Ste­fa­ni­di holt ma­kel­lo­ses Gold

St­ab­hoch­sprung: Sieg für Grie­chin

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Andre­as Schir­mer

Die Ver­är­ge­rung über St­ab­hoch­sprun­gS­tar Je­le­na Is­sin­ba­je­wa war groß. „Ich fin­de, als Sport­le­rin mit sol­chen Welt­re­kor­den und vie­len Ti­teln so et­was zu sa­gen, das soll­te sie nicht tun“, kri­ti­sier­te die deut­sche Olym­pia-Fi­na­lis­tin Li­sa Ry­zih in Rio die Rus­sin. „Ich kann mir nicht vor­stel­len, dass Usain Bolt so et­was über sei­ne Ri­va­len sa­gen wür­de.“We­ni­ge St­un­den vor dem Fi­na­le hat­te Is­sin­ba­je­wa die Olym­pia-Büh­ne nicht nur da­zu ge­nutzt, um ih­ren Rück­tritt zu ver­kün­den. Zu­gleich pran­ger­te sie er­neut die – aus

Gro­ße Ver­är­ge­rung über ge­sperr­te Is­sin­ba­je­wa

ih­rer Sicht – Un­ge­rech­tig­keit des Kom­plet­tBanns der rus­si­scher Leicht­ath­le­ten an und stell­te den Wert des Gold­ge­winns für die Olym­pia­sie­ge­rin von Rio in­fra­ge. Pein­lich: Is­sin­ba­je­wa hat­te 2012 in Lon­don selbst nur Olym­pia-Bron­ze er­kämpft – und war beim St­ab­hoch­sprung-Fi­na­le in Rio nicht ein­mal als Zu­schaue­rin im Sta­di­on. 2004 und 2008 wur­de sie Olym­pia­sie­ge­rin. „Ich den­ke, die Sie­ge­rin wird füh­len, dass sie nicht das gan­ze Gold ge­won­nen hat, wenn Is­sin­ba­je­wa nicht am Start war“, er­klär­te die 34 Jah­re al­te Rus­sin. Au­ßer­dem hät­te sie den Me­dail­len­kampf wohl lo­cker ge­won­nen, tön­te sie – wenn sie da­bei ge­we­sen wä­re. „Ich ha­be vor Rio mit mei­nem Coach über ei­ne Hö­he von 5,10 Me­tern ge­spro­chen, die ich sprin­gen könn­te“, sag­te Is­sin­ba­je­wa, die den Welt­re­kord (5,06 Me­ter) hält. Statt ih­ren Kol­le­gin­nen zu­zu­schau­en, woll­te sie lie­ber die Sport­ler ih­res Lan­des un­ter­stüt­zen. „Die Er­geb­nis­se der rus­si­schen Ath­le­ten ma­chen mich Tag für Tag glück­lich“, mein­te Is­sin­ba­je­wa. „Das ist ab­so­lut über­flüs­sig“, schimpf­te Mar­ti­na St­rutz. „Au­ßer­dem hat Je­le­na vor vier Jah­ren gar kein Gold ge­won­nen.“Die Schwe­ri­ne­rin kam auf Platz neun, Ry­zih lan­de­te di­rekt da­hin­ter. Bei­de konn­ten nur 4,60 Me­ter über­que­ren. Eu­ro­pa­meis­te­rin Eka­ter­i­ni Ste­fa­ni­di ließ sich durch Is­sin­ba­je­was Aus­fäl­le nicht stö­ren. Die Grie­chin sieg­te mit 4,85 Me­tern vor der hö­henglei­chen San­di Mor­ris aus den USA und mel­de­te sich dann zu Wort. „Ich füh­le nicht, dass das Gold nicht kom­plett ist“, be­ton­te sie. „Es ist ein we­nig be­stür­zend, was sie ge­sagt hat, weil wir nichts mit der Ent­schei­dung zu tun ha­ben.“Die im rus­si­schen Omsk ge­bo­re­ne Ry­zih kann nicht ver­ste­hen, war­um Russ­land es leug­net, dass in dem Land sys­te­ma­tisch ge­dopt wur­de. „Dass die Rus­sen nicht zu Olym­pia zu­ge­las­sen wur­den, be­ruht auf Fak­ten. Und ich weiß nicht, war­um Je­le­na dies nicht ein­se­hen will und ih­re Au­gen öff­net.“

Kla­re Wor­te der grie­chi­schen St­ab­hoch­sprung-Olym­pia­sie­ge­rin Eka­ter­i­ni Ste­fa­ni­di in Rich­tung der ge­sperr­ten Rus­sin Je­le­na Is­sin­ba­je­wa: „Ich füh­le nicht, dass das Gold nicht kom­plett ist.“Fo­to: avs

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