Ha­ben Sie ei­nen Glücks­brin­ger?

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Ak­tu­ell - er/Fo­tos: Fa­b­ry

„Nein, ich ha­be kei­nen“, er­klärt Heidrun Löh­lein (61), Bi­b­lio­the­ka­rin aus Det­ten­heim. „Was mir im Wort­sinn Glück bringt, tra­ge ich im­mer im Her­zen. Das sind zum Bei­spiel mei­ne El­tern, oder auch die Wert­schät­zung von klei­nen, all­täg­li­chen Din­gen. So et­was kann man nicht als Ge­gen­stand mit­neh­men.“

„Ich ha­be im Au­to ei­ne klei­ne Bron­ze-Fi­gur“, er­zählt Si­grid Hel­ler (83), Rent­ne­rin aus Ett­lin­gen. „Die­sen Schutz­en­gel ha­be ich schon lan­ge. Er liegt vor­ne in ei­nem of­fe­nen Fach. Wenn ich ein­stei­ge, füh­le ich erst ein­mal, ob er noch da ist. Die Fi­gur ha­be ich vor Jah­ren zum Ge­burts­tag be­kom­men.“

„Ja, meh­re­re“, meint Chris­ta Precht (75), Rent­ne­rin aus Ett­lin­gen. „Den ers­ten ha­be ich mal in In­di­en be­kom­men: ei­nen Bind­fa­den, den man so lan­ge ums Hand­ge­lenk tra­gen muss­te, bis er von selbst ab­fiel. Spä­ter ha­ben mir mei­ne En­kel klei­ne Stoff­tie­re fürs Au­to ge­schenkt. Die ha­be ich im­mer noch.“

„Ja, ein Ge­schenk von mei­ner Pa­ten­tan­te“, er­wi­dert Se­bas­ti­an We­ber (27), Stu­dent aus Karls­ru­he. „Sie hat mir aus den USA ein Stück von ei­nem Ton­krug mit­ge­bracht. Das hat sie von In­dia­nern be­kom­men. Ich neh­me es mit auf Rei­sen. Wenn ich da­heim bin, liegt es auf dem Nacht­tisch. Sie hat auch eins.“

„Nein, ich ha­be kei­nen“, sagt Ma­rio Au­gus­tat (32), Meis­ter­schü­ler in Karls­ru­he. „Ich bin nicht aber­gläu­bisch. Schwar­ze Kat­zen und Ho­ro­sko­pe las­sen mich auch kalt. Nur wenn ich zum Fuß­ball ge­he, tra­ge ich ei­nen Fan­schal. Nicht als Glücks­brin­ger, son­dern als Zei­chen der Ver­bun­den­heit mit dem Ver­ein.“

„Nein, denn ich bin ein sehr ra­tio­na­ler Typ“, gibt Micha­el Rich­ter (28), Au­gen­op­ti­ker aus Karls­ru­he, zur Ant­wort. „Mei­ne Oma ist aber spi­ri­tu­ell be­wan­dert und hat klei­ne Glücks­brin­ger. Mir fehlt da­zu der Be­zug, aber wenn es je­man­dem hilft und gu­te Ge­füh­le be­rei­tet, spricht auch nichts da­ge­gen.“

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