Gün­ther Freis­le­ben |

Karls­ru­her Po­li­zei­prä­si­dent

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Die Region - Wolf­gang We­ber

Zwölf Jah­re lang hat Gün­ther Freis­le­ben in Stutt­gart ge­ar­bei­tet, seit zwei Jah­ren lei­tet er nun das Karls­ru­her Po­li­zei­prä­si­di­um und ei­nes fiel ihm ziem­lich schnell auf: „Die Leu­te hier sind re­lax­ter als in Stutt­gart, ich füh­le mich sehr wohl und bin gut auf­ge­nom­men wor­den.“Der Pos­ten in Karls­ru­he ist so et­was wie die Krö­nung der sehr lan­gen und ab­wechs­lungs­rei­chen Kar­rie­re des Ho­hen­lo­her Fran­ken, der den Po­li­zei­be­ruf von der Pi­ke auf ge­lernt und sich an­schlie­ßend im­mer wie­der wei­ter­ge­bil­det hat. Freis­le­ben war in den ver­gan­ge­nen Jah­ren nicht nur Lei­ter der Po­li­zei­di­rek­ti­on Schwä­bisch Hall – im Rah­men der eu­ro­päi­schen Frie­dens­mis­si­on Eulex lei­te­te er auch zwei Jah­re lang die Po­li­zei­trup­pe in dem Kri­sen­ge­biet. „Ei­ne sol­che Her­aus­for­de­rung hat­te ich zu­vor nie er­lebt“, er­in­nert er sich. „Zwei mei­ner Kol­le­gen sind dort er­schos­sen wor­den, wir hat­ten es auf De­mons­tra­tio­nen häu­fig mit auf­ge­brach­ten Men­schen­men­gen zu tun.“Sein Start in Karls­ru­he vor zwei Jah­ren war an­ge­sichts der Grö­ße des Prä­si­di­ums zwar „an­stren­gend“, aber Freis­le­ben freut sich über die „su­per­tol­le Trup­pe“, mit der er hier ar­bei­ten kann. Ei­nes sei­ner ers­ten gro­ßen Zie­le ha­be man be­reits er­reicht: „Die Zahl der Woh­nungs­ein­brü­che ging stark zu­rück, in der Stadt Karls­ru­he so­gar um et­wa 30 Pro­zent.“Dies ha­be zum ei­nen mit bes­se­rer Prä­ven­ti­on, zum an­dern mit ver­stärk­ten Er­mitt­lun­gen zu tun. Mit sor­gen­vol­ler Mie­ne re­gis­triert der ehe­ma­li­ge Lan­des­aus­wahl-Fuß­bal­ler und lei­den­schaft­li­che Fuß­ball­fan („Seit dem Bun­des­li­ga-Auf­stieg 1965 bin ich Fan des FC Bay­ern Mün­chen“) die im­mer stär­ker wer­den­de ver­ba­le und kör­per­li­che Ge­walt, mit der Po­li­zei­be­am­te im Di­enst kon­fron­tiert wer­den. „Da muss man ei­ne ver­dammt di­cke Haut ha­ben.“Wenn Freis­le­ben in sei­ner knapp be­mes­se­nen Frei­zeit Mu­sik hört, dann hat er’s ger­ne laut und ro­ckig. „Ich bin seit mei­ner Ju­gend ein Fan der Rol­ling Sto­nes und gu­te al­te Rock­mu­sik ist mir auch heu­te noch lie­ber als das, was man ak­tu­ell zu hö­ren be­kommt.“Mag er Kri­mis? „Ich le­se ger­ne wel­che“, sagt er, „aber den ARD-‚Tat­ort‘ bei­spiels­wei­se kann ich mir nicht mehr an­schau­en, weil die Ar­beit der Po­li­zei dort wirk­lich ganz falsch dar­ge­stellt wird. Da­mit ha­be ich mei­ne Pro­ble­me.“Sein Haus in Bühler­zell im Land­kreis Schwä­bisch Hall hat Freis­le­ben zwar be­hal­ten, den­noch be­zog er kurz nach sei­nem Amts­an­tritt in Karls­ru­he ei­ne Di­enst­woh­nung, die nur we­ni­ge hun­dert Me­ter vom Po­li­zei­prä­si­di­um in der Dur­la­cher Al­lee ent­fernt liegt. Was mag er an Karls­ru­he am liebs­ten? „Dass es hier vie­le wun­der­schö­ne, ru­hi­ge Or­te mit­ten in der Stadt gibt“. Der Bo­ta­ni­sche Gar­ten hat’s ihm eben­so an­ge­tan wie die Groß­her­zog­li­che Gr­ab­ka­pel­le in der Nä­he des Wild­park­sta­di­ons. Über­haupt hat er zu Karls­ru­he und der Re­gi­on seit lan­gem en­ge Be­zie­hun­gen: „Als Kind durf­te ich oft in den Fe­ri­en mei­ne Ver­wand­ten be­su­chen. Die wohn­ten – und woh­nen noch heu­te – in Blan­ken­loch.“

Fo­to: avs/Uli Deck

Seit zwei Jah­ren lei­tet Gün­ter Freis­le­ben das Po­li­zei­prä­si­di­um Karls­ru­he. Der ge­bür­ti­ge Heil­bron­ner schätzt die re­lax­te Le­bens­art in Ba­den und be­zeich­net sei­ne Kol­le­gen als „su­per­tol­le Trup­pe“.

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