Auf­ge­fal­len

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Aktuell - Wolf­gang We­ber

Wenn je­mand ei­ne Rei­se tut . . .

Für rund 40 Kun­den des Fern­bus-Un­ter­neh­mens Flix­bus hat sich die Rei­se von Mön­chen­glad­bach nach Berlin zu ei­ner Irr­fahrt mit mehr­stün­di­ger Ver­spä­tung ent­wi­ckelt. Ihr Fah­rer muss­te nach ei­nem Teil der Stre­cke um­keh­ren, weil er mit dem fal­schen Bus los­ge­fah­ren war. Die nor­ma­ler­wei­se et­wa acht St­un­den dau­ern­de Fahrt ver­län­ger­te sich da­durch um rund sechs­ein­halb St­un­den. Ein eben­falls pein­li­ches Miss­ge­schick un­ter­lief zwei Ta­ge spä­ter ei­nem grie­chi­schen Ka­pi­tän. Weil er vor ei­nem Ta­ges­aus­flug schlicht ver­ges­sen hat­te, sein Boot voll­zu­tan­ken, blieb sel­bi­ges in der Re­gi­on der grie­chi­schen In­sel Lefka­da auf of­fe­nem Meer lie­gen. Boo­te der Küs­ten­wa­che nah­men das Aus­flugs­boot ins Schlepp­tau und brach­ten es in Si­cher­heit. Die 182 Tou­ris­ten an Bord blie­ben un­ver­sehrt. Wenn je­mand ei­ne Rei­se tut, dann kann er was er­zäh­len, und es sind ja ge­ra­de die oft är­ger­li­chen Miss­ge­schi­cke, an die wir uns auch nach Jahr­zehn­ten noch er­in­nern. Ei­nen un­ver­gess­li­chen Chi­na-Auf­ent­halt ver­brach­te bei­spiels­wei­se ein 41jäh­ri­ger Nie­der­län­der, der un­längst von Ams­ter­dam nach Chang­sha in die chi­ne­si­sche Pro­vinz Hun­an flog, um dort sei­ne In­ter­net-Be­kannt­schaft end­lich per­sön­lich zu tref­fen. Da die Da­me aber lei­der nicht am ver­ab­re­de­ten Treff­punkt er­schien, war­te­te der wa­cke­re Hol­län­der im Flug­ha­fen­ge­bäu­de zehn Ta­ge lang ge­dul­dig auf sei­ne An­ge­be­te­te. Schließ­lich wur­de er we­gen kör­per­li­cher Er­schöp­fung in ein Kran­ken­haus ge­bracht. Die Frau ent­schul­dig­te sich spä­ter mit dem Hin­weis, sie ha­be das Gan­ze „nur für ei­nen Scherz“ge­hal­ten. Wer den Herrn aus Ams­ter­dam nun aber für däm­lich hält, der kennt ver­mut­lich noch nicht die Ge­schich­te je­nes Flug­gas­tes, der vor we­ni­gen Ta­gen in Ma­drid auf dem Roll­feld ei­nem star­ten­den Flug­zeug hin­ter­her rann­te. Ir­gend­wie hat­te er es ge­schafft, sich mit sei­nem Ge­päck an al­len Kon­trol­len vor­bei­zu­mo­geln. Das Bo­den­per­so­nal stopp­te den Mann schließ­lich. Zu al­lem Über­fluss hat­te der sprin­ten­de Pas­sa­gier auch noch die fal­sche Maschi­ne ver­folgt. Wie er kurz dar­auf näm­lich be­merk­te, lief das Bo­ar­ding für sei­nen Flug nach Gran Ca­na­ria noch und er konn­te sei­nen Ur­laubs­flug wie ge­wünscht an­tre­ten. Ob er sei­ne Fe­ri­en al­ler­dings ge­nie­ßen konn­te, darf be­zwei­felt wer­den: Am Flug­ha­fen in Las Palmas war­te­te be­reits die Po­li­zei auf ihn. Dem Herrn droht jetzt ei­ne sehr emp­find­li­che Geld­stra­fe.

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