Der ul­ti­ma­ti­ve En­ter­tai­ner

Zum 70. Ge­burts­tag von Fred­die Mer­cu­ry er­schei­nen des­sen Singles in ei­ner Box

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Tipps & Themen -

Fred­die Mer­cu­ry hat­te vie­le Ta­len­te und Fa­cet­ten. Die Songs, die er für und mit Queen schrieb, füll­ten Sta­di­en auf der gan­zen Welt und sind mit Recht in die Mu­sik­ge­schich­te ein­ge­gan­gen. Aber er hat­te auch ei­ne So­lo-Kar­rie­re, die ihn in die Nacht­clubs New Yorks und Mün­chens führ­te so­wie in die gro­ßen Opern­häu­ser der Welt. Er war der ul­ti­ma­ti­ve En­ter­tai­ner, schütz­te aber sein Pri­vat­le­ben vor den gie­ri­gen Au­gen der Me­di­en; ein über­di­men­sio­na­ler Rock­star, der Dis­co, Bal­lett und klas­si­sche Mu­sik lieb­te. Er war ein rast­lo­ser Geist, ein Cha­mä­le­on, das sei­ne ei­ge­nen Wi­der­sprü­che ze­le­brier­te. All die­se un­ter­schied­li­chen Sei­ten des le­gen­dä­ren Mu­si­kers fin­den sich auf „Fred­die Mer­cu­ry: Mes­sen­ger Of The Gods – The Singles”. Das Box-Set ver­eint al­le 13 So­loSingles von Fred­die Mer­cu­ry auf far­bi­gem Vi­nyl und er­scheint au­ßer­halb Nord­ame­ri­kas pas­sen­der­wei­se auf Mer­cu­ry Re­cor­ds (in Nord­ame­ri­ka bei Hol­ly­wood Re­cor­ds). Es ist ei­ne Rei­se durch die Kar­rie­re ei­nes ein­zig­ar­ti­gen Ta­l­ents: an­ge­fan­gen von sei­ner De­büts­in­gle „I Can He­ar Mu­sic“, ver­öf­fent­licht un­ter dem Na­men Lar­ry Lur­ex, über die dance­floo­res­quen So­lo-Hym­nen der 80er, bis hin zu sei­nen Kol­la­bo­ra­tio­nen mit der le­gen­dä­ren spa­ni­schen Opern­sän­ge­rin Mont­s­er­rat Ca­bal­lé, dar­un­ter auch das zeit­lo­se ,Bar­ce­lo­na‘. Ge­bo­ren un­ter dem Na­men Far­rokh Bul­sa­ra am 5. Sep­tem­ber 1946 auf der ost­afri­ka­ni­schen In­sel San­si­bar, war Fred­die in sei­ner Vor­stel­lung schon lan­ge vor der Grün­dung von Queen 1970 ei­ne Be­rühmt­heit. Sei­ne Band-Kol­le­gen Bri­an May und Ro­ger Tay­lor hat­ten Astro­phy­sik und Ähn­li­ches stu­diert, Fred­die die Welt der Stars. Als die Kar­rie­re von Queen durch die De­cke ging, kon­zen­trier­te Fred­die all sei­ne Ener­gie auf die Band und so dau­er­te es mehr als zehn Jah­re bis zur Ver­öf­fent­li­chung sei­ner zwei­ten So­lo-Sing­le – des pul­sie­ren­den Elec­tro­nicTracks ,Lo­ve Kills‘. Der Song er­schien ur­sprüng­lich 1984 und war ei­ne Kol­la­bo­ra­ti­on mit dem be­rühm­ten Dis­co-Pro­du­zen­ten Gior­gio Mo­ro­der für den Sound­track zu Mo­ro­ders Über­ar­bei­tung des bahn­bre­chen­den Stumm­film­klas­si­kers Me­tro­po­lis von 1927. Mit die­sem Top-Ten-Hit ver­ab­schie­de­te sich Fred­die vom tra­di­tio­nel­len Queen-Sound und be­rei­te­te sei­ne nächs­ten Schrit­te vor. 1985 folg­te Fred­dies ers­tes So­lo-Al­bum „Mr. Bad Guy“. Da­mit tauch­te er noch tie­fer ein in die Mu­sik, in die er sich in den Nacht­clubs von Mün­chen und New York ver­liebt hat­te. Al­le vier von die­sem Al­bum aus­ge­kop­pel­ten Singles strot­zen vor Le­bens­freu­de und Spaß, ver­ber­gen aber auch ei­ne erns­te­re Fa­cet­te von Fred­die Mer­cu­ry; und sie al­le sind na­tür­lich im Box-Set „Mes­sen­ger Of The Gods“ent­hal­ten: „I Was Born To Lo­ve You“, „Ma­de In Hea­ven“, „Li­ving On My Own“und „Lo­ve Me Li­ke The­re’s No To­mor­row“. Kei­ne zwei Jah­re spä­ter hat­te er sich vom Sound der Clubs ver­ab­schie­det und der Mu­sik der Opern­häu­ser zu­ge­wandt. Aber zu­nächst ver­öf­fent­lich­te er noch die gi­gan­ti­sche Sing­le „Ti­me“, Ti­tel­song des gleich­na­mi­gen, opu­len­ten, von Da­ve Clark pro­du­zier­ten Mu­si­cals, und sein un­fass­ba­res (und auf­schluss­rei­ches) Co­ver des Plat­ters-Hits „The Gre­at Pre­ten­der“(1965), mit dem er es in die Top 5 der bri­ti­schen Charts schaff­te. Ab­ge­run­det wird „Mes­sen­ger Of The Gods“durch zwei nach Fred­dies Tod am 24. No­vem­ber 1991 er­schie­ne­ne Singles: „In My De­fence“und „Li­ving On My Own (No Mo­re Bro­thers Ra­dio Mix)“. Die Fes­ti­vi­tä­ten zu Fred­dies 70. Ge­burts­tag am 5. Sep­tem­ber 2016 be­gin­nen schon am Sonn­tag, 4. Sep­tem­ber, mit ei­ner gro­ßen Fei­er in Mon­treux, der Schwei­zer Stadt, die Fred­die so sehr lieb­te. Das Fest fin­det zu­guns­ten des Mer­cu­ry Pho­enix Trusts statt.

Foto: Uni­ver­sal

Der Mann mit dem Schnäu­zer: Nicht nur als Front­mann von Queen fei­er­te Fred­die Mer­cu­ry welt­weit Er­fol­ge. Auch als So­list ver­öf­fent­lich­te er Hits für die Ewig­keit.

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