Rei­se­mo­sa­ik

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Reise & Urlaub - Mag

Mehr Deut­sche rei­sen mit dem Bus nach Po­len. Im ver­gan­ge­nen Jahr zähl­te das Pol­ni­sche Frem­den­ver­kehrs­amt rund 500 000 Deut­sche, die ei­ne min­des­tens fünf­tä­gi­ge Bus­rei­se nach Po­len ge­macht ha­ben. Das ent­spre­che ei­nem Plus von 40 Pro­zent im Ver­gleich zum Vor­jahr. In die­sem Jahr könn­te sich der Trend fort­set­zen: Bres­lau (Wro­claw) ist Eu­ro­päi­sche Kul­tur­haupt­stadt.

Im Harz soll am knapp 500 Me­ter ho­hen Burg­berg ei­ne neue Baum­schwe­be­bahn ent­ste­hen, die an den dort be­ste­hen­den Baum­wip­fel­pfad an­ge­schlos­sen sein wird. Gäs­te kön­nen mit der Seil­bahn auf den Burg­berg fah­ren, wo künf­tig der Start­punkt für den rund ei­nen Ki­lo­me­ter lan­gen Fly-Li­ner sein soll. Si­cher an­ge­gur­tet geht es laut Pro­jekt­be­trei­ber mit Tem­po 15 in sanf­ten Kur­ven zwi­schen den Kro­nen der Bäu­me hin­durch ins Kal­te Tal. Der Ziel­punkt der Schwe­be­bahn soll der Ein­gang des Baum­wip­fel­pfa­des wer­den, der in et­wa 20 Me­tern Hö­he durch die Kro­nen ei­nes al­ten Misch­wal­des führt. Er wur­de im Mai ver­gan­ge­nen Jah­res er­öff­net. Statt der er­hoff­ten 100 000 Be­su­cher ka­men in den ers­ten zwölf Mo­na­ten mehr als 230 000 Gäs­te – Ten­denz stei­gend. Nach An­ga­ben des Her­stel­lers Hoch­kant han­delt es sich bei der ge­plan­ten Schwe­be­bahn um die bun­des­weit drit­te An­la­ge die­ser Art, die an­de­ren bei­den lie­gen im Saar­land und in Bay­ern. Wei­te­re Pro­jek­te sind ge­plant. Die Bau­ar­bei­ten am Burg­berg könn­ten schon im kom­men­den Jahr be­gin­nen, schätzt der Land­kreis Gos­lar. Um­welt­schüt­zer leh­nen die Baum­schwe­be­bahn we­gen des zu gro­ßen Ein­griffs in die Na­tur ab.

Bil­lig­flug­li­ni­en bie­ten nicht auf al­len Stre­cken die güns­tigs­ten Flü­ge. Das zeigt ein Stich­pro­ben-Test der Zeit­schrift „Cle­ver rei­sen“. Auf den be­lieb­ten Ur­lau­ber­stre­cken Köln-An­ta­lya und Ber­lin-Mallor­ca et­wa war der Fe­ri­en­flie­ger Con­dor dem­nach güns­ti­ger als die so­ge­nann­ten Low-Cos­tF­lie­ger wie et­wa Rya­nair oder Eu­ro­wings. Auch Städ­te­rei­se­zie­le sind teils güns­ti­ger mit ei­nem Li­ni­en­flie­ger zu er­rei­chen. Auf der Rou­te Düs­sel­dorf-Bar­ce­lo­na zum Bei­spiel lag Air Ber­lin knapp vor dem spa­ni­schen Bil­lig­flie­ger Vue­ling. Den­noch: Auf vie­len Stre­cken sind die Bil­lig-Air­lines in der Tat am preis­wer­tes­ten. Im Test er­ga­ben sich Er­spar­nis­se bis zu 40 Pro­zent im Ver­gleich zu Li­ni­en­flie­gern. Der Ur­lau­ber muss al­so letzt­lich im­mer die Prei­se ver­glei­chen. Da­bei ist wich­tig: Das Ser­vice­an­ge­bot der eta­blier­ten Flug­ge­sell­schaf­ten gleicht sich zu­neh­mend dem der Bil­lig­flie­ger an – zu­min­dest in der güns­tigs­ten Ta­rif­klas­se. Hier­bei müs­sen Gäs­te teils für auf­zu­ge­ben­des Ge­päck oder ei­ne Sitz­platz­re­ser­vie­rung ex­tra zah­len.

