Trä­nen und Trau­er

Ab­schied von Erd­be­ben­op­fern / Staats­an­walt er­mit­telt

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Erste Seite -

Drei Ta­ge nach dem schwe­ren Erd­be­ben hat Ita­li­en mit ei­nem Staats­be­gräb­nis Ab­schied von den Op­fern ge­nom­men. An der zen­tra­len Trau­er­fei­er am Sams­tag in der Stadt As­co­li Pi­ce­no nah­men auch Staats­prä­si­dent Ser­gio Mat­ta­rel­la und Re­gie­rungs­chef Mat­teo Ren­zi teil. Vor ih­nen stan­den auf­ge­reiht 35 mit Blu­men ge­schmück­te Sär­ge. In ganz Ita­li­en wur­den zum Tag der na­tio­na­len Trau­er die Flag­gen auf halb­mast ge­setzt. Der Sen­der RAI ver­zich­te­te auf al­len sei­nen Ka­nä­len aus Re­spekt vor den Op­fern auf Wer­bung. Über ei­ne So­li­da­ri­täts-SMS wur­den be­reits mehr als 6,1 Mil­lio­nen Eu­ro ge­sam­melt. „Habt kei­ne Angst, eu­er Leid hin­aus­zu­ru­fen, aber ver­liert auch nicht eu­ren Mut“, sag­te Bi­schof Gio­van­ni D’Er­co­le beim Staats­akt in ei­ner gro­ßen Sport­hal­le. „Zu­sam­men wer­den wir un­se­re Häu­ser und Kir­chen wie­der auf­bau­en.“„Un­se­re Tür­me mit den Glo­cken, die uns den Rhyth­mus der Ta­ge und der Jah­res­zei­ten vor­ge­ge­ben ha­ben, sind ein­ge­stürzt. Sie läu­ten nicht mehr“, be­ton­te der Bi­schof in sei­ner Pre­digt. „Aber da gibt es et­was, das uns sagt, dass un­se­re Glo­cken wie­der er­schal­len wer­den.“Nach den ver­hee­ren­den Erd­stö­ßen in der Nacht zum Mitt­woch und mehr als 1300 Nach­be­ben in Zen­tra­lita­li­en stieg die Zahl der To­des­op­fer auf 290. 388 Men­schen wur­den in Kran­ken­häu­sern be­han­delt. Et­wa 2 500 ver­lo­ren ihr Hab und Gut. Vie­le wur­den in Zelt­städ­ten un­ter­ge­bracht. Am stärks­ten be­trof­fen war der Ort Ama­tri­ce in der Re­gi­on La­ti­um, wo min­des­tens 230 Men­schen in den Tod ge­ris­sen wur­den. Nach dem Erd­be­ben hat die Staats­an­walt­schaft in den ver­wüs­te­ten Re­gio­nen Er­mitt­lun­gen ein­ge­lei­tet. In der Pro­vinz Rie­ti soll et­wa un­ter­sucht wer­den, ob ge­gen Bau­vor- schrif­ten ver­sto­ßen wur­de. „Was da pas­siert ist, kann nicht nur als Un­glück ge­se­hen wer­den“, zi­tier­te die Ta­ges­zei­tung „La Re­pubb­li­ca“Staats­an­walt Gi­u­sep­pe Saieva. Bei ei­ni­gen der zer­stör­ten Häu­ser sei „mit mehr Sand als Ze­ment“ge­baut wor­den (mehr le­sen Sie auf der Sei­te 2).

Foto: avs

Re­gie­rungs­chef Mat­teo Ren­zi trös­tet Ale­an­dro Pe­truc­ci, den Bür­ger­meis­ter der klei­nen Ge­mein­de Ar­qua­ta del Tron­to, die vom Erd­be­ben völ­lig zer­stört wur­de.

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