Kri­se in Ke­nia es­ka­liert

Ho­he Funk­tio­nä­re des Olym­pi­schen Ko­mi­tees be­reits ver­haf­tet

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Sid SO

Die Kri­se im ke­nia­ni­schen Sport es­ka­liert: Laut In­for­ma­tio­nen der fran­zö­si­schen Nach­rich­ten­agen­tur AFP sind ges­tern die Rä­um­lich­kei­ten des Na­tio­na­len Olym­pi­schen Ko­mi­tees von Ke­nia (NOCK) von der Po­li­zei we­gen Kor­rup­ti­ons­ver­dacht un­ter­sucht wor­den. Laut Au­gen­zeu­gen­be­rich­ten wur­den „meh­re­re Dut­zend Kar­tons“mit Sport­be­klei­dung des Aus­rüs­ters Ni­ke si­cher­ge­stellt, wel­che Ath­le­ten ab­ge­nom­men oder vor­ent­hal­ten wor­den sein sol­len. Zu­vor wa­ren Mel­dun­gen zu­fol­ge in­zwi­schen drei NOCK-Spit­zen­funk­tio­nä­re ver­haf­tet wor­den. Den An­ga­ben aus Be­hör­den­krei­sen zu­fol­ge war zu­nächst NOCK-Ge­ne­ral­se­kre­tär Fran­cis Paul we­gen der Skan­da­le um das Olym­pia-Team in Rio de Janei­ro in sei­nem Haus fest­ge­nom­men wor­den, ehe sein Stell­ver­tre­ter Ja­mes Chacha und Chef de Mis­si­on Ste­phen Arap am spä­ten Frei­tag­abend auf dem Flug­ha­fen der ke­nia­ni­schen Haupt­stadt Nai­ro­bi bei ih­rer Heim­kehr aus Bra­si­li­en ab­ge­führt wur­den. Ke­ni­as Re­gie­rung hat­te vor Wo­chen­frist ei­ne Un­ter­su­chung zum Auf­tritt des Olym­pia­Teams in Rio ein­ge­lei­tet. In Bra­si­li­en war das von mas­si­ven Do­ping­ge­rüch­ten be­las­te­te Läu­fer­land trotz 13 ge­won­ne­ner Me­dail­len ins Zwie­licht ge­ra­ten. So hat­te sich Leichtathletik-Trai­ner John Anz­rah bei ei­ner Do­ping- Kon­trol­le an­geb­lich für den 800-Me­ter-Läu­fer Fer­gu­son Ro­tich aus­ge­ge­ben. Ei­nen Tag spä­ter hat­te das IOC je­doch er­klärt, der Trai­ner ha­be sich im Kon­troll­be­reich mit ei­ner fal­schen Ak­kre­di­tie­rung auf­ge­hal­ten. Zu­dem hat­te die Ethik­kom­mis­si­on des Leichtathletik-Welt­ver­ban­des IAAF den ke­nia­ni­schen Olym­pia-Funk­tio­när Micha­el Ro­tich vor­läu­fig sus­pen­diert. Ro­tich soll den Zeit­punkt von Kon­trol­len an be­trof­fe­ne Sport­lern ver­ra­ten ha­ben. Au­ßer­dem hat­te das NOCK Ke­ni­as Speer­wurf-Welt­meis­ter Ju­li­us Ye­go of­fen­bar kein Flug­ti­cket nach Rio ge­bucht. Am Don­ners­tag ver­kün­de­te Ke­ni­as Sport­mi­nis­ter Has­san Wa­rio die Auf­lö­sung des NOCK. Ei­nen sen­sa­tio­nel­len Er­folg konn­te der Ru­de­rer Ced­ric Kul­bach (KRV Wi­king) bei den Welt­meis­ter­schaf­ten in Rot­ter­dam in den Nie­der­lan­den fei­ern. Im Leicht­ge­wichtsMän­ner­vie­rer setz­te sich der Karls­ru­her mit sei­nem Team mit ei­ner Boots­län­ge Vor­sprung sou­ve­rän ge­gen die Boote aus Grie- chen­land und Frank­reich durch. Die WM selbst fing mit ei­nem holp­ri­gen Start an, im Vor­lauf muss­te das Deut­sche Boot mit Patrick Stö­cker im Bug, Flo­ri­an Roller, Jo­han­nes Ur­sprung und Kul­bach als Schlag­mann sich hin­ter der Ukrai­ne und Frank­reich mit Platz drei be­gnü­gen. Dies be­deu­te­te, dass die Mann­schaft im Hoff­nungs­lauf die zwei­te Chan­ce wahr­neh­men muss­te, die­sen Lauf ge­wann das Quar­tett al­ler­dings pro­blem­los mit ei­nem do­mi­nan­ten Ren­nen vom Start weg. So­mit qua­li­fi­zier­te sich das deut­sche Boot für das gest­ri­ge.

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