US-Girls auf Um­weg zu Gold

Sieg über 4 x 100 Me­ter / DLV-Staf­fel Vier­te

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Mar­tin Mora­vec sid

Die deut­sche Sprint­staf­fel der Frau­en hat ei­ne Me­dail­le bei den Olym­pi­schen Spie­len ver­passt. Tatjana Pin­to, Li­sa Mayer, Gi­na Lü­ckenk­em­per und Re­bek­ka Haa­se ka­men über 4 x 100 Me­ter in 42,10 Se­kun­den auf den vier­ten Platz. Gold ge­wann wie schon vor vier Jah­ren in Lon­don das Quar­tett der USA. Ti­an­na Bar­to­let­ta, Al­ly­son Fe­lix, Eng­lish Gard­ner und To­ri Bo­wie rann­ten nach 41,01 Se­kun­den ins Ziel. Sil­ber ging an Ja­mai­ka mit Chris­ta­nia Wil­li­ams, Elai­ne Thomp­son, Ve­ro­ni­ca Camp­bell-Brown und Shel­ly-Ann Fra­ser-Pri­ce in 41,36 Se­kun­den. Bron­ze ge­wan­nen die Bri­tin­nen mit Lan­des­re­kord­zeit von 41,77. Die Ame­ri­ka­ne­rin­nen hat­ten sich erst über Um­we­ge für den End­lauf qua­li­fi­ziert. Sie ver­lo­ren im Halb­fi­na­le den Stab, er­hiel­ten aber spä­ter in ei­nem ein­sa­men Ren­nen die Chan­ce, doch noch wei­ter­zu­kom­men: Fe­lix war auf ih­rer Bahn von ei­ner Bra­si­lia­ne­rin be­hin­dert wor­den. Als Vier­te blie­ben die Deut­schen im Soll, auch wenn die er­hoff­te Über­ra­schung aus­blieb. Lü­ckenk­em­per räum­te ein, dass nicht al­le Wech­sel per­fekt wa­ren, mein­te den­noch: „Der Lauf war echt gut.“ Ja­pa­nern (37,60). Bron­ze si­cher­ten sich die Ka­na­di­er, da der vor­he­ri­ge Drit­te, das US-Quar­tett, nach ei­nem Wech­sel­feh­ler dis­qua­li­fi­ziert wur­de. Die deut­sche Staf­fel um Ju­li­an Reus war im Vor­lauf aus­ge­schie­den. Bolt ist der an­ge­streb­ten sport­li­chen Uns­terb­lich­keit jetzt ziem­lich na­he. „Ich wer­de euch ei­ne groß­ar­ti­ge Show lie­fern“, hat­te er für sei­nen Ab­schied von Olym­pia an­ge­kün­digt – und der Mann aus Tre­law­ny ent­täusch­te sei­ne Fans nicht: Mit neun Gold­me­dail­len hat er nun mit dem Fin­nen Paa­vo Nur­mi (1920 bis 1928) und Carl Le­wis aus den USA (1984 bis 1996) gleich­ge­zo­gen, al­ler­dings hat Nur­mi noch drei­mal und Le­wis ein­mal Sil­ber ge­holt. Doch Bolt sieht sich am En­de sei­ner Ära in ei­ner an­de­ren Li­ga an­ge­kom­men. „Ich ha­be der Welt be­wie­sen, dass ich der Größ­te bin – da­für bin ich her­ge­kom­men“, sag­te er nach sei­nem Tri­umph über sei­ne Lieb­lings­stre­cke, die 200 Me­ter: „Ich ha­be den Sport auf ei­ne an­de­re Ebe­ne ge­ho­ben.“Er wähnt sich auf ei­ner Stu­fe „ne­ben Ali und Pe­le. Ich hof­fe, dass ich nach die­sen Spie­len in die­ser Ka­te­go­rie ge­nannt wer­de.“ Wie bei Re­kord-Olym­pia­sie­ger Micha­el Phelps wa­ren es in Bra­si­li­en auch für Bolt die letz­ten Spie­le, doch im Ge­gen­satz zum Schwimm-Su­per­star wird er sei­ne Kar­rie­re wohl noch ein Jahr fort­set­zen. Bei der WM 2017 in Lon­don „wer­de ich auf je­den Fall die 100 Me­ter und die Staf­fel ren­nen“, sag­te Bolt. Über die 200 Me­ter müs­se sein Trai­ner ent­schei­den. Da­nach winkt der Ru­he­stand. Was er für die Zeit nach der Kar­rie­re plant? „Kei­ne Ah­nung“, sag­te Bolt. Vi­el­leicht er­füllt er sei­ner Mut­ter Jen­ni­fer ja de­ren Wunsch, end­lich ei­ne Fa­mi­lie zu grün­den.

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