75 St­un­den live von Pa­ralym­pics

ARD und ZDF: An­ge­bot noch ein­mal er­höht

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Sid

Et­was mehr als 30 St­un­den hat­ten ARD und ZDF von den Pa­ralym­pics 2008 in Pe­king über­tra­gen. In Lon­don 2012 wur­den die Sen­de­zei­ten we­gen des im­mer grö­ßer wer­den­den In­ter­es­ses am Be­hin­der­ten­sport ver­dop­pelt – und nun wird das An­ge­bot der öf­fent­lich-recht­li­chen Fern­seh­sen­der von den Pa­ralym­pi­schen Spie­len in Rio de Janei­ro (7. bis 18. Sep­tem­ber) noch ein­mal er­höht. 75 St­un­den wer­den ARD und ZDF von den Wett­kämp­fen in Bra­si­li­en zei­gen. Man wol­le „den ge­stie­ge­nen An­sprü­chen ge­recht wer­den“, sag­te Tho­mas Braml, ver­ant­wort­li­cher ARD-Re­dak­teur. Es gel­te da­bei, „den manch­mal ver­wir­ren­den Wett­kampfD­schun­gel von ins­ge­samt 528 Me­dail­len­ent­schei­dun­gen, zu­sam­men­ge­drängt auf le­dig­lich elf Wett­kampf­ta­ge, zu durch­drin­gen und den Zu­schau­ern nach­voll­zieh­bar zu ver­mit­teln“, er­gänz­te ZDF-Te­am­chef Pe­ter Leissl. Ge­mein­sam ver­spre­chen die bei­den Sen­der laut ARD-Pro­gramm­di­rek­tor Vol­ker Her­res und ZDF-Chef­re­dak­teur Pe­ter Frey „Li­veEr­leb­nis und jour­na­lis­ti­sche Hin­ter­grund-Be­richt­er­stat­tung, viel­fäl­ti­ge Per­spek­ti­ven und olym­pi­schen Spi­rit“. ARD und ZDF pla­nen im Wech­sel Live-Sen­dun­gen zwi­schen 22.45 Uhr (al­le Zei­ten MESZ) und ca. 4 Uhr. Da­zu gibt es im ZDF von 9 bis 10.30 Uhr „Pa­ralym­pics ex­tra“, die ARD star­tet ab 16.05 Uhr für et­wa ein­ein­halb St­un­den ei­ne „Sport­schau“. Die Er­öff­nungs­fei­er wird am 7. Sep­tem­ber vom ZDF über­tra­gen (23.00 bis 2.30 Uhr). Die Schluss­fei­er (18.9./00.25 bis 3.35 Uhr MESZ) zeigt die ARD. All­ge­gen­wär­tig ist in­des auch im Be­hin­der­ten­sport das The­ma Do­ping – und dies nicht erst seit Russ­lands Kom­plett­aus­schluss von den Pa­ralym­pics in Rio. Es ist je­doch nicht das ein­zi­ge Pro­blem, mit dem Ver­bän­de und Ath­le­ten seit Jah­ren zu kämp­fen ha­ben: Of­fen­kun­di­ge Be­trü­ge­rei­en bei der Klas­si­fi­zie­rung spie­len ge­nau­so ei­ne gro­ße Rol­le wie das so­ge­nann­te Tech­no-Do­ping. Fried­helm Ju­li­us Beu­cher, Prä­si­dent des Deut­schen Be­hin­der­ten­sport­ver­ban­des (DBS), hat des­halb noch ein­mal ei­ne kla­re Bot­schaft aus­ge­sandt: „Da gibt es null To­le­ranz.“Doch selbst Karl Qua­de, Chef de Mis­si­on des deut­schen Teams, mag „die Hand in Sa­chen Do­ping nicht ins Feu­er le­gen“. Bei den deut­schen Sport­lern ha­be er „ein gu­tes Ge­fühl“, sag­te er. An­ge­sichts des „ra­san­ten Wachs­tums der Pa­ralym­pics mit der grö­ße­ren Chan­ce auf Ver­dienst und Ruhm wächst aber na­tür­lich auch die Ver­lo­ckung“.

The­ma Do­ping auch im Be­hin­der­ten­sport

Nein, an die viel­leicht schwär­zes­te St­un­de sei­ner Kar­rie­re woll­te Patrick Rei­mer nicht den­ken. „Bie­tig­heim ist weit weg“, sag­te der Tor­jä­ger der deut­schen Eis­ho­ckey-Na­tio­nal­mann­schaft vor dem End­spiel um das Ti­cket für die Olym­pi­schen Win­ter­spie­le 2018. In der schwä­bi­schen Pro­vinz hat­te der Nürn­ber­ger vor drei­ein­halb Jah­ren mit der Aus­wahl des Deut­schen Eis­ho­ckey-Bun­des (DEB) die Teil­nah­me an Sot­schi ver­spielt. Sein Tor in der Ver­län­ge­rung zum 3:2 ge­gen Ös­ter­reich war das bit­ters­te sei­ner Lauf­bahn, denn es kam zu spät: Nur ein Sieg in der re­gu­lä­ren Spiel­zeit hät­te sein Team zu den Win­ter­spie­len 2014 ge­bracht. Heu­te (17 Uhr MESZ/Sport1) hat der 33-Jäh­ri­ge ei­ne neue, al­ler­letz­te Chan­ce auf Olym­pia. Mit ei­nem Sieg ge­gen Gast­ge­ber Lett­land im ent­schei­den­den Spiel des Qua­li­fi­ka­ti­ons­tur­niers in Ri­ga kann er sich doch den Traum er­fül­len. An vier Welt­meis­ter- schaf­ten hat der Nürn­ber­ger schon teil­ge­nom­men, bei Olym­pia war er noch nie. Die Chan­cen ste­hen nach zwei über­zeu­gen­den Sie­gen ge­gen Ja­pan (5:0) und Ös­ter­reich (6:0) nicht schlecht. Ge­gen die Let­ten hat die DEB-Aus­wahl zu­letzt stets gut aus­ge­se­hen: Bei den Welt­meis­ter­schaf­ten 2013, 2014 und 2015 gab es Sie­ge (1:0, 3:2, 1:0), die letz­te Nie­der­la­ge in ei­nem Pflicht­spiel liegt über vier Jah­re zu­rück. Bun­des­trai­ner Mar­co Sturm hat Rei­mer und Co. vor dem Aus­schei­dungs­tur­nier in Lett­land T-Shirts mit der Auf­schrift „Har­te Ar­beit für Olym­pia“ge­ge­ben – als zu­sätz­li­che Mo­ti­va­ti­on.

Do­mi­na­tor von Mon­za: Mit ei­ner hal­ben Se­kun­de Vor­sprung de­klas­sier­te Mer­ce­des-Pi­lot Le­wis Ha­mil­ton bei der Qua­li­fi­ka­ti­on sei­nen Mer­ce­des-Team­kol­le­gen und WM-Kon­kur­ren­ten Ni­co Ros­berg ge­ra­de­zu. Fo­to: avs

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