen, das ist et­was ganz Be­son­de­res“, sag­te Ma­roz­san. Die Mit­tel­feld­spie­le­rin von Olym­pi­que Lyon traf zu­nächst von der Straf­raum­gren­ze mit ei­nem Traum­tor in den Win­kel (48.). Das 2:0 per Ei­gen­tor der Schwe­din Lin­da Sem­brant (62.) er­zwang sie mit ei­nem ih­rer ge­fürch­te­ten Frei­stö­ße, der an den lin­ken Pfos­ten klatsch­te. Der An­schluss­tref­fer von Sti­na Blacks­teni­us (67.) kam für Schwe­den zu spät, ob­wohl die DFB-Elf ganz am En­de noch ein­mal wa­ckel­te. Für die ganz in Rot spie­len­den DFB-Frau­en war es nach drei­mal Bron­ze (2000, 2004, 2008) der ers­te ganz gro­ße Coup. Vor rund 65 000 Zu­schau­ern, dar­un­ter der ei­gens ein­ge­flo­ge­ne DFB-Prä­si­dent Rein­hard Gr­in­del, wur­den Spiel­füh­re­rin Saskia Bar­tu­si­ak und Co ih­rer Fa­vo­ri­ten­rol­le ge­recht. Die über­ra­schend of­fen­si­ven Schwe­din­nen hat­ten zwar den bes­se­ren Start. Doch das deut­sche Team über­nahm das Kom­man­do und be­lohn­te sich für ei­ne star­ke Vor­stel­lung mit der Gold­me­dail­le. Schwe­den rie­gel­te bei deut­schem Ball­be­sitz wie bei den bei­den vor­an­ge­gan­ge­nen K.-o.-Spie­len, bei de­nen sich die Blau-Gel­ben ins Elf­me­ter­schie­ßen ge­mau­ert hat­ten, mit ei­ner Vie­rer- und ei­ner Fün­fer­ket­te ab. Die kla­re­ren Chan­cen be­saß aber die DFB-Elf – auch noch nach dem An­schluss­tref­fer der Skan­di­na­vie­rin­nen. Me­la­nie Leu­polz (68.) und Alex­an­dra Popp (69.) hat­ten die Vor­ent­schei­dung auf dem Fuß. Neid ver­folg­te das Ge­sche­hen lan­ge Zeit sicht­lich an­ge­spannt im Ste­hen. Erst beim Tref­fer zum 2:0 fiel et­was Druck von ihr ab und sie herz­te ih­re As­sis­ten­ten. „Es war ein lan­ger, lan­ger Weg, und das ge­nie­ßen wir jetzt ein­fach“, sag­te sie vor ih­rem 169. und letz­ten Län­der­spiel als Bun­des­trai­ne­rin im ZDF. Weh­mut sei bei ihr noch nicht auf­ge­kom­men, „ich bin noch mit­ten im Tur­nier. Aber ich glau­be, das wird noch kom­men“. Nach Olym­pia über­nimmt sie die neue Scou­ting-Ab­tei­lung für Frau­en- und Mäd­chen­fuß­ball, als Bun­des­trai­ne­rin folgt ihr St­ef­fi Jo­nes nach. Neid (52) setz­te im Du­ell mit der als Coach der USA 2008 und 2012 bei Olym­pia er­folg­rei­chen Pia Sund­ha­ge er­neut auf ein 42-3-1-Sys­tem. Die we­gen Ober­schen­kel­pro­ble­men zu­vor frag­li­che Ma­roz­san rück­te dies­mal ne­ben Me­la­nie Beh­rin­ger auf die Dop­pelSechs. In der of­fen­si­ven Drei­er­rei­he kam Sa­ra Dä­britz zum Zug, die im Halb­fi­na­le ge­gen Ka­na­da (2:0) ge­trof­fen hat­te. Die Vor­zei­chen stan­den gut: Seit 1995 hat­ten die DFB-Frau­en bei ei­nem gro­ßem Tur­nier nicht mehr ge­gen Schwe­den ver­lo­ren. Und kurz vor An­pfiff wünsch­te Welt­meis­ter Bas­ti­an Schweinsteiger via Twit­ter Glück: „Auf zu Gold, Rio ist ein sehr gu­ter Ort für ein Fi­na­le!“

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