Star­ke Trup­pe, klei­ner Ka­der

Rin­gen: Ur­lof­fen will in 2. Bun­des­li­ga Süd oben mit­mi­schen / Aus­fäl­le aber kaum zu ver­kraf­ten

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Ha­rald Lin­der

Wenn die Rin­ger des ASV Ur­lof­fen heu­te (17 Uhr) in der 2. Bun­des­li­ga Süd in der Fest­hal­le St. Ge­or­gen zum Du­ell beim RK Frei­burg 2000 an­tre­ten, wer­den nicht we­ni­ge ASV-Fans ih­re Mann­schaft zu die­sem Der­by be­glei­ten. Schließ­lich wol­len sie ih­ren Bei­trag da­zu leis­ten, dass der ASV Ur­lof­fen beim noch sieg­lo­sen Nach­barn aus dem Breis­gau bei­de Punk­te mit­nimmt. „Das ist ei­ne 50:50-Ge­schich­te“, gibt sich ASV-Ge­schäfts­füh­rer Tom­my Hert­wig be­tont zu­rück­hal­tend. Aber auch er er­war­tet ei­gent­lich ei­nen Er­folg sei­ner Trup­pe, die bis­lang mit ei­nem Sieg und ei­ner Nie­der­la­ge in die neue Sai­son ge­star­tet ist. Zum Auf­takt gab es ei­nen – vor al­lem was die Hö­he des Er­geb­nis­ses an­be­langt – fast schon sen­sa­tio­nel­len 19:12-Er­folg in Tri­berg. Der fiel auch des­halb so deut­lich aus, weil Tri­bergs WM-Teil­neh­mer Vik­tor Ly­zen in ei­nem Nach­hol­kampf ge­gen Ke­vin Tor­ku­n­ov (57 kg) mit ei­ner Haut­ver­än­de­rung oh­ne ärzt­li­ches At­test auf die Waa­ge ging und da­durch vom Kampf­rich­ter ab­ge­wie­sen wur­de. Zum zwei­ten Sai­son­kampf gas­tier­te Wa­cker Burg­hau­sen in der Ur­lof­fe­ner Ath­le­ten­hal­le. Ge­gen den Werks­club ver­lor die Staf­fel des Trai­ner­teams Ha­rald Hert­wig, Jür­gen Schle­gel und Micha­el Schnei­der mit 7:16, was auch da­mit zu tun hat­te, dass die Gast­ge­ber er­satz­ge­schwächt auf die Mat­te ge­hen muss­ten und den Ober­bay­ern an die­sem Abend nichts ent­ge­gen­zu­set­zen hat­ten. Die­ser klei­ne Dämp­fer än­dert aber nichts an den Zie­len, die sich der ASV für die neue Sai­son ge­setzt hat. „Es wird si­cher­lich nicht leicht für un­se­re Ath­le­ten, sich in der durch die Auf­stei­ger SV Esch­bach und Weiß-Blau Un­ter­grieß­bach auf zehn Mann­schaf­ten an­ge­wach­se­nen Zwei­ten Li­ga Süd zu be­haup­ten“, sagt Ha­rald Hert­wig. Er strebt ei­nen Rang im mitt­le­ren Ta­bel­len­be­reich an. „Wenn es gut läuft und es zu kei­nen ver­let­zungs­be­ding­ten Aus­fäl­len kommt, ist si­cher­lich auch ei­ne Plat­zie­rung im obe­ren Ta­bel­len­drit­tel zu schaf­fen“, weist Hert­wig dar­auf­hin, dass „wir zwar ei­ne star­ke Mann­schaft ha­ben, aber doch nur ei­nen klei­nen Ka­der. Und da sind Aus­fäl­le kaum zu ver­kraf­ten. „Ei­nen Plan B“, so der Coach wei­ter, „ha­ben wir des­halb nicht. Der ASV Ur­lof­fen setzt auch sehr auf die Ju­gend. Ta­len­tier­ten und leis­tungs­ori­en­tie­ren Ath­le­ten aus der Re­gi­on will man die Mög­lich­keit ge­ben, „sich in den Bun­des­li­g­aka­der zu in­te­grie­ren und zu eta­blie­ren“. Ne­ben dem fast schon eta­blier­ten 17-jäh­ri­gen Van Mei­er (66 kg, grie­chisch-rö­misch) be­kommt bei­spiels­wei­se der aus der ei­ge­nen Ju­gend her­an­ge­reif­te Jos­hua Knosp in die­sem Jahr die Mög­lich­keit, in der 57-Ki­lo-Klas­se (grie­chisch-rö­misch) Er­fah­run­gen zu sam­meln und Ak­zen­te zu set­zen. Ne­ben Knosp ist Lu­ca Me­ger­le (66 kg Frei­stil) , der vom KSV Hof­stet­ten nach Ur­lof­fen wech­sel­te, neu im Ka­der. Er soll die Lü­cke, die durch den Wech­sel

Die Fans des ASV als be­son­de­rer Rück­halt

von Jür­gen Schle­gel ins Trai­ner­team ent­stand ist, aus­fül­len. Al­ler­dings war Me­ger­le in den ers­ten bei­den Kämp­fen ver­let­zungs­be­dingt noch zum Zu­schau­en ver­ur­teilt, wur­de aber vom Ru­mä­nen Lasz­lo Si­mo, der nor­ma­ler­wei­se ei­ne Klas­se tie­fer (61 kg Frei­stil) kämpft, glän­zend ver­tre­ten. Si­mo ist ne­ben Ma­ri­us Ato­fa­ni (86 kg Frei­stil) ei­ner von zwei Ru­mä­nen in Ur­lof­fens Ka­der. Da­zu kommt als drit­ter Aus­län­der der Mol­da­wi­er Ni­co­lai Chi­re­a­cov (75 kg Frei­stil). Als Meis­ter­schaft­stop­fa­vo­ri­ten nennt Ha­rald Hert­wig den SV Wa­cker Burg­hau­sen. Auch den SV Hall­berg­moos und den SV Tri­berg hat er auf der Rech­nung. Dass aber auch die Gro­ßen zu schla­gen sind, wenn al­les passt, zeig­te der Auf­takt­sieg in Tri­berg, den der An­hang des ASV ent­spre­chend be­ju­bel­te. Über­haupt sind die Fans in Ur­lof­fen so et­was wie ein zu­sätz­li­cher Kämp­fer; die Be­geis­te­rung bei den ASV-Heim­auf­trit­ten ist je­den­falls meis­ter­lich. 600 bis 700 Zu­schau­er feu­ern dann „ih­re“Ath­le­ten an – und sor­gen für Rie­sen­stim­mung in der Hal­le. Höhepunkte sind die Auf­trit­te ge­gen die Lo­kal­ri­va­len RKG Frei­burg, SV Esch­bach und SV Tri­berg. Nicht zu ver­ges­sen: Das Der­by in der Ober­li­ga, wenn die zwei­te Mann­schaft des ASV Ur­lof­fen ge­gen den KSV Ap­penwei­er auf die Mat­te geht.

Ent­schei­den­de Grif­fe: Andre­as Boc­zek (rechts), Ur­lof­fens 75-Ki­lo-Grie­chisch-Rö­misch-Mann, war Weg­be­rei­ter des ers­ten Sai­son­er­fol­ges in Tri­berg. Heu­te tritt die ASV-Staf­fel in Frei­burg an. Fo­to: Joz­sef Bor­si

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