Hof­fer und Stop­pel­kamp tref­fen

Kno­ten ge­platzt: KSC fährt ers­ten Drei­er ein / 2:0 ge­gen Erz­ge­bir­ge Aue

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Ha­rald Lin­der

Die Pfif­fe der gera­de mal 10 919 Zu­schau­er und ers­te „Oral raus“-Ru­fe nach der Aus­wechs­lung von Di­mi­tris Dia­man­ta­kos, der mü­de war und Ad­duk­to­ren­pro­ble­me hat­te, wa­ren noch nicht rich­tig ver­hallt, da brach­te aus­ge­rech­net der für den Grie­chen ein­ge­wech­sel­te Jim­my Hof­fer den Fuß­ball-Zweit­li­gis­ten Karls­ru­her SC in der 76. Mi­nu­te ge­gen Erz­ge­bir­ge Aue nach fei­nem Zu­spiel von Moritz Stop­pel­kamp mit 1:0 in Füh­rung – und die Blau-Wei­ßen auf den Weg zum ers­ten Sai­son­sieg. Den mach­te Stop­pel­kamp drei Mi­nu­ten vor Spiel­schluss per­fekt, als sich Hof­fer zu­nächst stark im Zwei­kampf ge­gen Ju­li­an Rie­del be­haup­te­te, auf das Tor von Ro­bert Jen­drusch zu­lief, und der mit­ge­lau­fe­ne Stop­pel­kamp den Ball zum 2:0 für den KSC ein­schob. Es war die Ent­schei­dung in ei­nem Spiel, das zwar „al­les an­de­re als ein Zu­cker­schle­cken war“, wie KSC-Sport­chef Jens Todt an­merk­te, aber am En­de drei Punk­te brach­te, die den KSC (zu­min­dest bis heu­te) auf Platz 13 klet- tern lie­ßen. „End­lich, end­lich ha­ben wir ge­won­nen“, mein­te ein er­leich­ter­ter Moritz Stop­pel­kamp, der zu­sam­men mit Hi­ro­ki Ya­ma­da zu den Bes­ten in Orals Mann­schaft ge­hör­te. Der KSC-Coach hat­te den Ja­pa­ner, der zu­letzt über­haupt kei­ne Be­rück­sich­ti­gung fand, von der Tri­bü­ne in die Start­elf be­ru­fen. Und Ya­ma­da zeig­te vor al­len im zwei­ten Ab­schnitt, dass er im­stan­de ist, Struk­tur in das KSC-Spiel zu brin­gen; auch wenn vie­les ge­gen ganz schwa­che Sach­sen noch reich­lich Stück­werk war. „Dass die Mann­schaft nach den Er­geb­nis­sen der letz­ten Wo­chen nicht mit dem Selbst­be­wusst­sein auf­tre­ten wür­de, wie dies ver­mut- lich der Fall ge­we­sen wä­re, wenn die ers­ten Spie­le er­folg­reich ver­lau­fen wä­ren, das war klar“, mein­te Oral. „Aber sie hat an sich ge­glaubt. Sie hat ei­ne gu­te Men­ta­li­tät und ei­nen gu­ten Cha­rak­ter. Jetzt wer­den wir re­ge­ne­rie­ren, um uns dann auf das schwe­re Spiel in Düsseldorf vor­zu­be­rei­ten“. Auf die Fra­ge, ob für ihn nach dem ers­ten Sieg jetzt Druck ab­ge­fal­len sei, mein­te Oral, dass man als Trai­ner stets Druck ha­be „und in Karlsruhe, wo die Er­war­tungs­hal­tung im­mer hoch ist, weiß man, wor­auf man sich ein­lässt“, so der 43-Jäh­ri­ge, der schon in der Kri­tik stand. Ge­gen Aue schien sich zu­nächst fort­zu­set­zen, was beim KSC bis­lang die gan­ze Sai­son über ge­fehlt hat, denn trotz des Ein­sat­zes von zwei An­grei­fern – ne­ben Dia­man­ta­kos hat­te Oral auch Neu­zu­gang Flo­ri­an Kam­be­ri im Sturm auf­ge­bo­ten – wa­ren Tor­chan­cen für den KSC Man­gel­wa­re. Um ein Haar wä­re so­gar Pas­cal Köp­ke, ne­ben Di­mi­trij Na­za­rov ei­ner von zwei Ex-Karls­ru­hern in Rei­hen der Sach­sen, nach 20 Mi­nu­ten für Aue er­folg­reich ge­we­sen, aber Re­né Voll­ath pa­rier­te. Das war’s dann aber auch für Aue und im zwei­ten Spiel­ab­schnitt be­kam der KSC zu­neh­mend ein Über­ge­wicht ge­gen mü­de wer­den­de Erz­ge­birg­ler. Jim­my Hof­fer und Moritz Stop­pel­kamp mit ih­ren ers­ten Sai­son­tref­fern er­lös­ten sich selbst, ih­re Mit­spie­ler, den Trai­ner und den KSC-An­hang, der end­lich ein Er­folgs­er­leb­nis fei­ern konn­te und auch die zwi­schen­durch laut ge­wor­de­nen „Oral raus-Ru­fe“wa­ren dann ver­stummt.

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