Die Kra­wat­te – chic oder über­flüs­sig?

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Aktuell - Er/Fo­tos: Fa­b­ry

„Das kommt auf den An­lass an“, er­zählt Le­na Sie­ger (19), Aus­zu­bil­den­de aus Bad Her­re­n­alb. „Für den nor­ma­len All­tag sind Kra­wat­ten nichts. Bei ei­ner tol­len Fei­er kann es aber pas­send sein. Mei­nen Freund ha­be ich noch nie mit Kra­wat­te ge­se­hen. Das hängt vi­el­leicht auch mit un­se­rem Al­ter zu­sam­men.“ „Das hängt von der Kom­bi­na­ti­on ab“, gibt Ches­ney Stic­cot­ti (22), Fahr­dienst­lei­ter aus Karls­bad, zur Ant­wort. „Wenn das Drum­her­um stimmt, kann ei­ne Kra­wat­te durch­aus chic aus­se­hen. Für mich gibt es kein rich­tig oder falsch, so­lan­ge der Look gut zu­sam­men­passt. Ich selbst be­sit­ze al­ler­dings kei­ne Kra­wat­te.“ „Zu An­zü­gen fin­de ich sie gut“, er­wi­dert Niels Jä­ger (20), Stu­dent aus Karlsruhe. „Zu­letzt ha­be ich bei der Hoch­zeit mei­nes Va­ters ei­ne Kra­wat­te ge­tra­gen - dun­kel­rot mit ei­nem Strei­fen. Im Be­ruf wür­de ich da­ge­gen nur un­gern zur Kra­wat­te grei­fen wol­len, aber bei man­chen Jobs ge­hört das eben da­zu.“ „Ei­gent­lich über­flüs­sig“, sagt May­er­ling Wolf (45), An­ge­stell­te aus Ba­den-Ba­den. „Es wür­de fast im­mer auch oh­ne ge­hen. Den­noch ist die Kra­wat­te manch­mal ver­pflich­tend, zum Bei­spiel bei Kon­gres­sen. Dann soll­te es we­nigs­tens ei­ne schö­ne sein. Nicht gut fin­de ich Kra­wat­ten mit Zei­chen­trick­mo­ti­ven.“ „Das ist si­tua­ti­ons­ab­hän­gig“, er­wi­dert Ger­da Me­tel­ing (73), Rent­ne­rin aus Sie­gen, im Ur­laub in Ba­den. „Im All­tag fin­de ich Kra­wat­ten über­flüs­sig. Wenn ich mit mei­nem Mann aber vor­nehm es­sen ge­he oder zu ei­nem Ball, dann ge­hört ei­ne schö­ne Kra­wat­te da­zu. Er hat ge­schätzt gut 20 Stück im Schrank.“ „Un­nö­tig als Aus­druck der Zu­ge­hö­rig­keit zu ei­ner spe­zi­el­len Hier­ar­chie­stu­fe“, sagt Pe­ter Jür­ges (52), Ge­schäfts­füh­rer ei­ner So­zi­al­sta­ti­on in Karlsruhe. „Man soll­te als Per­son und durch sein Auf­tre­ten punk­ten, nicht durch ein Sym­bol. Den­noch gibt es na­tür­lich An­läs­se, bei de­nen ei­ne Kra­wat­te ge­bo­ten ist.“

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