Mal frech, mal nach­denk­lich

Nach ih­ren Er­fol­gen als YouTu­ber und Film­stars star­ten die Lochis nun mit ei­nem Al­bum durch

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sonntagskinder - Alex

Ro­man und Hei­ko Loch­mann, bes­ser be­kannt als „Die Lochis“, sind die ak­tu­ell be­rühm­tes­ten Zwil­lin­ge Deutsch­lands und die wohl er­folg­reichs­ten seit Tom und Bill Kau­litz von To­kio Ho­tel. Seit 2011 in den bei­den Brü­dern der Wunsch auf­kam, YouTu­be-Vi­de­os mit Sket­chen und Song­par­odi­en zu pro­du­zie­ren, ist ih­re Kar­rie­re von bei­spiel­lo­sem Er­folg ge­prägt: Über zwei Mil­lio­nen YouTu­be-Abon­nen­ten, un­zäh­li­ge Awards, Songs in den Charts, ei­ne Tour, der ei­ge­ne Ki­no­film „Bru­der vor Lu­der“mit 500000 Zu­schau­ern und über 40 000 ver­kauf­te Ein­hei­ten ih­rer Sing­le „Ab geht’s“– da­für, dass die bei­den ge­ra­de mal 17 Jah­re alt sind, ist schon ganz schön viel bei den Lochis pas­siert. Nach dem gro­ßen Er­fol­gen der letz­ten Pro­jek­te stand jetzt der nächs­te Schritt an. Vor we­ni­gen Ta­gen ver­öf­fent­lich­ten die Lochis mit „#zwil­ling“ihr De­büt­al­bum – und zur gro­ßen Über­ra­schung al­ler Be­tei­lig­ten schoss das Al­bum di­rekt auf Platz 1 der deut­schen Charts. Schon das In­tro macht klar: Die Lochis sind wie­der mal im „Ga­me“– und das be­deu­tet Es­ka­la­ti­on pur. Das Zu­sam­men­sein mit den Bes­ten ha­ben die bei­den dann mit „Lieb­lings­lied“auch gleich in ei­nen Song um­ge­münzt, der dank sei­ner un­be­schwer­ten Leich­tig­keit ein An­wär­ter auf ei­nen Hit sein dürf­te. Wo­bei: Von dem Ka­li­ber ha­ben die Lochis mit der fun­ky Flir­tHym­ne „La­dy“, dem dis­co­mä­ßi­gen „Nie mehr al­lein“oder „Drü­ber“als per­fek­ter Song für den lau­en Abend noch ei­ne gan­ze Men­ge mehr im Ge­päck. Aber Ro­man und Hei­ko kön­nen auch an­ders: „Wie ich“kommt zwar mit pop­pi­gen Po­wer-Chor­ds, ist aber ei­ne ernst ge­mein­te Ode an die Freund­schaft der bei­den Zwil­lings­brü­der, die un­miss­ver­ständ­lich klar­macht: Du bist mein Spie­gel­bild, das ich nie ver­lie­ren will. „Wer du wirk­lich bist“macht Mut, trotz all des Drucks von au­ßen man selbst zu sein. In „Weg“fol­gen die bei­den Zwil­lin­ge dem Ruf der Fer­ne und rei­sen von Hog­warts bis nach Ku­ba und von da aus ans En­de der Welt. Auf „Heim­weh“schla­gen Ro­man und Hei­ko dann lei­se Tö­ne an und wün­schen sich bei all dem Tru­bel um ih­re Per­son manch­mal nur eins: Zu Hau­se im Kreis der Liebs­ten zu sein und ein­fach ab­zu­schal­ten zu kön­nen. Auch „Träu­me“zeigt ei­ne eher nach­denk­li­che Sei­te des Du­os und er­zählt da­von, dass es bei all dem Spaß nicht im­mer leicht ist, in der Öf­fent­lich­keit zu ste­hen. In Ei­gen­re­gie ha­ben Ro­man und Hei­ko ein Al­bum ge­schaf­fen, dass so viel­schich­tig und ab­wechs­lungs­reich ist, wie die bei­den selbst. Mal frech und gut ge­launt, dann wie­der nach­denk­lich und ru­hig: Mit den 13 Songs auf „#zwil­ling“stel­len Die Lochis er­neut ein­drucks­voll un­ter Be­weis, dass sie mehr als nur ein YouTu­be-Phä­no­men sind – und wenn man sich an­schaut, was die Zwil­lin­ge bis­her in Ei­gen­re­gie al­les ge­leis­tet ha­ben, dann war es ei­gent­lich klar, dass auch „#zwil­ling“ein Er­folg wer­den muss­te.

Schos­sen mit ih­rer ers­ten CD di­rekt an die Spit­ze der Charts: Die Lochis ge­hen noch zur Schu­le, sind aber längst nicht mehr aufs Ta­schen­geld ih­rer El­tern an­ge­wie­sen. Fo­to: De­lia Baum

Der Youtu­be-Star Ro­man Loch­mann vom In­ter­net-Come­dy-Duo „Die Lochis“filmt sich bei dem YouTu­berTref­fen Vi­deo­days in Köln mit sei­nen Fans am ro­ten Tep­pich. Fo­to: avs

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