Hei­rats­an­trag auf der Büh­ne

Und: Freun­din von Pa­ralym­pics-Sie­ger Se­bas­ti­an Dietz sagt „Ja“

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Mar­tin Kloth

Leicht­ath­let Se­bas­ti­an Dietz ist zum zwei­ten Mal Pa­ralym­pics-Sie­ger. Vier Jah­re nach sei­nem Er­folg im Dis­kus­wer­fen ge­wann der 31-Jäh­ri­ge, der Be­we­gungs­ein­schrän­kun­gen hat, das Ku­gel­sto­ßen mit dem Pa­ralym­pics-Re­kord von 14,84 Me­tern. Dietz hat­te im vo­ri­gen Jahr in Do­ha be­reits den WM-Ti­tel im Ku­gel­sto­ßen ge­won­nen. Das Dis­kus­wer­fen ge­hört in Rio nicht zum Wett­kampf­pro­gramm. „Ich ha­be ge­sagt, dass ich kämp­fen wer­de, um wie­der Gold zu ge­win­nen, und jetzt hat es ge­klappt. Mal schau­en, was nächs­tes Jahr bei der WM in London im Pro­gramm ist. Am schöns­ten wä­re es, wenn ich in To­kio 2020 in bei­den Dis­zi­pli­nen star­ten und dann noch mal ge­win­nen könn­te“, sag­te Dietz. Der Worm­ser spiel­te beim VfL Neu­stadt (Pfalz) in der ers­ten Fuß­ball-Mann­schaft als Tor­wart. Nach ei­nem Au­to­un­fall 2014 sag­ten ihm die Ärz­te vor­aus, für im­mer ein Pfle­ge­fall zu blei­ben. Dietz kämpf­te, ar­bei­tet hart, gab sich nie auf. Jetzt hol­te er zum zwei­ten Mal Pa­ralym­pics-Gold. Auf der Büh­ne im Deut­schen Haus hat er dann sei­ner Freun­din ei­nen Hei­rats­an­trag ge­macht – und wur­de er­hört. Als er für sei­ne Gold­me­dail­le im Ku­gel­sto­ßen ge­ehrt wur­de, über­nahm Dietz das Mi­kro­fon. Sei­ne Freun­din So­phie, die schon da mit den Trä­nen zu kämp­fen hat­te, kam in ei­ne Deutsch­land-Fah­ne ge­hüllt auf die Büh­ne. Nach dem „Ja“ließ Dietz den Kor­ken ei­ner Ma­gnum-Fla­sche Sekt knal­len. „Es ist oh­ne Ab­spra­che mit den El­tern, aber ich muss es ein­fach tun, weil es die Frau ist, die ich lie­be“, sag­te er, als er sei­ne künf­ti­ge Ehe­frau auf die Büh­ne bat: „Ich weiß, dass du nicht auf gro­ße Auf­trit­te stehst, aber es wird ein­fach Zeit.“Das Paar ist seit knapp fünf Jah­ren li­iert. „Das war der emo­tio­nals­te Mo­ment über­haupt. Sie ist die tolls­te Frau der Welt. Das woll­te ich ihr ein­fach zei­gen“, sag­te Dietz spä­ter. „Es gibt kei­nen Grund, das zu

Bas­ket­bal­le­rin Zey­en trägt deut­sche Fah­ne

ver­ste­cken. Im Ge­gen­teil: Man muss es raus­brül­len.“Sei­ne Freun­din war ge­rührt: „Da­mit ha­be ich nicht ge­rech­net. Er ist der wich­tigs­te Mensch in mei­nem Le­ben. Ich weiß gar nicht, was ich sa­gen soll. Ich bin ein biss­chen sprach­los.“Bei der Ab­schluss­fei­er der Pa­ralym­pics in Rio heu­te Abend wird die 31-jäh­ri­ge Roll­stuhl­bas­ket­bal­le­rin An­ni­ka Zey­en, die mit dem deut­schen Team den USA im Fi­na­le un­ter­lag und die Sil­ber­me­dail­le hol­te, die deut­sche Fah­ne ins le­gen­dä­re Ma­ra­canã-Sta­di­on tra­gen. „Das ist ei­ne gro­ße Eh­re und ein i-Tüp­fel­chen mei­ner Kar­rie­re“, sag­te Zey­en. Bei der Er­öff­nungs­fei­er hat­te Weit­sprin­ger Mar­kus Rehm die Fah­ne ge­tra­gen.

Gold­me­dail­le auf be­son­de­re Wei­se ge­krönt: Se­bas­ti­an Dietz, Pa­ralym­pics-Sie­ger im Ku­gel­sto­ßen, hielt auf der Büh­ne des Deut­schen Hau­ses um die Hand sei­ner lang­jäh­ri­gen Freun­din an – mit Er­folg. Fo­to: avs

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