Ein Ga­lad­in­ner an Hei­lig­abend kann das High­light ei­nes Weih­nachts­ur­laubs sein. Bie­tet der Ver­an­stal­ter plötz­lich aber nur ein Abend­buf­fet, steht dem Kun­den ei­ne Rei­se­preis­min­de­rung zu. Das ent­schied das Amts­ge­richt Mün­chen (Az.: 213 C 18887/14). Über das Ur­teil be­rich­tet die Deut­sche Ge­sell­schaft für Rei­se­recht in ih­rer Zeit­schrift „Rei­se­Recht ak­tu­ell“. In dem ver­han­del­ten Fall hat­ten die Klä­ger ei­ne Flug­pau­schal­rei­se über Weih­nach­ten nach Du­bai ge­bucht. Sie zahl­ten au­ßer­dem 350 Eu­ro pro Per­son für ein Ga­laD­in­ner an Hei­lig­abend. Die­ses fand aber nicht statt. Statt­des­sen gab es ein Din­ner-Buf­fet, das den Klä­gern für rund 400 Eu­ro in Rech­nung ge­stellt wur­de. Sie for­der­ten die 700 Eu­ro für zwei Teil­nah­men am Ga­la-Din­ner zu­rück so­wie ei­ne Rei­se­preis­min­de­rung. Das Ge­richt gab ih­nen Recht. Die Rei­se­leis­tung – das ge­buch­te Ga­la-Din­ner – sei nicht er­bracht wor­den und das Abend­Buf­fet sei nicht als Er­fül­lung der tat­säch­lich ge­schul­de­ten Leis­tung an­zu­se­hen. Un­ter ei­nem Ga­la-Din­ner zu ei­nem Preis von 350 Eu­ro pro Per­son kön­ne nur ein mehr­gän­gi­ges Me­nü, das im fest­li­chen Rah­men mit Be­die­nung ser­viert wird, ver­stan­den wer­den. Des­halb sei laut Ge­richt das Zu­rück­zah­len von 700 Eu­ro ge­recht­fer­tigt. Au­ßer­dem ent­schied das Ge­richt, dass den Klä­gern ei­ne Min­de­rung des Rei­se­prei­ses zu­steht. Im­mer­hin sei das Ga­la-Din­ner am Hei­lig­abend als ei­ne Art High­light des Ur­laubs an­zu­se­hen, das ver­ei­telt wur­de. An­ge­mes­sen sei ei­ne Min­de­rung von 15 Pro­zent be­zo­gen auf den Ge­samt­rei­se­preis.

An der kroa­ti­schen Adria gibt es jetzt ei­ne 500 Me­ter lan­ge Zi­pli­neStre­cke, die di­rekt über das Meer führt. Sie liegt im Ad­re­na­lin Park Crik­ve­ni­ca in der Kvar­ner-Bucht, teilt die Kroa­ti­sche Zen­tra­le für Tou­ris­mus mit. Nach ih­ren An­ga­ben han­delt es sich um die ers­te Zi­pli­ne-Stre­cke die­ser Art in Eu­ro­pa. Die Hän­ge­fahrt in 35 Me­tern über dem Mee­res­spie­gel en­det ent­we­der an Land oder im Was­ser.

Das gilt im Ur­laub für vie­le, er­gab ei­ne re­prä­sen­ta­ti­ve Um­fra­ge von Inno­f­act. Rund 71 Pro­zent der Be­frag­ten ga­ben an, dass sie im Ur­laub bei der Sau­ber­keit kei­ne Kom­pro­mis­se ma­chen wür­den. Für die Qua­li­tät des Ur­laubs spiel­te gu­tes Wet­ter da­ge­gen nur bei 15 Pro­zent ei­ne der­art gro­ße Rol­le. Ei­ne schö­ne Rei­se geht of­fen­bar durch den Ma­gen: Et­wa 41 Pro­zent wür­den da­bei kei­ne Kom­pro­mis­se ma­chen. Für die Um­fra­ge wur­den 1030 Per­so­nen on­li­ne be­fragt.

Freie Fahrt über das Blau der Adria: In der Kvar­ner-Buch in Kroa­ti­en hat ei­ne neue Zi­pe­line-Stre­cke er­öff­net. Sie liegt in 35 Me­tern Hö­he über dem Mee­res­spie­gel. Foto: Crik­ve­ni­va Tou­rist Bo­ard

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.