KSC: Heu­te ers­ter Sieg?

6:0 in Warschau, 6:0 ge­gen Darm­stadt: Dort­mund spielt er­neut groß auf

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Erste Seite -

Mit dem Du­ell heu­te im Wild­park (13.30 Uhr) ge­gen den FC St. Pau­li star­tet Fuß­ball-Zweit­li­gist Karls­ru­her SC in ei­ne „Eng­li­sche Wo­che“. Am Mitt­woch muss der KSC zu Bun­des­li­ga-Ab­stei­ger Hannover 96, am Sams­tag kommt Erz­ge­bir­ge Aue – und dann will die Oral-Trup­pe aus dem Ta­bel­len­kel­ler sein.

Zau­ber­haf­te Tref­fer, im­po­san­tes Tem­po, se­hens­wer­ter Spiel­witz – der rund­er­neu­er­te Dort­mun­der Ka­der kommt nach holp­ri­gem Sai­son­start im­mer bes­ser in Fahrt. Wie schon beim Kan­ter­sieg in der Cham­pi­ons Le­ague in Warschau (6:0) ge­lang dem Team von Trai­ner Tho­mas Tu­chel beim 6:0 (1:0) über den SV Darm­stadt der nächs­te Coup – selbst oh­ne Stars wie Ma­rio Göt­ze, Pier­re-Eme­rick Auba­meyang und An­dré Schürr­le. „Wir ha­ben un­se­ren Zu­schau­ern ei­nen tol­len Nach­mit­tag ge­bo­ten. Wir ha­ben den Takt vor­ge­ge­ben und die Gier aus­ge­strahlt, vor das geg­ne­ri­sche Tor zu kom­men“, lob­te BVB-Trai­ner Tho­mas Tu­chel. Vor 81 360 Zu­schau­ern im aus­ver­kauf­ten Si­gnal Idu­na Park sorg­ten Gon­za­lo Cas­tro (4./75.), Adri­an Ra­mos (48.), Chris­ti­an Pu­li­sic (54.), Se­bas­ti­an Ro­de (84.) und Em­re Mor (88.) für das nächs­te Schüt­zen­fest und ei­ne wei­te­re Wie­der­gut­ma- für das er­nüch­tern­de 0:1 ei­ne Wo­che zu­vor beim Auf­stei­ger aus Leip­zig. Da­ge­gen konn­ten die Gäs­te ih­ren Ach­tungs­er­folg aus der vo­ri­gen Sai­son in Dort­mund (2:2) nicht wie­der­ho­len. Sie ver­lo­ren nicht nur die Punk­te, son­dern auch Pe­ter Nie­mey­er, der in der 57. we­gen wie­der­hol­ten Foul­spiels die Gel­bRo­te Kar­te sah. Trai­ner Nor­bert Mei­er mach­te aus sei­nem Frust kei­nen Hehl: „Na­tür­lich ist der BVB nicht un­se­re Kra­gen­wei­te. Aber über ein 0:6 är­gert man sich den­noch.“Mit ei­nen An­flug von Gal­gen­hu­mor kom­men­tier­te er das ein­sei­ti­ge Ge­sche­hen. „Wenn man neu- tra­ler Zu­schau­er ge­we­sen wä­re, hät­te man es ge­nie­ßen kön­nen“, sag­te er mit Be­zug auf die fa­mo­sen Spiel­zü­ge des Geg­ners. Al­le Sor­gen sei­nes Kol­le­gen Tu­chel, dass sein Team nach dem ra­di­ka­len Ka­der­um­bau mehr Zeit be­nö­tigt, schei­nen der­zeit un­be­grün­det. An­ders als in den ver­gan­ge­nen Jah­ren kann die Bo­rus­sia das Feh­len di­ver­ser Stars of­fen­bar bes­ser ver­kraf­ten. Ein Qua­li­täts­ver­lust war ge­gen Darm­stadt je­den­falls nicht zu er­ken­nen. Da­bei fehl­te in den ge­schon­ten Stars Göt­ze und Auba­meyang und den ver­letz­ten Na­tio­nal­spie­lern Mar­co Reus und Schürr­le je­de Men­ge Of­fen­siv­power. Doch Jung­stars wie Pu­li­sic und Ous­ma­ne Dem­bé­lé strotz­ten vor Spiel­freu­de und ris­sen die Zu­schau­er mit ei­ni­gen Tem­po­d­ribb­lings von ih­ren Sit­zen. Es pass­te ins Bild der bril­lan­ten Bo­rus­sia, dass so­wohl Cas­tro als auch Ro­de bin­nen neun Mi­nu­ten ein Ha­cken­tref­fer ge­lang. „Gon­za­lo hat es vor­ge­macht. Ich ha­be es dann spie­gel­ver­chung kehrt nach­ge­macht“, scherz­te Ro­de. Doch bei al­ler Be­geis­te­rung warn­te der eins­ti­ge Bay­ern-Pro­fi vor ver­früh­ter Eu­pho­rie. „Das war ei­ne gu­te Re­ak­ti­on auf das Spiel in Leip­zig. Aber am Di­ens­tag in Wolfsburg wird es wie­der schwer ge­nug.“Zur Freu­de von Tu­chel wird es in den kom­men­den Wo­chen vor al­lem in der Of­fen­si­ve ei­nen har­ten Kon­kur­renz­kampf um die Stamm­plät­ze ge­ben. Dass Ma­rio Göt­ze er­neut nicht zum Ein­satz im ei­ge­nen Sta­di­on kam, be­grün­de­te Tu­chel mit der ho­hen Be­las­tung des Welt­meis­ters in den ver­gan­ge­nen Ta­gen: „Es war an­ge­sagt, Vor­sicht wal­ten zu las­sen. Ei­gent­lich woll­ten wir ihn ein­wech­seln, um das The­ma Heim­spiel und Ma­rio Göt­ze zu ei­nem gu­ten En­de zu brin­gen und ihm die­se Büh­ne zu gön­nen.“Doch weil sich Au­ßen­ver­tei­di­ger Mar­cel Schmel­zer leicht ver­letz­te, ent­schied sich Tu­chel in der 71. Mi­nu­te kurz­fris­tig für die Her­ein­nah­me von Ro­de.

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